Hans-Joachim Schulz

deutscher katholischer Priester, Liturgiewissenschaftler und Ostkirchenkundler

Hans-Joachim Schulz (* 18. Februar 1932 in Berlin) ist ein katholischer Priester, Liturgiewissenschaftler und Ostkirchenkundler.

LebenBearbeiten

Schulz studierte in Rom Theologie, empfing 1956 in Aachen die Priesterweihe, und ging im Anschluss nach Innsbruck, wo er als Schüler von Karl Rahner und Josef Andreas Jungmann im Jahr 1958 promovierte. Bis 1961 wirkte er sodann als Seelsorger im Bistum Aachen.

Seine Habilitation erfolgte 1964 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster für die Fächer Liturgiewissenschaft und Theologie der Ostkirchen. Danach lehrte Schulz an der Theologischen Hochschule in Königstein im Taunus und von 1968 bis 1978 als Professor für Liturgiewissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. 1978 übernahm er den Lehrstuhl für Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens an der Universität Würzburg.

Weiter engagierte er sich im Beirat des Johann-Adam-Möhler-Instituts in Paderborn und als Konsultor der Gesellschaft Pro Oriente in Wien.

SchwerpunkteBearbeiten

Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ist die Überlieferungsgeschichte, vor allem des Ostens, auf den Gebieten Liturgie und kirchliche Lehre.

MitgliedschaftenBearbeiten

Lange Jahre wirkte er zusätzlich als Mitglied in der Ökumene-Kommission und in der Katholisch-Orthodoxen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.

EhrungenBearbeiten

Für seine Arbeiten zur Geschichte der byzantinischen Liturgie verlieh ihm 1992 das Päpstliche Orientalische Institut in Rom die Ehrendoktorwürde.

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

BücherBearbeiten

  • Die byzantinische Liturgie. Glaubenszeugnis und Symbolgestalt. 3., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Paulinus, Trier 2000, ISBN 3-7902-1405-1
  • Die apostolische Herkunft der Evangelien. Zum Ursprung der Evangelienform in der urgemeindlichen Paschafeier (= Quaestiones disputatae; 145). Herder, Freiburg/Breisgau 1993, 3. Auflage (mit dem Untertitel) 1997.
  • Ökumenische Glaubenseinheit aus eucharistischer Überlieferung. Bonifatius, Paderborn 1976.
  • Bekenntnis statt Dogma. Kriterien der Verbindlichkeit kirchlicher Lehre. Herder, Freiburg i. Br. 1996.

AufsätzeBearbeiten

  • Das liturgisch-sakramental übertragene Hirtenamt in seiner eucharistischen selbstverwirklichung nach dem Zeugnis der liturgischen Überlieferung. In: P. Bläser: Amt und Eucharistie. Paderborn 1973, 208-255.
  • „Wandlung“ im ostkirchlich-liturgischen Verständnis. Eine Orientierung im Disput um Transsubstantiation und Transsignifikation. In: Catholica 40 (1986) 270–286.
  • Der sakramentale Charakter von Bischofsamt und Bischofsweihe. In: W. Nyssen (Hrsg.), Simandron. Der Wachklopfer. Gedenkschrift für Klaus Gamber. Köln 1989, 169-187.
  • Die Pneumatologie des hl. Basilius: Impuls zur Neubesinnung auf die hermeneutische Struktur der Theologie und der kirchlichen Lehrverkündigung als bekenntnis- und liturgiebezogene Schriftauslegung. In: The Christian East: Its Institutions & Its Thought. Papers of the Intern. Scholary Congress for the 75th Anniversary of the Pontifical Oriental Institute, Rome, 30 May - 5 June 1993 ed. by Robert F. Taft. Roma: Pont. Ist. Orientale 1996. (OCA 251) 543-564.

WeblinksBearbeiten