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Integration durch Qualifizierung
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www.netzwerk-iq.de
Beschreibung Informationsportal
Sprachen Deutsch
Urheber Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Erschienen 1. Februar 2005
Mitglieder 16 Landesnetzwerke und 5 Fachstellen und das Multiplikatorenprojekt Transfer (MUT IQ)

Integration durch Qualifizierung (IQ) ist ein Förderprogramm der Bundesregierung zur Verbesserung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt. Es umfasst um die 400 Teilprojekte in ganz Deutschland und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben und HandlungsschwerpunkteBearbeiten

Die Arbeit des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“ (kurz: Förderprogramm IQ) teilt sich auf in drei Handlungsschwerpunkte:

Anerkennungs- und QualifizierungsberatungBearbeiten

Die Beratungsstrukturen, die IQ zur Begleitung des Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen aufgebaut hat, werden ausgebaut und um eine Qualifizierungsberatung erweitert. Ratsuchende erhalten eine Beratung zu Anpassungsqualifizierungen bzw. Ausgleichsmaßnahmen, um die volle Anerkennung und danach eine qualifikationsadäquate Beschäftigung zu erreichen.[1]

Qualifizierungsmaßnahmen im Kontext des AnerkennungsgesetzesBearbeiten

Im zweiten Schwerpunkt werden Qualifizierungsmaßnahmen für Personen mit ausländischen Abschlüssen konzipiert und durchgeführt. Das sind z. B. Anpassungsqualifizierungen für reglementierte medizinische und pädagogische Berufe, die fachliche Lücken schließen oder erforderliche Deutschkenntnisse vermitteln. Oder Qualifizierungen für Akademikerinnen und Akademiker, denen für eine Arbeitsaufnahme noch fachliche, methodische oder sprachliche Kenntnisse fehlen. Mit den Qualifizierungen wird der Weg zu einer vollen Anerkennung vorhandener Abschlüsse und einer adäquaten Arbeitsmarktintegration geebnet.[2]

Interkulturelle Kompetenzentwicklung und weitere AngeboteBearbeiten

Aufbau bzw. Weiterentwicklung von interkulturellen Kompetenzen der Arbeitsmarktakteure ist der dritte Schwerpunkt. Adressaten sind vor allem Jobcenter, Agenturen für Arbeit, kommunale Verwaltungen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ziel ist es, für migrationsspezifische Themen zu sensibilisieren und in den Organisationen nachhaltige interkulturelle Öffnungsprozesse anzustoßen und Diskriminierungen abzubauen.[3]

StrukturBearbeiten

Die regionale Umsetzung des Förderprogramms ist zentrale Aufgabe der 16 Landesnetzwerke. Sie werden jeweils von einer Landeskoordinierung geleitet und umfassen weitere operative Teilprojekte. Insgesamt gibt es etwa 400 Teilprojekte in ganz Deutschland. Sie bieten die flächendeckende Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung an, entwickeln Anpassungsqualifizierungen und setzen diese um. Darüber hinaus übernehmen sie Servicefunktionen für Arbeitsmarktakteure, indem sie diese über Informationen, Beratungen und Trainings für die spezifischen Belange von Menschen mit Migrationsgeschichte sensibilisieren und fachliches Know-how vermitteln.[4]

Neben den Landesnetzwerken gibt es fünf Fachstellen, die bundesweit migrationsspezifische Themen bearbeiten. Sie übernehmen die fachliche Beratung und Begleitung der Landesnetzwerke. Sie entwickeln Instrumente und Handlungsempfehlungen zur beruflichen Integration von Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen. Darüber hinaus tragen sie die Verantwortung für eine fachlich fundierte Beratung von Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Das kann die Konzeption von Qualitätsstandards, Qualifizierungen und Schulungsmaterialien oder die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse umfassen.[5]

Auf Bundesebene wird das Förderprogramm über das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer organisiert. MUT IQ wird von der Entwicklungsgesellschaft für berufliche Bildung mbH (ebb) in Köln und der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V. (ZWH) in Düsseldorf in einem Kooperationsverbund umgesetzt.[6] MUT IQ unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Programm, fördert den Transfer guter Praxis und sorgt für die öffentlichkeitswirksame Darstellung des Förderprogramms IQ. Gemeinsam mit den Fachstellen kommuniziert es die Arbeitsergebnisse von IQ in die Ministerien, die BA und die Fachöffentlichkeit. „Anerkennung in Deutschland“ ist das mehrsprachige Portal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Das Projekt arbeitet in enger Kooperation mit dem Förderprogramm IQ.

GeschichteBearbeiten

Um die Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund zu verbessern, wurde das Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) am 1. Januar 2005 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gegründet. In den Jahren 2005 bis 2007 standen der Netzwerkaufbau und die Entwicklung modellhafter Instrumente, Handlungsempfehlungen sowie Beratungs- und Qualifizierungskonzepte im Mittelpunkt, von 2008 bis 2010 der Transfer und die Verbreitung der Modellansätze.[7]

Am 1. Januar 2011 initiierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit das auf diesem Netzwerk aufgebaute Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ (IQ). Von 2011 bis 2014 arbeiteten im Förderprogramm 239 Teilprojekte im gesamten Bundesgebiet am gemeinsamen Ziel, die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern.[8] Im Mittelpunkt stand dabei die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, das Förderprogramm IQ diente unter anderem dazu, das BQFG zu begleiten.[9]

In der Förderperiode 2015–2018 wird das Programm um den Schwerpunkt „ESF-Qualifizierung im Kontext des Anerkennungsgesetzes“ erweitert. Von zentralem Interesse ist, dass im Ausland erworbene Berufsabschlüsse – unabhängig vom Aufenthaltstitel – häufiger in eine bildungsadäquate Beschäftigung münden.[10]

Finanzierung und SteuerungBearbeiten

Das Programm wird in den ersten beiden Handlungsschwerpunkten überwiegend aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert, kofinanziert durch Mittel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Der dritte Handlungsschwerpunkt wird ausschließlich aus Mitteln des BMAS finanziert.[11]

PublikationenBearbeiten

Dreimal jährlich erscheint das Fachmagazin IQ konkret. IQ konkret vermittelt Praxiserfahrungen aus dem Umfeld des Förderprogramms und greift aktuelle integrationspolitische Debatten auf.[12]

Eine weitere Publikation des Förderprogramms ist das Magazin clavis, das ebenfalls dreimal jährlich erscheint. Die Zielgruppe dieses Magazins sind Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.[13]

Die Fact Sheets präsentieren Zahlen, Info-Grafiken, Tabellen und kurze Texte auf einen Blick zu verschiedenen Fragen im Themenkontext Integration.[14]

Die Publikationsreihe Good Practice porträtiert innovative, nachhaltige und transferfähige Projektbeispiele und zeigt so unterschiedliche Ansätze und erfolgreiche Umsetzungen auf.[15]

Die Fachstellen und Landesnetzwerke im Förderprogramm IQ erstellen laufend Fachpublikationen zu den Handlungsschwerpunkten des Förderprogramms und verwandten Themen.[16]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Integration durch Qualifizierung (IQ) Webportal "Anerkennung in Deutschland". Abgerufen am 2. Juni 2015.
  2. o.A.: "Betriebe rücken stärker in den Fokus." Newsletter Anerkannt 01/2015. DGB Bildungswerk (Hrsg.), S. 1. Weblink zu dem Newsletter
  3. Potenziale erkennen, Perspektiven schaffen! (Memento des Originals vom 16. März 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/netzwerk-iq.de Flyer des Förderprogramms IQ. Abgerufen am 2. Juni 2015
  4. Özturk, Kaan: Das Förderprogramm 'Integration durch Qualifizierung (IQ).' Präsentation auf dem 1. Fachforum der Fachstelle Migrantenökonomie. 25.-26. März 2015, Kassel. Weblink zur Präsentation (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.migrantenoekonomie-iq.de
  5. Arbeitsmarktintegration ist Kernaufgabe@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmas.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Abgerufen am 2. Juni 2015
  6. Projekte: Integration durch Qualifizierung (IQ) (Memento des Originals vom 26. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ebb-bildung.de Website der ebb GmbH. Abgerufen am 2. Juni 2015
  7. o.A. (2006): "Integration von Migranten. Beratung, Vermittlung und Förderung." Nürnberg, Bundesagentur für Arbeit (Hrsg.), S. 8. Weblink zu der Broschüre
  8. Koordinierungsprojekt Integration durch Qualifizierung (IQ) (Memento des Originals vom 29. Oktober 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.q-zwh.de Website der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  9. o.A.: "Interview mit Sabine Schröder". In: Newsletter Perspektive Berufsabschluss 07/2011. Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (PT-DLR) im Auftrag des Bundesministeriums für Bildungs und Forschung (Hrsg.), S. 8–10. Weblink zu dem Newsletter
  10. ESF-Qualifizierung im Kontext Anerkennungsgesetz (Förderprogramm IQ). Website des Europäischen Sozialfonds für Deutschland. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  11. Die Struktur des Förderprogramms (Memento des Originals vom 26. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/netzwerk-iq.de Website des Förderprogramms IQ. Abgerufen am 3. Juni 2015.
  12. IQ Konkret (Memento des Originals vom 26. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/netzwerk-iq.de Website des Förderprogramms IQ. Abgerufen am 2. Juni 2015
  13. Magazin clavis (Memento des Originals vom 26. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/netzwerk-iq.de Website des Förderprogramms IQ. Abgerufen am 2. Juni 2015
  14. Netzwerk IQ: IQ Fact Sheet. Abgerufen am 21. März 2017.
  15. IQ Good Practice (Memento des Originals vom 26. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/netzwerk-iq.de Website des Förderprogramms IQ. Abgerufen am 2. Juni 2015
  16. IQ Publikationen zu Querschnittsthemen (Memento des Originals vom 26. Mai 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/netzwerk-iq.de Website des Förderprogramms IQ. Abgerufen am 2. Juni 2015