Hauptverbandplatz

Der Hauptverbandplatz war in der deutschen Armee ein vom Sanitätsdetachement eingerichteter Verbandplatz, sobald Zusammenstöße größerer Truppenverbände anstanden.

Der Ort für den Hauptverbandplatz wurde vom Divisionskommandeur oder dem Divisionsarzt bestimmt, der auch den Dienst auf dem Hauptverbandplatz leitete. Der Hauptverbandplatz sollte für die Verwundeten und Träger schnell erreichbar sein und sich möglichst außerhalb des unmittelbaren Kampffeuers befinden, wobei diese Forderung jedoch durch die erhöhte Schussweite der verwendeten Waffen mehr und mehr unerfüllbar wurde. Bei seiner Auswahl wurde die Nähe von Wasserstellen und genügend Raum sowie Verkehrsanbindungen für den Weitertransport von Verwundeten berücksichtigt. Die Sanitätskompanien der Divisionen des Heeres und der Waffen-SS sollten laut Vorschrift im Zweiten Weltkrieg etwa 6 bis 10 km hinter der Front einen Hauptverbandsplatz einrichten. Im Hauptverbandsplatz konnte eine ärztliche Versorgung des Verwundeten, wie größere Operationen durchgeführt werden. Vom Hauptverbandplatz wurden die Verwundeten entweder ins Feldlazarett oder in ein Reservelazarett im Hinterland gebracht.

Erhebliche Veränderungen der Truppenstellungen führten meist auch zu einer Verlegung des Hauptverbandplatzes. War auf dem ausgewählten Gelände kein geeignetes Gebäude vorhanden, wurde das vom Sanitätsdetachement mitgeführte Verbandzelt (Verbindezelt) aufgeschlagen. Bei Tage wurde der Hauptverbandplatz durch die Nationalflagge und eine weiße Fahne mit rotem Kreuz, nachts durch eine rote Laterne kenntlich gemacht.

HeuteBearbeiten

Die Sanitätstruppe der Bundeswehr richtet mit den Hauptverbandplatzzügen der Sanitätsregimenter im Verteidigungsfall Hauptverbandplätze (HVPl) als Sanitätseinrichtung des sogenannten Leistungsbereichs A in den rückwärtigen Räumen der Brigaden bzw. Divisionen ein. Dort findet die erste chirurgische Versorgung der Verwundeten im Gefecht statt. Als Sanitätseinrichtung wird der HVPl mit dem Schutzzeichen "Rotes Kreuz" kenntlich gemacht.

In den Auslandseinsätzen werden Hauptverbandplätze personell und materiell erheblich aufgestockt und als Rettungszentrum (RZ) betrieben.

LiteraturBearbeiten

  • Alex Buchner: Der Sanitätsdienst des Heeres 1939–1945. Organisation – Ausrüstung – Einsätze. Podzun-Pallas, Friedberg 1995. ISBN 978-3-7909-0554-0.
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