Horace Tapscott

US-amerikanischer Jazzmusiker

Horace Elva Tapscott, (* 6. April 1934 in Houston, Texas; † 27. Februar 1999 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Jazzpianist und -komponist.

Leben und WirkenBearbeiten

Als Sohn der Jazzpianistin Mary Lou Malone lernte er mit 6 Jahren bei seiner Mutter Piano. Zwei Jahre später kam die Posaune hinzu. Mit seiner Familie zog er 1943 nach Fresno und schließlich nach Los Angeles, wo er zunächst in der High School Posaune studierte. Dort spielte er dann – gemeinsam mit Eric Dolphy und Frank Morgan – in den Bands von Dexter Gordon, Wardell Gray und Gerald Wilson. Während seiner Militärzeit 1953 bis 1957 spielte er in einem Army-Orchester in Wyoming Posaune und Baritonsaxophon. Von 1959 bis 1961 war er als Posaunist bei Lionel Hampton beschäftigt, konzentrierte sich aber aufgrund der Folgeprobleme eines schweren Autounfalls schließlich auf das Klavier. Ende 1961 gründete er in Los Angeles das Pan-African Peoples Arkestra, ein Ensemble von bis zu 35 Musikern, mit dem er Avantgarde Jazz spielte und zu dem zeitweise auch Red Callender gehörte. Das Orchester bestand unter verändertem Namen bis in die 1990er Jahre. 1963 nahm er mit Lou Blackburn auf; auch arrangierte er zwei Alben für die damalige Sängerin (und spätere Black-Panther-Aktivistin) Elaine Brown und leitete die Aufnahmen.

Der Saxophonist Sonny Criss nahm seine Kompositionen auf der Platte „Sonny’s Dream“ (1968) auf. 1969 nahm Tapscott ein Quintett mit Arthur Blythe auf, ab 1977 spielte er für Nimbus Platten ein, 1979 ein Trio mit Roy Haynes und Art Davis, später auch ein Quartett mit John Carter, Cecil McBee und Andrew Cyrille. Tapscotts eigenwilliger Musik wird erst seit den 1990er Jahren eine überregionale Anerkennung zuteil, die sich auch in Tourneen durch die USA und Europa und Aufnahmen mit europäischen Musikern wie Nelly Pouget und Michel Godard zeigte. 2020 erschien aus dem Nachlass das 1976 entstandene Album Ancestral Echoes: The Covina Sessions, 1976, gefolgt von Legacy for Our Grandchildren: Live In Hollywood, 1995 (2022).

LiteraturBearbeiten

  • Steven L. Isoardi The Dark Tree: Jazz and the Community Arts in Los Angeles, University of California Press, 2006

WeblinksBearbeiten