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Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr

Der Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr (kurz Litra, Eigenschreibweise LITRA) ist ein Verein mit Sitz in Bern, der die Interessen des öffentlichen Verkehrs vertritt.[1]

Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr
(LITRA)
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Zweck Förderung öffentlicher Verkehr
Vorsitz: Martin Candinas
Gründungsdatum: 1936
Sitz: Bern, Schweiz
Website: www.litra.ch

GeschichteBearbeiten

Die Litra wurde 1935 im Rahmen des Abstimmungskampfes über die Verkehrsteilungsinitiative als Ligue suisse pour l’organisation rationelle du trafic gegründet.[2] Er verfolgte den Zweck, die Behörden im «Schutz der dem Volksganzen gehörenden Verkehrseinrichtungen zu unterstützen». Der Vorstand bestand aus den bürgerlichen Ständeräten Hans Käser (Präsident) und Bernard de Weck (Vizepräsident) sowie dem BGB-Nationalrat Hans Tschumi.[3] Der Verein wurde 1977 in Informationsdienst für den öffentlichen Verkehr LITRA umbenannt.

Der Verein war ein verkehrspolitischer Pionier: Bereits 1960 – die Planung des Nationalstrassennetzes war kaum abgeschlossen – forderte er eine «Gesamtkonzeption der schweizerischen Verkehrspolitik» zur Prävention von Verkehrsproblemen.[4] Im Kontext der «Waldsterbendebatte» in den 1980er Jahren kritisierte die Litra das ständige Verkehrswachstum und sah in den Emissionen des Strassenverkehrs eine Hauptursache. Sie setzte sich daher intensiv für die Einführung einer Schwerverkehrsabgabe und einer Autobahnvignette ein.[5]

In den 1990er Jahren vertrat die Litra vermehrt eine ökologische Verkehrspolitik: Das stetige Wachstum des Strassengüterverkehrs beobachtete sie mit Besorgnis. Einerseits fürchtete sie den Bedeutungsverlust der SBB und damit finanzielle Einbussen für das Gemeinwesen. Andererseits sorgte sie sich um die negativen gesundheitlichen Folgen der Verkehrsabgase für Bevölkerung und Natur.[6]

ZieleBearbeiten

Der Verein setzt sich nach eigenen Angaben ein für

  • die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für den öffentlichen Verkehr;
  • ein leistungsfähiges, umweltgerechtes und integriertes schweizerisches Verkehrssystem;
  • eine lösungsorientierte Weiterentwicklung der Verkehrspolitik;
  • eine wettbewerbsfähige Verkehrswirtschaft und die Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder und Trägerschaft.

AufgabenBearbeiten

Der Verein verbreitet Informationen über Fragen und Anliegen des öffentlichen Verkehrs, bezieht zu Verkehrsproblemen Stellung und nimmt an Vernehmlassungsverfahren teil, insbesondere bei Gesetzesprojekten, die den Verkehr betreffen.

MitgliederBearbeiten

Der Verein zählt rund 240 Mitglieder. Diese setzen sich zusammen aus den Transportunternehmungen des öffentlichen Verkehrs (z. B. SBB, BLS, Postauto, Swissrail), den Industrie- und Dienstleistungsunternehmungen des öV-Werkplatzes Schweiz, der Wissenschaft und Forschung, den Kantonen und den Partnerverbänden (z. B. VöV). Im Vorstand haben zudem Parlamentarier folgender Parteien Einsitz: BDP, CVP, FDP, Grüne, GLP, SP, SVP.

StrukturBearbeiten

Auf Basis der Entscheide der Mitgliederversammlung setzen der Vorstand und der geschäftsleitende Ausschuss die strategischen Leitlinien, die operative Arbeit wird durch eine Geschäftsstelle mit Sitz in Bern wahrgenommen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.bav.admin.chswisstraffic Nr. 53|Dezember 2009, Seite 12
  2. « Pour rationaliser le trafic », Gazette de Lausanne, 31 juillet 1935 : "À Berne a été constituée une Ligue suisse pour l'organisation rationnelle du trafic (Litra). Cette ligue soutiendra les autorités dans leurs efforts pour établir un juste équilibre des moyens de transport et pour protéger les entreprises de transport qui appartiennent à la collectivité."
  3. Verkehr: Litra. In: Nationalzeitung. 30. Juli 1935.
  4. Die Schweiz und die europäische Verkehrsintegration. In: Der Bund. 30. September 1960.
  5. LITRA (Hrsg.): Jahresbericht 1982/83. 1983.
  6. LITRA (Hrsg.): Jahresbericht 1990/91. 1991.