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Hesperbach

Nebengewässer der Ruhr in Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Hesperbach
Natürlicher Verlauf der Hesper

Natürlicher Verlauf der Hesper

Daten
Gewässerkennzahl DE: 276972
Lage Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Flusssystem Ruhr
Abfluss über Ruhr → Rhein → Nordsee
Quelle Röttgen, Velbert
51° 20′ 38″ N, 7° 3′ 35″ O
Quellhöhe 230 m[1] NN
Mündung Bei Haus Scheppen in die RuhrKoordinaten: 51° 23′ 51″ N, 7° 2′ 58″ O
51° 23′ 51″ N, 7° 2′ 58″ O
Mündungshöhe 70 m ü. NN[1]
Höhenunterschied 160 m
Sohlgefälle 21 ‰
Länge 7,7 km[2]
Einzugsgebiet 17,89 km²[2]
Abfluss am Pegel Essen-Pörtingsiepen, ehemals Essen-Hespertal[3]
Lage: 180 km oberhalb der Mündung
NNQ
MNQ 1989/2009
MQ 1989/2009
MHQ 1989/2009
HHQ
9 l/s
,033dep1
271 l/s
5,44 m³/s
15,2 m³/s
Großstädte Essen
Mittelstädte Velbert
Kiesbänke

Der Hesperbach ist ein geografisch linksseitiger Nebenfluss der Ruhr in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

GeographieBearbeiten

Der Hesperbach entspringt etwa 230 Meter über dem Meeresspiegel im nördlichen Velberter Stadtgebiet im Stadtteil Langenhorst. Nach einer Strecke von 7,7 Kilometern mündet er bei Haus Scheppen, im Essener Stadtteil Fischlaken, in die Ruhr. Nach seiner Quelle am Rande einer Mülldeponie in Velbert passiert der junge Bach einige Höfe, bis er zu drei größeren Regenwasserrückhaltebecken gelangt. Kurz darauf vereinigt er sich mit einigen Nebengewässern und fließt weiter nordwärts, um sich hier mit den größten Nebenbächen zu vereinigen. Nun passiert der Bach die Stadtgrenze Essens wo er seinen Mittellauf erreicht. Durch die Zuflüsse ist der Hesperbach hier stark verbreitert und gesäubert. Durch das weitgehend naturbelassene Bachbett seines Mittellaufs weist er hier viele Charakteristika eines Mittelgebirgsbaches auf, so auch ein Vorkommen des Eisvogels und der Wasseramsel. Nachdem er die Wälder hinter sich lässt, fließt der Bach erneut an einigen Höfen und denkmalgeschützten Fabriken vorbei. Diese bieten ein Zeugnis der niederbergischen Kleinindustrie. Nun geht der Bach in den Unterlauf über und umfließt einige Gaststätten und Restaurants, um erneut in Wälder einzutauchen. Nach einigen Kilometern lässt er die sumpfigen Wälder seines Unterlaufs hinter sich und durchfließt das Gelände der ehemaligen Zeche Pörtingsiepen. Bis zur Mündung bei Haus Scheppen in die Ruhr, beziehungsweise den Baldeneysee, verlief die Hespertalbahn ab der ehemaligen Zeche am östlichen Ufer des Baches. Dieser Streckenabschnitt wurde 1973 geschlossen und ist heute als Wanderweg ausgebaut.

EtymologieBearbeiten

Leithäuser bestätigt eine Annahme Förstermanns, dass der Name Hesperbach Waldbach bedeutet. Die frühesten urkundlichen Erwähnungen des Bachs waren hesepe (827) und hesapa (841). In diesen frühen Namen findet sich das altgermanische -apa (= Wasser, Bach) wieder, wie es vielfach in abgeleiteten Formen in den Gewässernamen der Region zu finden ist. Das altgermanische Wortstamm Hês bedeutet Wald, Hesapa, Hesper also Waldbach. Hesper-Bach stellt mit seinem Suffix Bach eine spätere Doppelform dar, da alleine schon Hesper die Bedeutung Waldbach besitzt.[4]

WasserkraftBearbeiten

Seit Jahrhunderten wurden an der Hesper zahlreiche Mühlen und Hammerwerke betrieben. Die Hesper gilt als einer der ältesten Industriebäche Deutschlands. Ihre Umgebung war einer der frühesten Abbaugebiete der Ruhrkohle.

NaturBearbeiten

Am Mittel- und Unterlauf des Hesperbaches befinden sich zahlreiche Wälder und Wiesen, die zum großen Teil als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind, in dem auch seltenere Arten wie Eisvogel, Wasseramsel oder Weinbergschnecke vorkommen. Der mit Wanderwegen versehene Unterlauf dient als Naherholungsgebiet.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b TIM-online NRW - Topographisches Informationsmanagement, abgerufen am 3. Dezember 2011
  2. a b Gewaesserverzeichnis NRW (MS Excel; 4,8 MB), abgerufen am 2. Dezember 2011
  3. Landesbetrieb Information und Technik NRW@1@2Vorlage:Toter Link/www.elwasims.nrw.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 2. Dezember 2011
  4. Julius Leithäuser: Ortsnamen im Wuppergebiete. Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, Band 34, 1898