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Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) im Gebiet der IBA

Die IBA Hamburg GmbH ist eine städtische Entwicklungsgesellschaft, die im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg nachhaltige Quartiere entwickelt. Bereits durch die erfolgreiche Arbeit bei der Internationalen Bauausstellung Hamburg (2006–2013) bekannt, spielt sie seitdem eine wichtige Rolle in der Hamburger Stadtentwicklung.

Die IBA Hamburg verantwortet die Planung, Entwicklung, Vermarktung und Realisierung von zehn Hamburger Quartieren auf einer Gesamtfläche von 440 Hektar (Stand 2019). Hier werden insgesamt rund 17.000 Wohneinheiten zzgl. neuer Arbeitsstätten, Sozial- und Bildungseinrichtungen, Grün- und Freiräume sowie die notwendige technische und energetische Infrastruktur entstehen.

Von 2006 bis 2013 war die IBA Hamburg mit der Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung der Internationalen Bauausstellung Hamburg beauftragt. Diese fand in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel sowie im Binnenhafen von Harburg statt.

Stadtentwicklungsgesellschaft IBA HamburgBearbeiten

Im Dezember 2014 verkündete die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW), dass die Arbeit der IBA Hamburg GmbH nach Abschluss der Internationalen Bauausstellung fortgesetzt wird. Die städtische Gesellschaft wurde vom Hamburger Senat zunächst als Projektentwickler von mehreren Arealen im Hamburger Süden beauftragt.[1] Neben Projektgebieten in Wilhelmsburg ist die IBA Hamburg auch für die Entwicklung der drei Wohngebiete Vogelkamp Neugraben, Fischbeker Heidbrook und Fischbeker Reethen im Stadtteil Neugraben-Fischbek verantwortlich. Im Jahr 2016 erfolgte die Beauftragung der Masterplanung Oberbillwerder. Karen Pein hat im Mai 2015 die Geschäftsführung vom damaligen Geschäftsführer Uli Hellweg, übernommen.[2] Im Aufsichtsrat der IBA Hamburg sitzen Vertreter der Hamburger Verwaltung. Der Sitz ist weiterhin das schwimmende Bürogebäude IBA DOCK im Müggenburger Zollhafen im Stadtteil Veddel.

Ganzheitliche QuartiersentwicklungBearbeiten

Bei der IBA Hamburg wird nach eigenen Angaben viel Wert auf vernetztes Denken und Arbeiten gelegt.[3] Zur ganzheitlichen Quartiersentwicklung zählt auch die Qualitätssicherung in allen Phasen der Projektentwicklung. Zudem sind Querschnittsthemen wie Klima und Energie sowie Kommunikation und Marketing von Beginn an einbezogen. Mit dem Ziel, lebenswerte und stabile Quartiere zu realisieren, begleitet die IBA Hamburg frühzeitig den gesamten Prozess der Entwicklung mit vielfältigen Formaten der Bürger- und Stakeholderbeteiligung. Die IBA Hamburg strebt einen engen Austausch mit der Politik und den städtischen Gremien an und ist Teilnehmer diverser Steuerungsrunden. Dies schafft Synergien und ein klares Ziel für alle Beteiligten. Dabei moderiert die Gesellschaft erfolgreich komplexe Planungsprozesse mit vielfältigen Zielkonflikten. Das Ziel ist, eine offene und gemischte Stadt in der Stadt zu bauen bzw. weiter zu bauen und dabei Maßstäbe in der Stadtentwicklung und im Stadtumbau zu setzen. Zur Quartiersentwicklung gehören neben Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen, die Bereitstellung von zukunftsfähigen Arbeitsstätten, vielfältigen Bildungs- und Freizeitangeboten und attraktiven Grünräumen. Lebendige Nachbarschaften, Nachhaltigkeit und energetische wie architektonische Qualität sowie überzeugende Mobilitätskonzepte sind Ziel der Planungen. 

Die bereits durch die Internationale Bauausstellung IBA Hamburg angestoßenen positiven Entwicklungen sollen fortgeführt werden.

Schwerpunktgebiete Wilhelmsburg, Neugraben-Fischbek, OberbillwerderBearbeiten

Die Projektgebiete der IBA Hamburg lassen sich in drei geografische Schwerpunktareale einteilen. In Wilhelmsburg setzt die Gesellschaft die von der Internationalen Bauausstellung begonnene Stadtentwicklung weiter fort. Nach Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße im Oktober 2019 werden hier die großen Quartiere Wilhelmsburger Rathausviertel, Elbinselquartier und Spreehafenviertel entstehen. Die städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbe sind bereits entschieden. Weiterhin ist die IBA Hamburg mit der Entwicklung des Inselparkquartiers sowie zweier Areale in Georgswerder beauftragt.

In Neugraben-Fischbek entwickelt die IBA Hamburg unter der Dachmarke „Naturverbunden Wohnen“ drei familienfreundliche Wohn- und Arbeitsquartiere: im Vogelkamp Neugraben, Fischbeker Heidbrook und in den Fischbeker Reethen entstehen rund 5.000 neue Wohneinheiten in Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern. In den Quartieren gibt es außerdem neue Kitas und Spielplätze, zusätzliche Angebote für Sport und Bewegung, neue Parks und Plätze sowie kleine und größere Gewerbeflächen.

In Oberbillwerder im Bezirk Hamburg Bergedorf entwickelt die IBA Hamburg auf 124 Hektar einen neuen Stadtteil. Dieser wird als Modellstadtteil „Active City“ entwickelt und soll entscheidend durch die Themen Gesundheit, Ernährung und Sport geprägt werden. Insgesamt sollen hier bis zu 7.000 neue Wohnungen, bis zu 5.000 neue Arbeitsplätze, zahlreiche neue Kitas und soziale Einrichtungen sowie viele Angebote für Sport und Bewegung im öffentlichen Raum entstehen.[4]

Geschichte Internationale Bauausstellung HamburgBearbeiten

Als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Freien und Hansestadt Hamburg war die IBA Hamburg war von 2006 bis zum Präsentationsjahr 2013 verantwortlich für die Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung der Internationale Bauausstellung IBA Hamburg. Hier widmete sie sich mit dem Motto „Entwürfe für die Zukunft der Metropole“ nach eigenen Angaben der „europäischen Metropole im 21. Jahrhundert“ und stellte sich den im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg konzentrierten, städtebaulichen und stadtpolitischen Herausforderungen. Mit baulichen, sozialen und kulturellen Projekten wollte sie zeigen, „wie die Metropole von morgen auf die Herausforderungen von Globalisierung, Polarisierung und Klimawandel reagieren kann“.[5]

Finanziert wurde das Vorhaben mit rund 90 Millionen Euro aus Sonderinvestitionsprogrammen der Freien und Hansestadt Hamburg. Investiert wurden in den Jahren von 2007 bis 2013 rund 1 Milliarde Euro, davon ein Drittel aus öffentlichen Mitteln und zwei Drittel von privater Seite. Mehr als 420.000 Menschen besuchten allein im Präsentationsjahr 2013 die 70 Projekte der IBA.[6]

Anlass für die IBA Hamburg war der 2004 vorgestellte Sprung über die Elbe, ein Leitprojekt der Strategie der „Wachsenden Stadt“, mit der sich Hamburg dem Wettbewerb um Einwohner und Investitionen stellen wollte. Dieser „Sprung über die Elbe“ rückte die zentral gelegenen, aber lange vernachlässigten Stadtteile im Hamburger Süden in den Fokus der Stadtentwicklung, allen voran Wilhelmsburg, die Veddel und den Harburger Binnenhafen. Die ersten beiden, auch als „Elbinseln“ bezeichneten Stadtteile, bieten Möglichkeiten, neue „Stadt in der Stadt“ zu bauen – ein Ziel, das auch Kernpunkt des aktuellen Leitbildentwurfs zur Hamburger Stadtentwicklung ist.

2007 begann die IBA Hamburg mit einem breit angelegten Auftaktjahr, aus dem beispielsweise auch der seitdem jährlich stattfindende „Elbinsel Sommer“ hervorgegangen ist.

Im Oktober 2010 fand die Zwischenpräsentation der damals im Bau und in Planung befindlichen 50 Projekte statt.[7] Die Maßnahmen reichten von einzelnen Bauwerken über ganze Quartiere bis hin zu stadtteilübergreifenden politischen, kulturellen und sozialen Programmen. 2013 fand das abschließende Präsentationsjahr der IBA Hamburg mit insgesamt 70 Projekten statt. Einige der Projekte waren dabei noch nicht vollständig fertiggestellt, andere langfristig angelegt – etwa das „Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg“.

Eine enge Kooperation und organisatorische Vernetzung bestand zwischen der IBA Hamburg und der Internationalen Gartenschau Hamburg (IGS 2013), die ebenfalls 2013 auf den Elbinseln stattfand und mit ihrem „Volkspark neuen Typs“ den Stadtteil bereichern sollte.

Im Dezember 2014 verkündete die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), dass die Arbeit der IBA Hamburg GmbH fortgesetzt wird. Die städtische Gesellschaft wurde vom Hamburger Senat als Projektentwickler von mehreren Arealen im Hamburger Süden beauftragt. Neben Projektgebieten in Wilhelmsburg ist die IBA Hamburg auch für die Entwicklung der zwei Wohngebiete Vogelkamp Neugraben und Fischbeker Heidbrook im Stadtteil Hamburg-Neugraben-Fischbek verantwortlich.[8]

LeitthemenBearbeiten

Die IBA Hamburg widmet sich den Fragen, die nach eigener Auskunft für die „Zukunft der Metropolen“ entscheidend sind:

  • Wie kann das Zusammenleben in einer immer internationaler werdenden Stadtgesellschaft organisiert werden?
  • Wie können räumliche und soziale Barrieren in Metropolen überwunden werden und neue Quartiere auch an Orten entstehen, die zum Wohnen bislang ungeeignet schienen?
  • Wie können die Metropolen unabhängiger von fossilen Energien werden? Und wie können sie sich den Folgen des Klimawandels wappnen?

Zu Beginn des IBA-Prozesses wurden diese Fragen durch die IBA Hamburg zu drei Leitthemen verdichtet, die im Mittelpunkt der Planungen, Prozesse und Dialoge stehen:

  • Kosmopolis – Aus Vielfalt Stärke machen: Auf der soziokulturellen Ebene soll die IBA Hamburg zeigen, welchen Gewinn die internationale Stadtgesellschaft – die Kosmopolis – für eine Metropole bedeuten kann, wenn nach neuen Wegen des Zusammenlebens gesucht wird.
  • Metrozonen – Neue Stadt in der Stadt: Auf der Ebene des Städtebaus soll die IBA Hamburg zeigen, wie sich die „inneren Stadtränder“, die Zonen der Infrastrukturen und Industrieareale, zu attraktiven Orten entwickeln können.
  • Stadt im Klimawandel – Wachstum im Einklang mit der Umwelt: Hier soll gezeigt werden, wie eine Metropole wachsen kann, ohne dabei die Umwelt und das Klima zusätzlich zu belasten. Und sie soll zeigen, mit welchen neuen Lösungen eine Stadt am Wasser den Folgen des Klimawandels begegnen kann.

ProjekteBearbeiten

Projektideen für die Internationale Bauausstellung Hamburg wurden anhand von Qualitätskriterien geprüft und beurteilt, der „IBA-Exzellenz“, die das IBA-Kuratorium eigens entwickelt hat. Entscheidend sind Merkmale wie zum Beispiel das öffentliche Interesse, die Originalität, das Nutzungspotenzial, die Strukturwirksamkeit und die Präsentierbarkeit im Rahmen der IBA-Leitthemen. In vielen Fällen entschied eine Jury über die Anerkennung eines Projektes als IBA-Projekt. Auch das IBA-Kuratorium wurde in die Projektbewertung mit einbezogen.

Beispielhafte Projekte der IBA Hamburg sind laut eigener Aussage:

Bildungszentrum Tor zur WeltBearbeiten

In der Mitte Wilhelmsburgs entstand das Bildungszentrum „Tor zur Welt“, eine lernende Stadt in der Stadt. Sie besteht aus fünf zentralen Grundbausteinen: dem School & Business Center, dem Umwelt & Science Center und einem Multifunktionsgebäude mit Veranstaltungssaal, Elterncafé, Elternschule und mannigfaltigen Beratungsstellen. Darüber hinaus wird sich die Sprachheilschule Wilhelmsburg diversen Aspekten der Sprachförderung widmen. Die neue Elbinselschule reiht sich mit einem reformpädagogischen Konzept in das Bildungszentrum ein, das Bildungsangebote über die schulische Bildung hinaus bereitstellt und ein soziales Zentrum für den Stadtteil schafft.

WeltquartierBearbeiten

Unter dem Motto „Bewohner gestalten ihr Quartier“ wurde eine sanierungsbedürftige Siedlung an der Weimarer Straße im südlichen Reiherstiegviertel zum Weltquartier umgebaut; ein Modellprojekt für interkulturelles Wohnen mit Umbaumaßnahmen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der internationalen Bewohnerschaft gerecht werden. Ein neuartiges Beteiligungsverfahren versuchte die Berücksichtigung der zum Teil sehr verschiedenen Interessen zu gewährleisten. Dass dies nicht immer gelungen ist zeigt zum Beispiel der Protest bei der Eröffnung der „Infosäule Weltquartier“.[9] Das Anfang 2015 fertiggestellte Weltquartier hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den renommierten Deutschen Städtebaupreis.

EnergiebunkerBearbeiten

 
Energiebunker der IBA mit Photovoltaikanlage auf dem Dach und Solarthermieanlage an der Südseite

Der ehemalige Flakturm VI in Wilhelmsburg sollte ein Symbol des Klimaschutzkonzeptes „Erneuerbares Wilhelmsburg“ werden. Das seit Kriegsende ungenutzte Monument ist mit einem Biomasse-Blockheizkraftwerk, einem Wasserspeicher sowie einer Solarthermieanlage ausgestattet worden, die Warmwasser und Heizwärme für die Wohnungen des Weltquartiers erzeugen.

Energieberg GeorgswerderBearbeiten

 
Energieberg IBA mit Horizontweg und Windgenerator

Der Deponiehügel Georgswerder wurde im Rahmen der IBA zu einem regenerativen Energieberg umgestaltet. Durch Windkraft, Sonnenenergie, Deponiegase, Biomasse und Geothermie soll er über 2000 Haushalte der Elbinsel mit Strom versorgen. Zudem wurde der Energieberg als Aussichtspunkt öffentlich zugänglich gemacht. Eine von der Stadtreinigung Hamburg betriebene Ausstellung informiert über die Geschichte des Berges.

Wilhelmsburg MitteBearbeiten

Vorher durchtrennt von Verkehrsschneisen, konnte die IBA in Wilhelmsburg neue Brücken schlagen und das Zentrum der Elbinseln durch zahlreiche Projekte zum erlebbaren Stadtraum machen: Moderne Arbeitsstätten, innovative Wohngebäude, Sportstätten und ein Neubau für die Stadtentwicklungsbehörde stehen heute im ehemaligen Niemandsland. Völlig neuartige Bau- und Wohnungstypen, Materialien, Energiekonzepte und architektonische Formen, bilden mit der Bauausstellung in der Bauausstellung in Wilhelmsburg Mitte ein "Schaufenster" und erlauben einen Blick in die Zukunft des Bauens und Wohnens.  Als gebaute Fallstudien, sogenannte "Case Studies", sollten sie noch lange nach ihrer Fertigstellung als Anschauungs- und Diskussionsobjekt dienen und neue Arten des Bauens begründen.

IBA DOCKBearbeiten

 
Das IBA Dock im Müggenburger Zollhafen

In Vorbereitung auf die Internationale Bauausstellung in Hamburg wurde im Müggendorfer Zollhafen das von Hanfried Slawik entwickelte IBA Dock als Containergebäude errichtet, Deutschlands größtes schwimmendes Bürogebäude.[10] Die Mitarbeiter der IBA Hamburg GmbH bezogen ihre Büros im Januar 2010. Das Besucherzentrum mit Ausstellung wurde am 6. Mai 2010 vom damaligen Ersten Bürgermeister Ole von Beust eröffnet. Anwohnerinnen und Anwohner protestierten mit mehreren Aktionen an und auf dem Wasser gegen die Pläne der IBA und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in ganz Hamburg.

Auf einem etwa 1000 Quadratmeter großen Beton-Ponton wurde das Gebäude in Modulbauweise mit seewasserfesten und witterungsbeständigen Faserzementtafeln in Anthrazit, Gelbgrün, Weiß und IBA-Blau errichtet. Diese leisten als vorgehängte hinterlüftete Fassade ihren Beitrag zu dem innovativen Energiesparkonzept.

Schauplatz ElbinselnBearbeiten

Die Elbinseln, Schauplatz der Internationalen Bauausstellung, liegen inmitten der Freien und Hansestadt Hamburg, von der Innenstadt und der HafenCity durch die Norderelbe getrennt. Wilhelmsburg wird außerdem im Süden durch die Süderelbe und im Westen durch den Köhlbrand begrenzt. Etwa 55.000 Menschen aus rund 40 Nationen leben auf diesen 52 Quadratkilometern, vor allem in den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel.

Ihre besondere Geographie und die einzigartige Mischung von Kulturen, von Wohn-, Wirtschafts- und Hafennutzung, von Marsch, Deichen und Wasser formen hier einen einmaligen urbanen Lebensraum. Die IBA Hamburg hat diesen besonderen Metropolenraum mit seinen Gegensätzen, seinen Möglichkeiten, Problemen und Konflikträumen als Präsentationsgebiet gewählt, weil sich hier die Probleme und Chancen der Metropolen so konzentriert wie sonst kaum zeigen.

IBA-Konvention und DialogformateBearbeiten

Um den modellhaften Charakter einer Bauausstellung zu wahren und beispielhafte Antworten auf aktuelle Fragen der Stadtentwicklung geben zu können, plante die IBA Hamburg laut eigener Aussage möglichst viele zur Verfügung stehende Kräfte der Hansestadt zu mobilisieren. So wollte sie in Hamburg insbesondere auf eine offene Beteiligungs- und Dialogstruktur setzen: Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Kultur und Bürger sind deshalb auf unterschiedliche Art als Partner am IBA-Prozess beteiligt. So einigten sich zu Beginn der IBA die wichtigen Akteure der Stadt in der „IBA-Konvention“ auf die wesentlichen Ziele der Bauausstellung. Mehr als 50 Unternehmen und Institutionen aus allen Bereichen der Gesellschaft unterschrieben die IBA Konvention im Mai 2007 und verpflichteten sich damit zur Zusammenarbeit.

Unterschiedliche Dialogformate sollen das bürgerliche Engagement aktivieren und Möglichkeiten für die Beteiligung gewährleisten.

  • Beteiligungsgremium: Anknüpfend an die langjährige Tradition von Beteiligungsprozessen auf den Elbinseln hat die IBA ein eigenes Gremium für die Bürgerbeteiligung geschaffen: Das Beteiligungsgremium mit 24 Bürgern und sieben Politikern aus dem IBA-Präsentationsgebiet begleitete aktiv den Planungs- und Realisierungsprozess von IBA und Internationaler Gartenschau und ergänzt die bestehenden Sanierungs- und Stadtteilbeiräte auf den Elbinseln.
  • Bürgerdialoge: im Zentrum der Elbinseln finden im Bürgerhaus Wilhelmsburg mehrmals jährlich offene Bürgerdialoge statt. Sie sind Forum und Werkstatt für die Bürger, die hier die Gelegenheit zum regelmäßigen Austausch über Ziele, Vorhaben und den Stand der Projekte der IBA Hamburg erhalten.
  • IBA-Labore und -Foren: Auf den Elbinseln finden regelmäßig Fachveranstaltungen und Workshops, Expertenrunden und Kongresse statt: Die IBA-Labore vertiefen Einzelaspekte und Fachthemen, während die IBA-Foren in größerem Rahmen übergreifende Aspekte der Stadtentwicklung thematisieren. Führende Wissenschaftler und internationale Experten kommen nach Hamburg, tauschen sich aus und stellen sich dem Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern. Im Zentrum aller Veranstaltungen, Workshops und Debatten steht dabei immer die Frage, wie die Menschen ihr Zusammenleben, Wohnen und Arbeiten in der Metropole der Zukunft gestalten können.

KritikBearbeiten

 
Protestaktion

Durch die Aufwertung der jahrzehntelang baulich vernachlässigten und teilweise von Armut geprägten Stadtteile sehen Anwohner die Gefahr, im Zuge eines Gentrifizierungsprozesses vertrieben zu werden. Zahlreiche Bürgerveranstaltungen und Dialogformate trugen aber dazu bei, Vertrauen aufzubauen und nicht gegeneinander, sondern miteinander zu planen. Die meisten Projekte der Internationalen Bauausstellung sind heute in Wilhelmsburg fest verankert und werden von der Bevölkerung und den Bewohnern gut angenommen. „Wohnen heißt Bleiben!“ und „Aufwerten ohne Verdrängung“[11] zählen bis heute zu den grundlegenden Maximen der IBA Hamburg.

LiteraturBearbeiten

  • Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU): "Unternehmen Wilhelmsburg. Stadtentwicklung im Zeichen von IBA und igs" Assoziation A, Hamburg 2013 ISBN 978-3-86241-426-0.
  • Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU): Alles, alles verkehrt. Wie das Stadtentwicklungsinstrument "Internationale Bauausstellung" Wilhelmsburg und die Veddel verwertbar aufbereiten soll und was das für die BewohnerInnen bedeutet Hamburg 2011. (online (PDF 5,7 MB)), abgerufen am 1. Dezember 2012.
  • Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU): Die Insel denen die darauf wohnen! Momentaufnahme einer unsozialen Wohnungs- und Aufwertungspolitik. Hamburg 2009. (online (PDF 3,3MB)), abgerufen am 1. Dezember 2012.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 1: Metropole: Reflexion. JOVIS Verlag, Berlin 2007. ISBN 978-3-939633-90-7.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 2: Metropole: Ressourcen. JOVIS Verlag, Berlin 2008. ISBN 978-3-939633-91-4.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 3: Metropole: Bilden. JOVIS Verlag, Berlin 2009. ISBN 978-3-86859-070-8.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 4: Metropole: Metrozonen. JOVIS Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-86859-071-5.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 5: Metropole: Kosmopolis. JOVIS Verlag, Berlin 2011. ISBN 978-3-86859-075-3.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 6: Metropole: Zivilgesellschaft. JOVIS Verlag, Berlin 2012. ISBN 978-3-86859-220-7.
  • IBA Hamburg: Entwürfe für die Zukunft der Metropole. Band 7: Metropole: Stadt Neu Bauen JOVIS Verlag Berlin, 2013. ISBN 978-3-86859-221-4.
  • IBA Hamburg: IBA Hamburg: Projekte und Konzepte, Katalog der Zwischenpräsentation 2010. JOVIS Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-86859-072-2.
  • IBA Hamburg: Kreativität trifft Stadt – Zum Verhältnis von Kunst, Kultur und Stadtentwicklung. JOVIS Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-86859-095-1.
  • IBA Hamburg: Energieatlas – Zukunftskonzept Erneuerbares Wilhelmsburg. JOVIS Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-86859-076-0.
  • IBA Hamburg: Wege zur neuen Stadt – Ein Reiseführer zu den Elbinseln und den Projekten der IBA Hamburg. Klartext Verlag, Essen 2012. ISBN 978-3-8375-0816-1.
  • IBA Hamburg: Stadt in der Stadt bauen. JOVIS Verlag, Berlin 2014. ISBN 978-3-86859-285-6.
  • IBA Hamburg; Umweltbundesamt; TU Darmstadt: Energieatlas Werkbericht 1 – Zukunftskonzept Erneuerbares Wilhelmsburg. JOVIS Verlag, Berlin 2015. ISBN 978-3-86859-285-6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pressemitteilung, Erfolgreiche Arbeit der IBA wird in Wilhelmsburg fortgesetzt, 9. Dezember 2014, Zugriff am 18. September 2018
  2. Pressemitteilung, Karen Pein ist neue Geschäftsführerin der IBA Hamburg GmbH, 1. Juni 2015, Zugriff am 18. September 2018
  3. IBA Hamburg GmbH: Building the City anew. Stadt neu Bauen. Unternehmensportrait. IBA Hamburg GmbH. IBA Hamburg GmbH, 2017, abgerufen am 22. Oktober 2018.
  4. IBA Hamburg GmbH: The Connected City. Masterplan Oberbillwerder. IBA Hamburg GmbH, Januar 2019, abgerufen am 4. Mai 2019.
  5. Deutschlandfunk: Schwerpunktthema: Planung für die Zukunft. 29. August 2013, abgerufen am 18. Juni 2019.
  6. IBA Hamburg GmbH: Die IBA geht – ihre Projekte bleiben. 1. November 2013, abgerufen am 18. Juni 2019.
  7. hamburg1.de: Halbzeitbilanz bei der IBA@1@2Vorlage:Toter Link/www.hamburg1.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., 26. Oktober 2010. Zugriff am 28. Januar 2011.
  8. Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt: Erfolgreiche Arbeit der IBA wird in Wilhelmsburg fortgesetzt, 9. Dezember 2014. Zugriff am 7. April 2015.
  9. Flugblatt der Proteste gegen die Eröffnung der Infosäule Weltquartier Homepage
  10. Hanfried Slawik: Schwimmende Häuser in Deutsche Bauzeitung vom 30. Dezember 2010
  11. IBA Hamburg GmbH: IBA Hamburg – Sieben Jahre auf der Insel. Abgerufen am 24. Oktober 2018.