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König Alkohol (Originaltitel: John Barleycorn) ist ein autobiographischer Text des Schriftstellers Jack London von 1913.

Inhaltsverzeichnis

InhaltBearbeiten

In 39 Kapiteln zeichnet der amerikanische Schriftsteller Jack London (1876–1916) im Rückblick in seinem Buch König Alkohol seine persönlichen Erfahrungen mit dem Alkohol nach. Wie der ab 1914 eingeführte Untertitel or Alcoholic Memoirs bereits andeutet, befasst sich der Autor in diesem Text mit verschiedenen Abschnitten seines eigenen Lebens. Der Fokus liegt hierbei zum einen auf dem noch heranwachsenden Jack London, der sich als Matrose verdingt und zum anderen auf dem älteren, inzwischen wohlhabenden Jack London, der sich in der Gesellschaft und als Schriftsteller bereits etabliert hat. Jack London sieht für das Wilde und Abenteuerlustige in seinen Jugendjahren den Genuss von Alkohol verantwortlich. Mit Blick auf seine schriftstellerische Karriere schreibt er dem Alkohol einen Anteil am Erfolg zu, obgleich er auch die negativen Aspekte des Alkohols aufgreift, der seine Gesundheit beeinträchtigt hat.

PublikationsgeschichteBearbeiten

Noch bevor Jack London den eigentlichen Schreibprozess von König Alkohol begann, hatte er die Vorabdruckrechte bereits für 15 Cent pro Wort an die Saturday Evening Post verkauft. Mit 50.000 bis 60.000 Wörtern entsprach das insgesamt einer Summe von rund $ 10.000. Diesen Handel nutzte er als Argumentationsgrundlage gegenüber dem Verlag The Century Company (heute Prentice Hall), damit dieser seinen Text ebenfalls unter Vertrag nahm und im Anschluss verlegte. Ohne den Verkauf der Vorabdruckrechte hätte London den Verlag wohl nicht überzeugen können, da dieser aufgrund der Thematik Vorbehalte hatte.[1] Das Manuskript begann London vermutlich im November 1912 und schloss es mit 669 handschriftlichen Seiten bereits zwei Monate später am 13. Januar 1913 ab.[2] Zwischen dem 15. März und 3. Mai 1913 erschien in acht Sequenzen der von Harvey Thomas Dunn illustrierte Vorabdruck, der gleichermaßen mit Bestürzung und Bewunderung aufgenommen wurde und entsprechende Popularität erlangte.[3] Das gedruckte Buch, das im August 1913 erschien, war weniger erfolgreich und erhielt durchmischte Kritiken.[4] Obwohl König Alkohol kein Anti-Alkohol-Pamphlet darstellte, nutzte die Prohibitionsbewegung das Werk für ihre Zwecke. So wurden Auszüge für Propagandaschriften verwendet. Es gibt Stimmen, die einen Einfluss von Londons Text auf das Alkoholverbot für die US Navy 1914 sehen.[5] 1914 veröffentlichte auch der Londoner Verlag Mills & Boon, ein Tochterverlag von HarperCollins, eine Ausgabe und ergänzte den Haupttitel um einen Untertitel: John Barleycorn or Alcoholic Memoirs.[6] Im Laufe der Jahrzehnte haben viele Verlage diesen Untertitel übernommen. Das britische Volkslied John Barleycorn, das der schottische Dichter Robert Burns später adaptierte, ist der Namensgeber des englischsprachigen Werks[7]. Der Ausdruck John Barleycorn steht im englischsprachigen Raum als fester Begriff für den Alkohol und bildet damit das Pendant zum deutschen Ausdruck König Alkohol.

FilmadaptionenBearbeiten

1914 wurde John Barleycorn unter Regie von James Charles Hayden und Hobart Bosworth verfilmt. Letzterer verkörperte im Film auch die Figur des Analphabeten Scratch Nelson, mit der London während seiner Zeit auf See Bekanntschaft machte. In den Hauptrollen wurde Jack London von Matty Roupert (1. Lebensphase), Antrim Short (2. Lebensphase) und Elmer Clifton (3. Lebensphase) gespielt.[8]

AusgabenBearbeiten

Englische AusgabenBearbeiten

  • John Barleycorn. Century Company, New York 1913 (Amerikanische Erstausgabe) (Digitalisat).
  • John Barleycorn or Alcoholic Memoirs. Mills & Boon, London 1914

Übersetzungen ins DeutscheBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vgl. Lutz-W. Wolff in seinem Nachwort John Barleycorn muss sterben zu seiner Neuübersetzung von König Alkohol. dtv, München 2014, ISBN 978-3-423-14326-4, S. 250
  2. Vgl. Wolff: Nachwort, S. 251; siehe dazu John Sutherland, Note on the Text, in: Jack London, John Barleycon, Oxford 1989, S XXXV ff
  3. Vgl. Wolff: Nachwort, S. 251
  4. Vgl. Wolff: Nachwort, S. 251
  5. Vgl. Wolff: Nachwort, S. 252
  6. Vgl. Open Library John Barleycorn or Alcoholic Memoirs, Digitalisat
  7. Vgl. Wolff: Nachwort, S. 254
  8. Vgl. Internet Movie Data Base Eintrag John Barleycorn (1914)