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Die Iden bezeichnen im römischen Kalender die Monatsmitten.

Als lateinisch Eidus, Eidūs, Idus, Īdūs, Kurzform EID, waren bestimmte Tage in den Fasti (Gerichtstagen) des römischen Kalenders eingetragen: Im Martius, Maius, Quintilis (Juli) und October fielen sie auf den 15., in den anderen Monaten auf den 13. Tag des Monats. Bei den Etruskern hieß der Tag Itus; die Sabiner nannten ihn Iden. Die Iden waren neben den Kalenden, Nonen und Terminalien einer der vier feststehenden Feiertage, die jeder Monat des römischen Kalenders hatte. Diese vier Feiertage bezeichneten ursprünglich die Mondviertel (Kalenden: Neumond, Iden: Vollmond, Nonen und Terminalien: zunehmender bzw. abnehmender Halbmond).

Das Wort Iden wird als Pluraletantum im Deutschen wie im Lateinischen nur im Plural verwendet; daneben wird im Deutschen gelegentlich auch die lateinische Lautung Idus [ˈiːduːs] gebraucht, die ebenfalls nur im Plural verwendet wird. Alle monatlichen Iden waren automatisch „NP-Tage“, da die Iden der Gottheit Jupiter galten.

Besondere Bedeutung haben die Iden des März, an denen sich die Ermordung Gaius Julius Cäsars ereignet hat. Plutarch und Sueton überliefern die Warnung des Auguren Spurinna an Cäsar, er solle sich vor den Iden des März hüten: „Cave Idus Martias!“ („Hüte dich vor den Iden des März!“). Cäsar konnte der Senatssitzung jedoch letztlich nicht fernbleiben, da an den Iden des März traditionell die Wahl der neuen Consuln stattfand mit Auslosung des jeweiligen Amtsbereichs (provincia).[1]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Jörg Rüpke: Kalender und Öffentlichkeit: Die Geschichte der Repräsentation und religiösen Qualifikation von Zeit in Rom. de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-014514-6.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jakob Seibert, Hannibal, Darmstadt 1993, S. 88 ff, passim.