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Die Hüttig AG war ein Unternehmen in Dresden, das in der Rechtsform der Aktiengesellschaft von 1897 bis 1909 bestand und Kameras (Fotoapparate) baute. Es ging zurück auf eine 1872 in Berlin gegründete Kamerawerkstatt.

Inhaltsverzeichnis

Der Gründer Richard HüttigBearbeiten

Richard Hüttig erlernte den Beruf eines Tischlers und arbeitete ab 1856 in Berlin in einer Präzisionstischlerei für Kameras, wo er auch die Meisterprüfung ablegte. Später gründete er 1897 in Dresden die nach ihm benannte Aktiengesellschaft.

Richard Hüttig war Leiter des zeitweilig größten Kamerawerkes Dresdens. Nachdem sein Unternehmen 1909 Teil der Internationalen Camera Actiengesellschaft wurde, verlor er an Bekanntheit. Richard Hüttig verarmte und erhielt mit Hilfe der Stadt Dresden einen Platz im Altersheim. Seine Sterbedaten sind nicht bekannt.

Das UnternehmenBearbeiten

In dem stetig wachsenden Fach der Fotografie sah Hüttig eine berufliche Zukunft und eröffnete in Berlin 1872 eine eigene Werkstatt. Um der wachsenden Berliner Konkurrenz zu entgehen wechselte Hüttig 1887 nach Dresden. Dort trat auch sein Sohn Carl ins väterliche Geschäft ein, das nun unter dem Namen Kunsttischlerei photographischer Apparate Richard Hüttig & Sohn firmierte.

Hüttig entwickelte eigene Kameras, wobei er das nötige Zubehör, wie z. B. die Optiken (Objektive), von anderen Herstellern bezog. Seine stetig wachsende Kunsttischlerei vergrößerte sich bald zu einer Fabrik. 1893 bezog Hüttig in der Schandauer Straße neue Gebäude, die nun als Fabrik photographischer Apparate in Erscheinung trat. 1897 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft als Hüttig AG.

Unternehmerische Fehlentscheidungen, wie z. B. eine kaum überschaubare Produktvielfalt, brachten die Hüttig AG in finanzielle Schwierigkeiten. Dazu kamen finanzielle Unregelmäßigkeiten, die Carl Hüttig eine Gefängnisstrafe einbrachten. Die Geschäftsführung wurde von Guido Mengel übernommen, der die Fusion einiger Dresdner Kamerafabriken zu einem neuen Konzern betrieb. 1909 ging die Hüttig AG in der neu gegründeten Internationale Camera Actiengesellschaft (ICA) auf. Der Versuch, die Dresdner Ernemann-Werke als bedeutenden Mitbewerber der Hüttig AG in diesen neuen Konzern einzubinden, schlug fehl. Das Warenzeichen der Hüttig AG, ein Pentagramm, wurde in leicht veränderter Form von der ICA übernommen.

ProdukteBearbeiten

Richard Hüttig & Sohn präsentierten mit der Zeus-Spiegel-Kamera die erste einäugige Spiegelreflexkamera aus Dresdner Produktion und waren damit Mitbegründer des herausragenden Rufs Dresdens im Kamerabau. Der Produktionsschwerpunkt lag allerdings bei Rollfilmkameras und Plattenkameras, von denen 1904 ca. 90 Grundtypen in über 400 Varianten angeboten wurden.

LiteraturBearbeiten

  • Richard Hummel: Spiegelreflexkameras aus Dresden. Geschichte, Technik, Fakten. Lindemanns, Stuttgart 1998, ISBN 3-89506127-1.

WeblinksBearbeiten