Hauptmenü öffnen

Die Hofschaft Herbringhausen ist ein kleiner Ortsteil im Wuppertaler Wohnquartier Herbringhausen im Stadtbezirk Langerfeld-Beyenburg, Bundesland Nordrhein-Westfalen. Er ist Namensgeber des Herbringhauser Bachs, der wiederum Namensgeber für die Herbringhauser Talsperre ist.

Herbringhausen
Stadt Wuppertal
Koordinaten: 51° 14′ 13″ N, 7° 15′ 48″ O
Höhe: 291 m ü. NHN
Herbringhausen (Wuppertal)
Herbringhausen

Lage von Herbringhausen in Wuppertal

Blick auf Herbringhausen
Blick auf Herbringhausen

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und GeschichteBearbeiten

 
Der Weiler Herbringhausen

Der etymologische Ursprung der alten Ortsbezeichnung Herbringhausen kommt von „Haribrehtinghuson“ (= „Haus der Sippe des Heribreht“), daraus wurde 1397 „Herbrechinchusen“ abgeleitet. Die Endung -inghausen lässt auf eine Besiedlung im 9./10. Jahrhundert durch die Borchter schließen, die an der mittleren Ruhr lebten und bis zu Karls Sachsenkriegen unter sächsischer Herrschaft standen.

Herbringhausen ist seit dem 14. Jahrhundert als Teil der Honschaft Garschagen beurkundet und gehörte zum Amt Beyenburg. 1457 wird der Ort als Teil des Hofverbands Mosblech als Allodialbesitz des Herzogs von Berg erwähnt.[1][2] Einzelne Güter des Wohnplatzes gehörten aber nicht der Honschaft, sondern verwaltungstechnisch der Außenbürgerschaft Lennep an.[3]

1815/16 lebten 167 Einwohner im Ort, 105 davon gehörten zur Honschaft Garschagen, 62 zur Außenbürgerschaft Lennep. 1832 war Herbringhausen weiterhin Teil der Honschaft Garschagen, die seit der Franzosenzeit der Bürgermeisterei Lüttringhausen angehörte, und der Außenbürgerschaft Lennep der Bürgermeisterei Lennep. Der laut der Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf als Dorfschaft bezeichnete Ort besaß zu dieser Zeit 25 Wohnhäuser (14 zur Honschaft und elf zur Außenbürgerschaft), 17 landwirtschaftliche Gebäude (neun und acht) und ein öffentliches Gebäude, die Schule. Zu dieser Zeit lebten 168 Einwohner im Ort (102 und 66), 19 katholischen und 149 evangelischen Glaubens.[4] Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland von 1888 werden 28 Wohnhäuser (18 zu Lüttringhausen und zehn zu Lennep) mit 188 Einwohnern (131 und 57) angegeben.[5]

1900 hatten sich auf Drängen des Bürgermeisters Richard Gertenbach die Bandwirker der Hofschaft zu einer Aktiengesellschaft zusammengeschlossen und ein gemeinsames Fabrikgebäude errichtet. Dieses Gebäude wurde bis 1975 benutzt und danach niedergelegt.[1]

Bis zur Gemeindereform 1929 gehörte Herbringhausen zur Stadt Lüttringhausen und wurde dann nach Wuppertal eingemeindet.

Die einklassige Volksschule von Herbringhausen, deren Ursprünge im 18. Jahrhundert liegen, wurde 1967 aufgelöst.[1] In Herbringhausen lebte lange Jahre der Heimatdichter Paul Figge, welcher Heimatspiele, Romane und lyrische Texte verfasste. Im Hauptberuf war er als Lehrer an der Herbringhauser Schule tätig.

Herbringhausen besaß schon immer mehrere Wirtschaften sowie zwei kleinere Einkaufsgeschäfte mit den ersten öffentlichen Fernsprechapparaten, die im Dorf häufig benutzt wurden. So musste der Besitzer der Fernsprecher auch öfters zu den Bauern auf das Feld fahren, um wichtige Mitteilungen zu überbringen. Nacheinander wurden die Wirtschaften und Geschäfte aufgegeben. Nach Erzählungen waren es um 1960 zehn Kneipen wie zum Beispiel die heute noch geöffnete Hastberger Mühle (auch Luckhauser Mühle oder Gerds Mühle).

Vereine und BrauchtumBearbeiten

 
Hahnenköppen 2012

Herbringhausen pflegt seit 1913 die Tradition des Hahnenköppens. Der Hahnenkönig wird im Rahmen des Oktoberfestes des Männergesangvereins "Niegedacht" Herbringhausen ermittelt, wobei es zahlreiche Bewerber gibt. Dies erfolgt unter zeitweisen Protesten des Tierschutzvereins nicht mit einer Attrappe, sondern mit einem echten, aber vorher geschlachteten, Hahn.[6]

Am 4. Juni 1899 wurde die Herbringhauser Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen und ist heute noch aktiv.[7] Der Löschzug Herbringhausen besteht zurzeit aus 21 aktiven Feuerwehrmitgliedern und seit dem 27. Januar 2018 unter der Leitung von Deniz Önler als Löschzugführer.[8]

Der Männergesangverein "Niegedacht" Herbringhausen besteht seit 1896 und macht in den letzten Jahren neben den zahlreichen Konzertauftritten insbesondere durch seine Karnevalsveranstaltungen von sich reden.

Ferner gibt es den Bürgerverein Herbringhausen, der sich um örtliche Belange kümmert.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Kadereit: Wo noch gebeiert, gehaspelt und gedengelt wird, ein historischer Bildband Lüttringhausen, RGA-Buchverlag, Remscheid 2009, ISBN 978-3-940491-07-7.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Wolfgang Stock: Wuppertaler Straßennamen. Ihre Herkunft und Bedeutung. Thales Verlag, Essen-Werden 2002, ISBN 3-88908-481-8
  2. Hermann Kießling: Höfe und Höfeverbände in Wuppertal. Bergisch-Märkischer Genealogischer Verlag, Wuppertal 1977.
  3. E. Erwin Stursberg, „Alt-Lüttringhausen“, Beiträge zur Geschichte Remscheids, Heft 6, Remscheid, 1950, S. 29f
  4. Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungsbezirks Düsseldorf, 1836
  5. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  6. Wuppertaler Rundschau vom 24. Oktober 2009
  7. http://www.herbringhausen.ff-wuppertal.de/index.php/der-loeschzug.html
  8. Stadt Wuppertal - LZ16 Herbringhausen. Abgerufen am 13. Februar 2018.