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Stadl (Adelsgeschlecht)

Adelsgeschlecht
(Weitergeleitet von Herren von Stadl)
Stammwappen derer von Stadl bzw. der Stadler

Stadl (auch Herren von Stadl, Stadler, Stadel, später von und zu Stadel-Kornberg) war der Name eines uralten Adelsgeschlecht aus der Steiermark, das auch zum landständischen Adel in Niederösterreich gehörte und in der Stammlinie im 19. Jh. erloschen ist.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Ursprung und BesitztümerBearbeiten

Die Familie wurde erstmals 1180 mit Hugo von Stadl erwähnt. Sie waren Ritter und ursprünglich Ministerialen der Herren von Wildon sowie derer von Stubenberg (Adelsgeschlecht). Vor 1265 errichteten sie in Österreich ihre Stammburg Stadl, später Schloss Stadl an der Raab im Ortsteil Stadl der Gemeinde Mitterdorf an der Raab in der östlichen Steiermark.

Die Familie war in der Steiermark begütert und gelangte durch die Erbschaft der österreichischen Uradelsfamilie Graben von Stein in den Besitz von Kornberg bei Riegersburg mit Schloss Kornberg (1564–1825) sowie der Herrschaft Marburg samt Amt und Schloss Marburg in der Gemeinde Marburg an der Drau (1564 bis ca. 1620) (Maribor, historisch z. T. Marchburg) im Nordosten Sloweniens. Darüber hinaus erhielten sie die Besitztümer Obermarburg, Rohrbach an der Lafnitz, Grabenhofen mit Schloss Alt-Grabenhofen, Liechtenberg und Krottenhofen. 1620 veräußerten sie Obermarburg an die Grafen Zwickl genannt Khiesl, und 1825 Kornberg an die Fürsten von Liechtenstein. Ihre politische Hochblüte hatte die zunächst in den Freiherrenstand, später Reichsgrafenstand[1] erhobene Familie im 16. und 17. Jahrhundert, wo sie unter anderem einige Militärs, Politiker und Landeshauptleute der Steiermark stellten. In weiterer Folge traten Familienmitglieder oftmals als Komture und Ritter des Deutschen Ordens und des Johanniterordens in Erscheinung.

Nobilitierung, dynastische Ehen und ErlöschenBearbeiten

Die Ritter von Stadl wurden 1597 in den Freiherrenstand mit dem Titel Freiherren von Stadl, sowie 1708 mit dem Titel von und zu Stadel-Kornberg in den Reichsgrafenstand erhoben.

Zu großem Reichtum und Ansehen gelangten die Stadler, als im Jahre 1539 Christoph Stadler (von Stadl) († 1552) die Edelfrau und Herrin von Kornberg, Anna von Graben († 1564), ehelichte. Sie war die Erbtochter der Kornberger Herren von Graben. In weiterer Folge bewilligte Kaiser Maximilian den Stadlern die Vereinigung ihres Wappens mit dem der Herren von Graben (das Grabnerische mit dem aufrechten Spaten). Die Stadl waren durch dynastische Ehen mit zahlreichen steirischen Adelsgeschlechtern verbunden, darunter sowohl die erwähnten Graben von Stein als auch die Familien Herberstein, Galler, Breuner, Kollonitz von Kollograd (Kollonitsch) und Attems.

Die Familie ist 1882 in männlicher Linie ausgestorben.

FamilienmitgliederBearbeiten

WappenBearbeiten

StammwappenBearbeiten

Blasonierung: Das Stammwappen der Stadler zeigt in schwarzem Schild drei rot gewandete Arme (mit geschlossener Hand, es gibt auch Varianten mit offener Hand), weißem vorstehendem Hemd (oder Umschlag) und seitlich vier (sieben) goldenen Schellen oder Knöpfen;[2] die Helmzier besteht aus zwei abgewinkelten Armen, die drei Straußenfedern (zwei schwarze, eine weiße) in die Höhe halten, die Helmdecken sind rot-schwarz.

FreiherrenwappenBearbeiten

Blasonierung: Das Freiherrnwappen ist geviert mit dem Stammwappen als Herzschild, daneben das Wappen der Herren von Graben (Spaten).

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genealogisches Taschenbuch der deutschen gräflichen Häuser: 1846. Perthes, 1846 (google.at [abgerufen am 15. März 2019]).
  2. ursprünglich soll das Wappen nur aus einem Arm bestanden haben, weil aber ein Stadler wie drei gegen die Türken gekämpft habe, wurde es auf drei Arme vermehrt. Ein Ritter von Stadl soll die Hand als Feigenhand dargestellt haben. (siehe Joseph Hammer von Purgstall: Die Gallerinn auf der Riegersburg, Teil 1, Darmstadt 1845. S. 19 f eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).