John Edward Gray

britischer Zoologe und erster Philatelist der Welt (1800–1875)

John Edward Gray (* 12. Februar 1800 in Walsall; † 7. März 1875 in London) war ein britischer Zoologe und Philatelist.

John Edward Gray (1800–1875)

FamilieBearbeiten

Gray wurde am 12. Februar 1800 in Walsall, Staffordshire als Sohn von Samuel Frederick Gray (1766–1828) und Elizabeth Forfeit (1777–1852)[1] geboren. Sein Vater war ein bekannter Pharmakologe und Botaniker, sein älterer Bruder George Robert Gray (1808–1872) ebenfalls Zoologe.

Leben und WirkenBearbeiten

Seine Familie zog 1800 nach London, wo sein Vater bei dem Metallurgen Charles Hatchett Anstellung fand. Gray wurde zu Hause erzogen und arbeitete 1812–1815 in der Apotheke seines Vaters in Wapping, bis diese schließen musste, danach in Shoreditch und im Labor eines Chemikalien-Großhändlers. Er besuchte Vorlesungen in Medizin in St Bartholomew’s Hospital, dem Middlesex Hospital und der City Dispensary, sowie von William Salisbury und John Taunton. 1822 erlitt er einen Nervenzusammenbruch und brach sein Studium ohne Abschluss ab.

Gray half seinem Vater beim Schreiben von "Supplement to the Pharmacopoeia" (1818) und "The Natural Arrangement of British Plants" (1821), welches das Linnäische System kritisierte.[1] Nachdem seine Mitgliedschaft 1822 von der Linnean Society of London abgelehnt wurde (er wurde schließlich 1857 aufgenommen), wechselte er von Botanik zu Zoologie. Er fing 1824 an der Zoologischen Abteilung des British Museum in London an und unterstützte dort John George Children dabei, die Reptiliensammlung zu katalogisieren.

1826 heiratete er Maria Emma Gray, geborene Smith (1787–1876), die Witwe seines Vetters Francis Edward Gray (1775–1814). Sie stach die Kupferstiche in seinem Buch "Molluscous Animals" (1859) und ordnete die Algen in den Herbarien im Botanischen Garten Kew und im Britischen Museum. 1840 bis Weihnachten 1874 wurde Gray in Nachfolge von Children Kurator der Zoologieabteilung. Er publizierte mehrere Kataloge der Museumssammlung, die eine ausführliche Abhandlung über Tiergruppen enthielten sowie Beschreibungen von neuen Arten. Er verbesserte die zoologische Sammlung, die zu einer der besten der Welt wurde. Gray hatte auch einen Ruf als Malakologe.

Mit 306 erstbeschriebenen Arten von Reptilien nimmt Gray einen Spitzenplatz unter den Herpetologen ein.[2]

Ehrungen und AuszeichnungenBearbeiten

ErstbeschreibungenBearbeiten

SchriftenBearbeiten

  • The Zoological Miscellany. To Be Continued Occasionally. London: Treuttel, Wurtz and Co. 1831.
  • A synopsis of the genera and species of the class Hypostoma Asterias (Linn.). In: Annals and Magazine of Natural History 6, 1840, S. 275–290.
  • "Catalogue of the Specimens of Lizards in the Collection of the British Museum", 1845.
  • Catalogue of Shield Reptiles, 1855 und 1870.
  • Molluscous Animals 1859.

PhilatelieBearbeiten

John Edward Gray sammelte auch Briefmarken und interessierte sich für Briefmarken der ganzen Welt. Er behauptete, der erste Philatelist der Welt gewesen zu sein. Er habe bereits Marken gesammelt, bevor die ersten Briefmarken herausgegeben wurden und zwar Steuer- und Stempelmarken aller Art. Die Einführung von Briefmarken habe er bereits 1834 vorgeschlagen.[1] Am 6. Mai 1840, dem Tag der Einführung der ersten Briefmarken weltweit in Großbritannien, kaufte er mehrere Marken und sammelte sie.

Im Jahre 1862 gab er die ersten Vorläufer der heutigen Briefmarkenkataloge unter dem Namen Hand Catalogue of Postage Stamps heraus.[3] Auch dem Straßburger Buchhändler Oscar Berger-Levrault wird die Erfindung des Briefmarkenkataloges zugesprochen. Dessen Briefmarkenkatalog war allerdings nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Erst die kurz darauf erscheinende bebilderte und stark verbesserte Version von Alfred Potiquet konnte im Buchhandel erworben werden.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c R. J. Cleevely, Gray, John Edward (1800–1875). Oxford Dictionary of National Biography. Oxford 2004. doi:10.1093/ref:odnb/11344
  2. Peter Uetz: The original descriptions of reptiles, Zootaxa Nr. 2335, 2010, S. 59–68, mapress.com (PDF; 199 kB)
  3. Wolfgang Maassen: Philatelie und Vereine im 19. Jahrhundert, Phil Creativ, Schwalmtal 2006, ISBN 978-3-932198-69-4, S. 191