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Das Hartwell Paper plädiert für eine Neuausrichtung der Klimapolitik. Es wurde im Mai 2010 von der London School of Economics in Zusammenarbeit mit der University of Oxford veröffentlicht. Die Autoren sind 14 Natur- und Geisteswissenschaftler, darunter Mike Hulme, Reiner Grundmann, Roger A. Pielke (Jr) und Nico Stehr.

Das Hartwell House, in dem die Treffen stattfanden

In dem Papier wird argumentiert, dass eine „erfolgreiche Entkarbonisierung nur als ein Nebengewinn zu erreichen ist, der bei der Verfolgung anderer, politisch attraktiver und kompromisslos pragmatischer Ziele mit abfällt.“

Es betont die Menschenwürde als notwendigen Leitgedanken der Klimapolitik: "Eine Neuausrichtung der Klimaproblematik an der Menschenwürde ist nicht nur nobel oder notwendig. Sie dürfte auch wirkungsvoller sein als ein Ansatz bei den Umweltsünden der Menschen – der gescheitert ist und weiter scheitern wird."[1][2]

Drei Hauptziele werden aus der geforderten Neuausrichtung auf die Menschenwürde aufgestellt:

  1. Zugang zur Energie für alle
  2. Umweltfreundliche Energie
  3. Umgang mit Klimafolgen

Wichtigste Maßnahme sei „die Entwicklung einer CO2-freien Energieversorgung und zwar zu Kosten, die auch ohne Subventionen unter den Kosten einer auf fossilen Brennstoffen basierenden Energieversorgung liegen.“ [3][4][5]

RezeptionBearbeiten

Bill Hare kritisierte das Papier für den „fehlgeleiteten Ansatz“, politische Maßnahmen nicht direkt auf eine Reduktion von Treibhausgasen zu konzentrieren.[6] Laut Thomas Bernauer konstruiere das Papier „einen Gegensatz zwischen FCCC/Kyoto-Prozess und anderen Maßnahmen, den es schlicht nicht gibt.“ Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden von Bernauer als „völlig untauglich“ bezeichnet, denn es gebe kaum Anreize, diese umzusetzen.[7] Laut Adam Fischer werde entgegen dem eigenen Anspruch, eine pragmatische und umsetzbare Lösung des Klimaproblems aufzuzeigen, mit einer geringen Kohlenstoffsteuer ein Instrument mit nur geringen Erfolgsaussichten befürwortet. Durch die Ablehnung des internationalen klimapolitischen Prozesses werde laut Fischer der Klimaschutz verzögert.[8]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wissenschaftler mahnen radikale Änderungen in der Klimapolitik an.@1@2Vorlage:Toter Link/www.fona.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. BMBF, 12. Mai 2010
  2. Gwyn Prits: EU Climate Policy after the Crash of 09. (Memento vom 25. März 2014 im Internet Archive) The European Business Review, September 2010.
  3. Das Hartwell-Papier. London School of Economics, Mai 2010
  4. Oblique strategies. The Economist, 11. Mai 2010
  5. After the crash - a new direction for climate policy. BBC News, 11. Mai 2010
  6. Academics urge radical new approach to climate change, Richard Black, BBC, 11. Mai 2010
  7. «Hartwell Paper» – Zynisch oder gut gemeint? Thomas Bernauer, ETH-Klimablog, 24. Juni 2010
  8. When High Hopes Make Little Sense: Why the Hartwell Paper Fails to Deliver, Adam Fischer, Columbia University State of the Planet, 16. Jun i2010

WeblinksBearbeiten