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Johann V. (Oldenburg)

deutscher Adliger, Graf von Oldenburg und Delmenhorst
Illustration von Graf Johann von Oldenburg von Hermann Hamelmann der Oldenburgisch Chronicon 1599

Graf Johann V. von Oldenburg und Delmenhorst (* 1460 in Oldenburg; † 10. Februar 1526 ebenda) war Graf von Oldenburg aus dem Haus Oldenburg. Seine Eltern waren Graf Gerd der Mutige (1430–1500) und Adelheid von Tecklenburg.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach dem Regierungsverzicht des Vaters 1482 übernahm Johann die oldenburgische Landesherrschaft zunächst gemeinsam mit seinem älteren Bruder Adolf (bezeugt 1463–1500). Außer diesen beiden erscheinen gelegentlich auch ihre jüngeren Brüder Christian († 1492) und Otto (⚔ 1500) als Herrschaftsteilhaber. Johann erwies sich rasch als die dominierende Gestalt, auch weil Adolf während einer noch von dem Vater ererbten Fehde Oldenburgs mit Ostfriesland im November 1483 in ostfriesische Gefangenschaft geriet und nach seiner Freilassung 1486 politisch im Hintergrund blieb. Der Tod Adolfs im Jahre 1500 machte ihn auch formal zum allein regierenden Oldenburger Landesherrn.

1503 beauftrage Johann V. den Augustinermönch Johannes Schiphower, eine bisher fehlende Geschichtsdarstellung des Grafenhauses Oldenburg zu verfassen. Schiphower kam dem nach und verfasste entsprechend die erste Oldenburger Grafenchonik Chronicon Archicomitum Oldenburgensium, die bestrebt ist, die Ehre des Hauses Oldenburg positiv darzustellen. Die Oldenburger Grafenchronik wurde bis 1521 stetig erweitert und ist bis heute ein wichtiges Dokument der oldenburgischen Landesgeschichte.[1]

Den mit Oldenburg konkurrierenden Graf von Ostfriesland, Edzard I., versuchte er durch Bündnisse in Schach zu halten. Im Rahmen der Sächsischen Fehde griff er zusammen mit den vereinigten Herzögen von Braunschweig-Lüneburg Edzard an und konnte im Januar 1514 Butjadingen und das Stadland sowie Teile der Friesischen Wehde von diesem erobern. Oldenburg erhielt zunächst das Stadland mit Esenshamm und Abbehausen als Allodium, 1517 musste Graf Johann das Gebiet als Lehen von Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel nehmen. Aber nach einem 1515 gescheiterten Aufstand der Butjadinger Bauern veräußerten die welfischen Herzöge nach und nach ihren Besitz an den Oldenburger Grafen, so dass 1523 Butjadingen endgültig oldenburgisch wurde. Die oldenburgische Herrschaft über die friesische Wesermarsch sicherte Johann durch den Bau der Festung Ovelgönne, unmittelbar an der alten Grenze Oldenburgs zum Stadland.

Als Voraussetzung für seine Erfolge trieb Johann die konzentriert durchgehaltene Steigerung der landesherrlichen Einkünfte voran. Er betrieb dazu Eindeichungen und kolonisierenden Landesausbau, so etwa nördlich und nordwestlich von Elsfleth, im nördlichen Moorriem, im Gebiet von Ovelgönne und Schwei, sowie in der Jadeniederung. Insgesamt wurden in Johanns Regierungszeit etwa 2.500 Hektar Neuland gewonnen, das er meist zur Anlage zinspflichtiger bäuerlicher Hofstellen nach Meierrecht nutzte. Mit der anhaltenden Verbesserung seiner Finanzen löste er verpfändete Besitzrechte des Grafenhauses wieder ein, so etwa 1511 das seit 1408 von der Stadt Bremen verwaltete Land Würden (Kirchspiel Dedesdorf) rechts der Weser. Weiterhin nutzte Johann seine Mittel für den Erwerb von Höfen aus adligem Besitz, was den ohnehin unbedeutenden oldenburgischen Landadel schwächte und nutzte dies so auch zum Ausbau seiner landesherrlichen Autorität. Indem er auch noch gegen die Autonomiebestrebungen der Stadt Oldenburg einschritt, begann mit Johanns Herrschaft die Entwicklung der Grafschaft Oldenburg zu einem absolutistisch regierten Staat. Oldenburg blieb allerdings, entgegen Johanns Bemühungen, unter der Lehnshoheit des Heiligen Römischen Reiches.

Nach Johanns Tod 1526 regierten seine vier Söhne als gemeinsame Grafen von Oldenburg. Anton I. überlebte am längsten und war zum Schluss allein herrschender Graf.

FamilieBearbeiten

Johann V. heiratete 1498 Anna von Anhalt-Zerbst († 1531), die Tochter von Georg I. von Anhalt-Zerbst, und hatte mit ihr folgende Kinder:

Auch außerhalb der Ehe hatte Johann zwei Kinder:

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Johann V. von Oldenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Heinrich Schmidt: Schiphower, Johannes. In: Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Hrsg. im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft. Isensee, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5, S. 633 f. (online).
  2. Digitalisat, Oldenburg Urkundenbuch; Dritter Band. Grafschaft Oldenburg von 1482 bis 1550, NR. 187, S. 129
  3. Digitalisat (Memento des Originals vom 24. März 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.die-maus-bremen.de,Blätter der "Maus", 2002, S. 188
  4. Digitalisat, Nederlandsche Genealogieen, Deel 11, 1996 S. 173–182
  5. , Oldenburger Salbucher, Handschrift B.
VorgängerAmtNachfolger
Gerd der Mutige 
Graf von Oldenburg
1482–1526
Anton I.
Christoph
Georg
Johann VI.