Hauptmenü öffnen

Schokoladenmuseum Köln

Museum in Köln
(Weitergeleitet von Imhoff-Schokoladenmuseum)
Logo des Imhoff-Schokoladenmuseums seit 2006
Gesamtansicht des Museumskomplexes vom Rhein aus (2017)

Das Schokoladenmuseum Köln ist ein kulturgeschichtliches Spezialmuseum für Schokolade im Kölner Stadtteil Altstadt-Süd. Das auf einer Halbinsel im Rheinauhafen gelegene Ausstellungsgebäude beherbergt unter anderem eine Sammlung zur Geschichte der Schokolade und eine Dauerausstellung zur modernen Schokoladenproduktion.

GeschichteBearbeiten

Der Gründer des Museums war der Kölner Schokoladenfabrikant Hans Imhoff. Die ihm mehrheitlich seit Januar 1972 gehörende Stollwerck AG[1] war einer der führenden, historisch wichtigen Schokoladenhersteller weltweit. Sie besaß einen umfangreichen Fundus an Exponaten, die beim Umzug im Dezember 1975 in den neuen Standort Köln-Westhoven dem Firmeninhaber auffielen. Er kam auf die Idee, ein Schokoladenmuseum zu errichten, wo diese Exponate besser aufgehoben waren. Beim Umzug der Firma Stollwerck nach Köln-Westhoven sorgte er zudem dafür, dass ein umfassender Bestand an Geschäftsschriftgut und Fotos, der die Geschichte des Unternehmens und der Unternehmerfamilie Stollwerck dokumentiert, sowie zahlreiche Exponate erhalten blieben.

Mit seiner Idee des Museums stieß er zunächst auf Skepsis. Er ließ sich aber auf ein Experiment ein, in dem er zum 150. Geschäftsjubiläum der Firma Stollwerck vom 8. Juli bis 20. August 1989 eine Ausstellung im Kölner Gürzenich ausrichtete und einen Schokoladenbrunnen präsentierte. Zu der Ausstellung kamen dann innerhalb von sechs Wochen mehr als fünfmal so viele Besucher wie er zur Bedingung gemacht hatte.[2] Gebaut wurde das Museum unabhängig von den Produktionsstätten als erstes Gebäude im neuen Stadtquartier Rheinauhafen durch den Architekten Fritz Eller.

Hans Imhoff plante die Einrichtung dieses Schokoladenmuseums ab Oktober 1991. Dem Kaufvertrag vom 23. Januar 1992 zufolge erwarb Imhoff von der Eigentümerin des Areals, der Häfen und Güterverkehr Köln, die Halle 10, das Preußische Zollamt (1898), den Malakoffturm und die Drehbrücke. Es besteht zudem aus einem bis Oktober 1993 fertiggestellten Neubau, dessen Form postmoderne Schiffsmotive symbolisiert. Die Eröffnung des Schokoladenmuseums fand am 31. Oktober 1993 statt.[3] Die Baukosten des heute noch in seiner Art einzigen Museums betrugen 53 Millionen DM.[4]

Hans Imhoff verkaufte 2002 Stollwerck an die Barry Callebaut AG. 2006 beendete das Management von Barry Callebaut die Zusammenarbeit mit dem Schokoladenmuseum, und Lindt & Sprüngli wurde neuer Partner des Museums. Der Name des Museums wurde daraufhin von Imhoff-Stollwerck-Schokoladenmuseum in Imhoff-Schokoladenmuseum geändert.[5][6] Derzeit (2019) heißt es Schokoladenmuseum Köln.[7]

AusstellungBearbeiten

In der Ausstellung wird die gesamte Geschichte der Schokolade gezeigt, von ihren Anfängen bei den Olmeken, Maya und Azteken bis zu den heutigen schokoladehaltigen Produkten und ihren Herstellungsmethoden. Auf der 4.000 m² umfassenden Ausstellungsfläche ist eine Miniaturproduktionsanlage installiert, die dem Besucher die Funktionsweise der industriellen Schokoladenherstellung demonstriert.[8]

Ein begehbares Tropenhaus – ein Glaskubus mit einer Kantenlänge von 10 Metern – zeigt Kakaobäume der Arten Theobroma cacao und Theobroma grandiflorum. Einige Produktionsanlagen wurden miniaturisiert nachgebaut, denen man beim Herstellungsprozess kleiner Schokoladentafeln, die am Eingang an die Besucher verteilt werden, zuschauen kann. Eine besondere Attraktion ist der drei Meter hohe Schokoladenbrunnen, an dem von einer Mitarbeiterin des Museums Waffeln in die flüssige Schokolade getaucht und an die Besucher verteilt werden. Im Eingangsbereich des Museums befindet sich ein Shop mit Schokolade und Pralinen aller Art mit dem Schwerpunkt auf Lindt-&-Sprüngli-Produkten.

Kostbare Sammlungsstücke sind Porzellane und Silberschalen des 18. und 19. Jahrhunderts und Stücke aus dem vorkolumbischen Mesoamerika zum Trinken von Schokolade. Des Weiteren sind historische Maschinen und Hohlformen zum Guss von Schokoladenfiguren ausgestellt. Ferner wird eine Sammlung historischer Schokoladen-Verkaufsautomaten gezeigt.

Lage und BedeutungBearbeiten

 
Drehbrücke und Schokoladenmuseum

Das Museum befindet sich in der Kölner Innenstadt auf der Rheinauhalbinsel im Rheinauhafen. Es ist mit jährlich 4000 Führungen und 650.000 Besuchern das meistbesuchte Museum Kölns und zählt zu den zehn meistbesuchten deutschen Museen. Der Betrieb des Museums benötigt keine Zuschüsse, wozu auch eine eigene Marketingabteilung beiträgt. Es wird als Veranstaltungsort durch die Schokoladenmuseum Gastronomie GmbH genutzt.

BetreiberBearbeiten

Das Museum wird von der Schokoladenmuseum Köln GmbH betrieben. Neuer Partner im Bereich der Produktionsausstellung ist seit März 2006 der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli. Zuvor wurde diese Partnerschaft vom Kölner Schokoladenhersteller Stollwerck getragen, was sich auch im alten Namen des Museums (Imhoff-Stollwerck-Museum) zeigte.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Imhoff-Schokoladenmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans Otto Eglau: Hat Imhoff Hintermänner? In: Die Zeit Archiv: Die Zeit, Nr. 06/1972. 11. Februar 1972, abgerufen am 22. März 2019.
  2. Andreas Moll: Das Haus für die Glücklichmacher – 20 Jahre Schokoladenmuseum (Memento vom 26. April 2017 im Internet Archive). In: MeineSüdstadt.de. 4. November 2013, abgerufen am 22. März 2019.
  3. Susanne Schramm: Vor 25 Jahren eröffnete das Schokoladenmuseum in Köl. In: General-Anzeiger-Bonn.de. 13. April 2018, abgerufen am 22. März 2019.
  4. Schokoladenmuseum in Köln. In: Urlaubsziele.com. Abgerufen am 22. März 2019.
  5. Aus Stollwerck wird Lindt. In: Rundschau-Online.de. 12. März 2006, abgerufen am 26. März 2019.
  6. Schokoladenumseum Köln, schokonews, 4. Dezember 2012
  7. 25 Jahre Schokoladenmuseum Köln, koeln-magazin.info, 2018
  8. Hans H. Hinterhuber, Harald Pechlaner, Kurt Matzler (Hrsg.): IndustrieErlebnisWelten – Vom Standort zur Destination. Erich Schmidt, Berlin 2001, ISBN 3-503-06015-4, S. 94.

Koordinaten: 50° 55′ 55,9″ N, 6° 57′ 51,4″ O