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Klassenzeichen
Int 14-footer black.svg
Bootsmaße
Länge üA: ohne Bugspriet u. Ruder 4,267 m
Breite üA: 1,830 m
Masthöhe: 7,626 m
Segelfläche
Segelfläche am Wind: 18,58 m²
Gennaker: beliebig, üblich 35–40 m²
Sonstiges
Takelungsart: Slup
Yardstickzahl: 88 (ab Bj.1996)
Klasse: Konstruktionsklasse

Das Internationale 14-Fuß-Dinghy (International Fourteen Foot Dinghy, kurz Int 14) ist eine Regatta-Jolle für zwei Personen.

Dem Namen der Bootsklasse entsprechend beträgt die Bootslänge 14 Fuß, also 4,27 Meter. Charakteristisch für das Trapezskiff sind das durchgelattete Großsegel und der asymmetrische Gennaker. Beide Besatzungsmitglieder, Steuermann und Vorschoter, benutzen ein Doppeltrapez, um Winddruck und Krängung entgegenzuwirken. Mit knapp 60 Quadratmetern Segelfläche wird vor dem Wind eine maximale Geschwindigkeit von rund 30 Knoten (ca. 55 km/h) erreicht.

Erste Regatten wurden schon 1898 in Australien gesegelt. Der 14 Footer erlangte bereits 1928 internationalen Status und ist somit die älteste international anerkannte Bootsklasse. Große Felder gibt es in Großbritannien, Australien, Deutschland, USA, Japan und auch in Kanada.

Die Bauvorschriften der Konstruktionsklasse erlauben technische Fortschritte, so dass neuere Boote aufgrund von Weiterentwicklungen meist wettkampfstärker sind als ältere. Bei allen Entwicklungsschritten in den vergangenen Jahrzehnten ist eine Länge von 14 Fuß geblieben: „Imitations come and go but 14’s are forever.“

GeschichteBearbeiten

1898 wurde die erste Australische Meisterschaft ausgetragen. 1928 wurde dem 14-Footer als erster Klasse weltweit vom Weltsegelverband der Status „Internationale Klasse“ zuerkannt.

Innerhalb dieser Konstruktionsklasse wurde fortlaufend die Bootstechnik hin zum reinrassigen Skiff mit Doppeltrapez, durchgelattetem Big-Head-Großsegel, asymmetrischen Spinnaker und T-Foils aber auch die Form des seglerischen Wettkampfes, zum Beispiel beim Team-Segeln oder dem spektakulären SuperCup, weiterentwickelt. Der International 14 hat so die Entwicklung des Segelsports entscheidend mitbestimmt.

Bereits seit 1920 war der International 14 eine treibende Kraft in der Entwicklung des Segelsports. Die herausragenden Designer dieser Zeit Uffa Fox, Morgan Giles und Austin Farrar bauten, getreu Fox' Motto „weight is only of use in steam rollers“, bereits Boote mit einem Rumpfgewicht von unter 100 kg. Die hölzernen 14s aus dieser Epoche werden noch immer aktiv gesegelt und sind bei den wichtigen Meisterschaften, wie zum Beispiel dem Prince of Wales Cup mit einer eigenen „Classic“-Wertung vertreten. Der Prince of Wales Cup wurde 1927 vom damaligen Prince of Wales dem späteren Duke of Windsor gestiftet und ist noch immer eine der bedeutendsten Trophäen im internationalen Jollensport.

Mit der Ernennung zur Internationalen Klasse in 1928 kamen auch die ersten 14s nach Deutschland. Ende der 1920er und Anfang der 1930er herrschte eine rege Regattaaktivität, zum Beispiel um den „Panpreis der Internationalen 14-Fuß-Dinghi Klasse“, der auf der Außenalster ausgetragen wurde. Die deutsche 14-Flotte fiel jedoch leider den Kriegswirren zum Opfer und die Boote von damals gelten als verschollen. Erst Ende der 1990er Jahre lebte die deutsche Flotte wieder auf und ist nunmehr mit über hundert registrierten Booten die stärkste Skiff-Klasse in Deutschland.

Beim Prince of Wales Cup 1938 wurde von John Winter und dem späteren IYRU-Präsidenten Sir Peter Scott erstmals das Trapez eingesetzt und damit eine Entwicklung eingeläutet, die den Jollensport maßgeblich verändern sollte. Die Erfindung des Trapezes war jedoch zur damaligen Zeit derart revolutionär, dass der seit jeher demokratisch organisierte 14-Weltverband diese Entwicklung zunächst verboten und erst in den 1960er Jahren dieses Verbot wieder aufgehoben hat. Bei allen Regeländerungen muss eine Abstimmung der einzelnen Bootseigner erfolgen, so dass immer ein Gleichgewicht zwischen den innovativen und den eher vorsichtigen auf Kostenbegrenzung bedachten Kräften erreicht werden muss. Durch diese Struktur gelang der Klasse eine Entwicklung mit Augenmaß, die ihr über mehr als hundert Jahre nicht nur das Überleben sicherte, sondern sie zu einer maßgeblichen Triebfeder in Sachen Bootstechnologie und Segelsport machte.

So wurde 1984 das Doppeltrapez und 1988 die in Australien schon länger beliebten asymmetrischen Spinnaker eingeführt. Durch neue Materialien, wie zum Beispiel kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff (KFK) wurden die Boot immer leichter. Heute liegt das Mindestgewicht der Rümpfe bei 70 kg. Auch beim Rigg setzte sich im zunehmenden Maße KFK als das überlegene Material durch.

1996 erfolgte die Fusion mit den australischen 14-Foots-Skiffs die über hundert Jahre eine parallele Entwicklung genommen hatten. Bei der ersten gemeinsamen Weltmeisterschaft 1997 in San Francisco waren trotz der unterschiedlichen Boot-Designs im über hundert Boote starken Feld nur geringe Geschwindigkeitsunterschiede und sehr enges Segeln zu beobachten.

Zu dieser Zeit entstanden zahlreiche One-Design Boote, die das 14-Konzept zum Vorbild hatten. Als prominentestes Beispiel sei der 49er genannt, der das olympische Segeln erfolgreich auffrischte. Die jüngste Entwicklung sind dabei sogenannte Hydrofoils. Seit 2000 werden horizontale Flügel am Ruderblatt gefahren, deren Anstellwinkel verstellt werden kann. Die Boote sind dadurch wesentlich schneller und deutlich leichter zu handhaben. Getreu dem Motto „imitations come and go but 14s are forever“ treiben die heutigen Konstruktionen auch weiterhin die Innovation im Segelsport.

SonstigesBearbeiten

Im Film Wind (1992) über den America’s Cup kommt es vorab bei einer Wettfahrt mit International 14 Dinghies zu einem Schlagabtausch zwischen den Konkurrenten.

WeblinksBearbeiten