Haus Arafna

deutsche Band

Haus Arafna[1] ist eine deutsche Post-Industrial-Band (Eigenbezeichnung: „Angstpop“), die Anfang der 1990er Jahre von Karl Tockweller (weiteres Pseudonym: Tames Kadenbach)[2][3] und Isabelle Montess (weiteres Pseudonym: Calista Roemer)[4][5], die sich inzwischen „Mr. und Mrs. Arafna“[6][7] nennen, ins Leben gerufen wurde. Charakteristisch ist der Einsatz von Analogsynthesizern mit bedrohlichen Oszillatorschwingungen, Rauschrhythmen und Frequenzmodulationen. Oft wirken die Klangcollagen bizarr und verstörend, was von kreischendem und/oder gebrülltem „Gesang“ unterstrichen wird. Haus Arafna gewann im Laufe der Jahre über die Industrialszene hinaus auch unter Hörern von Electro, EBM oder Black Metal an Beliebtheit. Alle Werke sind auf dem 1993 gegründeten Braunschweiger Industriallabel Galakthorrö erschienen. Neben den unlimitierten CDs gibt es immer auch eine limitierte Vinylauflage.

StilBearbeiten

Haus Arafna beschreibt seinen Sound, v. a. bezogen auf den Tonträger Butterfly, wie folgt:

„oscillators instead of instruments; frequency modulation instead of notes; voltage control instead of computer control; abstraction instead of perfection; reduction instead of saturation; high density instead of high fidelity; energy instead of entertainment“

Entsprechend klingt die Musik: Synthetische Klänge auf das Wesentliche beschränkt, musikalische Wurzeln sind gleichermaßen in Minimalelektronik, EBM und im frühen Industrial à la SPK, Throbbing Gristle etc. zu erkennen.

TriviaBearbeiten

Dirk Manske schreibt in seinem Buch Hass. Ein Versuch., dass die Musik von Haus Arafna zum Teil „durchaus als alternative, d. h. nicht schriftliche Beschreibung von Hass verstanden werden kann“.[8]

November NöveletBearbeiten

Das Nebenprojekt der Haus-Arafna-Besetzung ist November Növelet. Im Gegensatz zum aggressiven Grundton von Haus Arafna ist die Musik von November Növelet eher ruhig und wirkt teilweise verträumt. Lieder wie Shouts of Joy werden oft bei Industrialveranstaltungen gespielt.

DiskografieBearbeiten

Haus ArafnaBearbeiten

EPsBearbeiten

  • 1993: Sex U Mas
  • 1998: The Last Dream of Jesus
  • 2000: Für immer
  • 2013: All I Can Give

AlbenBearbeiten

  • 1995: Blut / Trilogie des Blutes
  • 1998: Children of God
  • 2003: Butterfly
  • 2003: The Singles 1993–2000
  • 2006: Blut + Nachblutung (Wiederveröffentlichung des ersten Albums mit 3 Bonustracks)
  • 2010: You
  • 2011: New York Rhapsody
  • 2020: Asche

ZusammenstellungenBearbeiten

  • 1995: Take One – Get Two (mit Karl Runau)
  • 2004: Kosmoloko (mit Karl Runau, Maska Genetik, November Növelet und Subliminal)
  • 2012: Kosmoloko 2 (mit Hermann Kopp, Herz Jühning, November Növelet und Subliminal)

November NöveletBearbeiten

EPsBearbeiten

  • 1994: More Satanic Heroes
  • 2008: Sacred
  • 2012: Heart of Stone

AlbenBearbeiten

  • 1999: From Heaven on Earth
  • 2007: Magic
  • 2015: The World in Devotion

ZusammenstellungenBearbeiten

  • 2004: Kosmoloko (mit Haus Arafna, Karl Runau, Maska Genetik und Subliminal)
  • 2012: Kosmoloko 2 (mit Haus Arafna, Hermann Kopp, Herz Jühning und Subliminal)
  • 2016: Unintended by Nature

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zum Begriff „Haus Arafna“ vgl. Birgit Meineke: Die Ortsnamen der Stadt Bielefeld. In: Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2013 (= Westfälisches Ortsnamenbuch. Band 5), ISBN 978-3-89534-935-5, S. 127 und 231 (Digitalisat).
  2. Mr. Arafna in der GND
  3. Karl Tockweller auf discogs
  4. Mrs Arafna in der DNB
  5. Isabelle Montess auf discogs
  6. Michael We.: Für Immer Galakthorrö auf nonpop.de.
  7. Zaiman: Haus Arafna – You auf rezension.org, 31. Juli 2011.
  8. Dirk Manske: Hass. Ein Versuch. Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-631-61997-1, S. 130.