Innerstädtisches Gymnasium Rostock

Gymnasium in Rostock's Zentrum
Innerstädtisches Gymnasium – Front Goetheplatz
Innerstädtisches Gymnasium – Front Goethestraße
Innerstädtisches Gymnasium – Innenhof
Eingang zum Ostflügel
Fassadendetail
Innenhofpanorama

Das Innerstädtische Gymnasium (ISG) ist ein Gymnasium in Rostock. Es ging aus der Fusion der Großen Stadtschule Rostock und des Goethegymnasiums Rostock hervor.

Seit Januar 2008 ist das ISG im „Berringer-Bau“ am Goetheplatz untergebracht.

Sie ist außerdem eine Unesco Schule.

SchulprofilBearbeiten

Das Schulprofil stützt sich im Wesentlichen auf drei Säulen:

  • Die naturwissenschaftliche Ausrichtung wird durch das ergänzende Fach „Angewandte Naturwissenschaften“ unterstützt. Die besten Physik-Abiturienten werden mit dem Karl Scheel-Preis ausgezeichnet.
  • An der Schule können die Schüler Französisch-Diplome im DELF-DALF-Programm erwerben. Zu vielen Partnerschulen in Frankreich, Schweden und Norwegen werden regelmäßige Beziehungen gepflegt. Weitere Kontakte bestehen zu niederländischen, guatemaltekischen und US-amerikanischen Schulen. Regelmäßig im Februar können ältere Schüler an einer einwöchigen Reise nach Großbritannien teilnehmen. Ab 2010 werden zwei Fächer bilingual (dt.-frz.) unterrichtet; dies soll zur Anerkennung des Abiturs in Frankreich führen (AbiBac).
  • Schüler haben ab der 7. Klasse die Möglichkeit am erweiterten Musik-Unterricht teilzunehmen, der in der Oberstufe in den Fachkurs Musikensemble und das Hauptfach Musik überführt wird. Auf dem musischen Gebiet gibt es viele Traditionen, wie das Weihnachtskonzert, Theateraufführungen, Kunstausstellungen der Hauptfachschüler und das Kultur-Café in der Mensa.

Gesellschaftliche AktivitätenBearbeiten

Das Innerstädtische Gymnasium ist wie der Vorgänger Goethegymnasium eine UNESCO-Projektschule. Die Schüler arbeiten aktiv im Model United Nations-Verbund mit. Die internationale BALMUN-Konferenz (Baltic Model United Nations) im Juni 2008 wurde als erste im Ostseeraum von den engagierten Schülern des Hauses organisiert und wird seitdem jährlich durchgeführt.

Das GebäudeBearbeiten

Am 5. März 1930 wurde das von Stadtbaudirektor Gustav Wilhelm Berringer entworfene Gebäude für zwei Mädchenschulen – ein Staatliches Lyzeum mit Studienanstalt und ein Oberlyzeum – eingeweiht. Sie waren 1909 als Mädchenzug der Großen Stadtschule entstanden.

Später wurden die Einrichtungen in Oberschule I und II für Mädchen umbenannt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges diente das Gebäude auch als Lazarett.

In der DDR-Zeit beherbergte es mehrere, meist weiterführende Schulen, am längsten die Herder-EOS (3. EOS), eine Erweiterte Oberschule mit erweitertem Russisch-Unterricht ab der 3. Klasse. Außerdem befand sich zunächst im rechten Gebäudeflügel eine Sonderschule, bevor dann auch 1. EOS „Ernst Thälmann“ in den Gebäudekomplex umzog.[1]

Von 1991 bis 1999 hieß das Haus „Gymnasium am Goetheplatz“ und von 1999 bis zur Fusion 2005 „Goethegymnasium“.

Nach einer denkmalgerechten Renovierung und Restaurierung wurde das Gebäude wieder im Stil der Neuen Sachlichkeit eingerichtet und Anfang 2008 durch das Innerstädtische Gymnasium bezogen.

Heute beherbergt das Gebäude nicht nur das Innerstädtische Gymnasium. Das Abendgymnasium ist ein fester Bestandteil, gemeinsam legen die Schüler im Hause das Abitur ab. Ebenso befindet sich im Erdgeschoss seit Oktober 2009 das Institut franco-allemand.

Seit 2012 gibt es im Haus einen Schulsanitätsdienst mit vom Jugendrotkreuz ausgebildeten Schülern.

Bekannte SchülerBearbeiten

  • Liselot Huchthausen (* 1927), Klassische Philologin
  • Walter Kempowski (1929–2007), Schriftsteller, als Schüler des Realgymnasiums gegen Kriegsende am Goetheplatz unterrichtet
  • Peter Schulz (1930–2013), Jurist, Politiker (SPD), ehemaliger erster Bürgermeister von Hamburg
  • Nele Hertling (* 1934), Theaterdirektorin
  • Hans-Jürgen Syberberg (* 1935), Filmemacher, Regisseur
  • Joachim Gauck (* 1940), Theologe, Bürgerrechtler, Deutscher Bundespräsident
  • Christine Lucyga (* 1944), Politikerin (SPD), ehemalige Bundestagsabgeordnete
  • Conrad-Michael Lehment (* 1945), Ingenieur, Unternehmer und Politiker
  • Wolfgang Zöllick (* 1946), Bürgermeister und Senator in Rostock sowie Präsident Hansa Rostock
  • Steffen Bockhahn (* 1978), Politiker (Die Linke), Senator und stellvertretender Bürgermeister in Rostock, ehemaliger Bundestagsabgeordneter
  • Eva Maria Kröger (* 1982), Politikerin (Die Linke), Fraktionsvorsitzende der Rostocker Bürgerschaft, Landtagsabgeordnete
  • Stephan Krüger (* 1988), Ruderer, Teilnehmer der Olympischen Spiele 2008 in Peking, Weltmeister 2009 im Doppelzweier

Schulleiter des Gebäudes am Goetheplatz nach der WendeBearbeiten

  • 1991–2002: Ulrich Peper († 2009)
  • 2002–2018: Thomas Döring
  • seit 2018: Markus Riemer

LiteraturBearbeiten

  • Schüler des Goethegymnasiums Rostock: Rostock – Neue Sachlichkeit, Schrift von denkmal aktiv, 2004
  • 75 Jahre Schule am Goetheplatz, Festschrift des Schulvereins, 2005

WeblinksBearbeiten

Commons: Innerstädtisches Gymnasium Rostock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Herder-EOS war eine von neun Schulen der DDR, die altsprachlichen Unterricht anboten (Latein und Altgriechisch). Das waren diese neun Erweiterten Oberschulen: Heinrich-Schliemann-Schule in Berlin, Humboldt-Schule in Potsdam, Kreuzschule in Dresden, Thomasschule zu Leipzig, Gerhart-Hauptmann-Schule in Zwickau, Ernst-Abbe-Schule in Eisenach, Latina August-Hermann-Francke in Halle, Humboldt-Schule in Magdeburg und Herder-Schule in Rostock. - Quelle: Markus Gruber: Zur Lage des Griechisch-Unterrichts in der Bundesrepublik Deutschland (2006/07) (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), Seite 8, abgerufen am 21. Juni 2016

Koordinaten: 54° 4′ 52,7″ N, 12° 7′ 41″ O