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Heiligenhäuschen in Haintchen, Taunus
Heiligenhäuschen in Köln-Porz-Elsdorf
Heiligenhäuschen in Arnsberg-Herdringen

Ein Heiligenhäuschen ist ein religiöses Kleinbauwerk zum Schutz einer darin aufgestellten Heiligenfigur oder eines Heiligenbildes. Die Häuschen stehen an Straßen und Wegen, in freier Landschaft oder mitten im Ort. Man findet sie häufig an Wallfahrts- und Prozessionswegen, regional werden sie auch Prozessionshäuschen, Altar- oder Andachtshäuschen[1] oder Kapellenbildstöcke genannt und zu den Bildstöcken gezählt.[2]

FunktionBearbeiten

Heiligenhäuschen waren immer ein Zeichen der Frömmigkeit und Orte der Besinnung. Bei Prozessionen konnten sie als Unterwegsstation zur Spendung des sakramentalen Segens dienen, bei Wallfahrten als Station. Sie wurden häufig nicht von der Allgemeinheit, sondern von einzelnen Familien gestiftet, die dadurch in der Öffentlichkeit ihren Glauben bekannten. Die Häuschen werden heutzutage von der Kirche, Vereinen und der öffentlichen Hand sowie durch Privatpersonen betreut, wozu oft die ständige Erneuerung von Blumenschmuck und Kerzenlichtern gehört.

ArchitekturBearbeiten

In den Häuschen befindet sich oft ein altarartig gemauerter Unterbau mit einem nischenartiger Oberbau, der das Bildnis eines Heiligen aufnimmt, das durch Gitterwerk geschützt ist. Der Abschluss ist dachartig. Größere Heiligenhäuschen sind auch begehbar und konnten als Schutzhütte zum Unterstellen bei Regen dienen, mitunter dienten auch angebaute Vordächer diesem Zweck. Manchmal, jedoch heute eher selten, sind Heiligenhäuschen mit einem Opferstock und einem Kerzenständer für Opferkerzen versehen.

GeschichteBearbeiten

Heiligenhäuschen lassen sich vom frühen 13. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert verfolgen. Die Bauwerke sind aus unterschiedlichen Motiven heraus entstanden. Neben der Verehrung der dargestellten Heiligen – häufig die Gottesmutter Maria – wurden sie früher errichtet, um an besondere Begebenheiten bzw. schlimme Ereignisse wie Unfälle oder Epidemien zu erinnern oder um Felder und Höfe zu schützen. Manche markieren besondere Punkte in der Landschaft, stellen die Erfüllung von Gelübden ex voto dar oder sind einfach ein Ausdruck des Glaubens. Mit vielen verbinden sich Sagen, die oft als „uralt“ gelten, in vielen Fällen aber tatsächlich nur bis in die Zeit der Romantik zurückverfolgt werden können.

Jüngere GeschichteBearbeiten

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Heiligenhäuschen aus Verkehrsgründen, bei Flurbereinigungsmaßnahmen oder dem großflächigen Abbau von Bodenschätzen (z. B. Braunkohle oder Bims) abgerissen. Manchmal wurden sie durch modern gestaltete Bauten ersetzt oder an anderer Stelle originalgetreu wiederaufgebaut. Aus Sicherheitsgründen (Diebstahlgefahr) mussten aber auch bei vielen original erhaltenen Heiligenhäuschen wertvolle Skulpturen oder Gemälde in besser gesicherte Kirchen oder Museen verbracht werden. Historisch bedeutende Heiligenhäuschen werden wegen ihrer kunst-, kultur- und heimatgeschichtlichen Bedeutung mittlerweile denkmalgeschützt.[3]

LiteraturBearbeiten

  • Hildegard Feltgen, Gerhard Feltgen: Zeugen am Wege. Heiligenhäuschen und Flurkreuze. Mercator-Verlag, Duisburg 1989, ISBN 3-87463-154-0.
  • Hatto Küffner, Edmund Spohr: Denkmäler in Düsseldorf. Band 1: Wegekreuze, Kapellen, Heiligenhäuschen. Kulturamt, Düsseldorf 1985.
  • W. Peters: Briloner Heiligenhäuschen. In: Heimwacht. Bd. 10, Nr. 1, 1928, ZDB-ID 208490-9, S. 16–18 Digitalisat (PDF; 13,68 MB).
  • Heinz Schüler: Wegekreuze und Heiligenhäuschen im Stadtkreis Koblenz. Görres, Koblenz 1977.
  • Reinhold Weber, Alfred Bruns: Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Schmallenberg. Band 2: Kirchen, Kapellen, Wegkreuze, Heiligenhäuschen und Bildstöcke. Westfälisches Schieferbergbau- und Heimatmuseum u. a., Schmallenberg-Holthausen u. a. 2002, ISBN 3-930264-42-0.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten