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Bepflanztes Hügelbeet

Das Hügelbeet ist ein Hochbeet ohne steile Einfassung und daher schräg abfallend. Ein Hügelbeet bietet hierdurch gegenüber einem Flach- oder Hochbeet rund ein Drittel mehr Anbaufläche.

KlimaBearbeiten

Ein Hügelbeet erreicht teilweise erhöhte Sonneneinstrahlung. Regenwasser läuft im Hügelbeet schneller ab, was von vielen Pflanzen geschätzt wird. Diese Prinzipien werden auch bei der Kräuterspirale genutzt. Durch den Aufbau der Unterschicht wird das Hügelbeet zusätzlich erwärmt, da das verwendete Material verrottet. Die um 5° bis 8° erhöhte Erdtemperatur verlängert dementsprechend die nutzbare Anbauzeit ("nach vorne", das heisst der Boden des Hügelbeets ist im zeitigen Frühjahr wärmer und die erste Ernte kann früher erfolgen).

 
Unbepflanztes Hügelbeet mit Gießrille (CDs dienen dem Schutz vor Vögeln)

AufbauBearbeiten

Ein Hügelbeet errichtet man am besten zum Jahresende. Wenn die anderen Gartenarbeiten abgeschlossen sind, stehen die notwendigen Materialien wie Laub und Astschnitt zur Verfügung. Über den Winter kann sich das Beet dann noch etwas setzen.

Die Grundform des Beetes sollte durch etwa 25 cm Bodenaushub festgelegt werden. Die Breite beträgt etwa 1,8 m. Eine Nord-Süd-Achse ist wegen der Sonneneinstrahlung am günstigsten. Zum Schutz gegen Wühlmäuse sollte ein feinmaschiges Drahtnetz untergelegt werden. Als Kern des Beetes legt man eine schmale, 50 cm hohe Lage Holz an. Hierfür nimmt man Zweige oder Häckselgut, die das Beet drei Jahre aufwärmen (siehe dazu auch Biomeiler); oder auch Stauden- oder Heckenschnitt, der nur zwei Jahre Wärme produziert, aber das Beet nicht so schnell entwässert. Darüber legt man eine Schicht Grassoden, die etwa 10 cm beansprucht. Darüber schichtet man wiederum dicht 25 cm hoch nasses Laub auf. Diese Laubschicht wird dann mit 15 cm Kompost bedeckt und zum Abschluss erfolgt eine Decke aus 15 cm guter Gartenerde.

Wichtig ist, dass alle Schichten gut festgetreten werden, damit keine Hohlräume entstehen. Damit das Wasser beim Gießen nicht an den Seiten hinunterläuft, errichtet man am "Kamm" eine sogenannte Gießmulde, von der das Regen- oder Gießwasser schnell und in jede Schicht des Hügelbeetes gelangt.

PflegeBearbeiten

Je nach Pflanzart muss das Hügelbeet intensiver gegossen werden als ein Flachbeet, da es schneller entwässert.

BepflanzungBearbeiten

Die Bepflanzung sollte hinsichtlich der Sonneneinstrahlung und auf das Nährstoffangebot (Fruchtfolge) ausgerichtet sein. Nach Süden bietet sich der Anbau von Zucchini an, nach Norden Stangenbohnen. Auf eine Bepflanzung von Salat oder Spinat sollte in den ersten zwei Jahren verzichtet werden, da diese noch zu viel Nitrat aufnehmen würden (Starkzehrer). Nach einer letzten Bepflanzung mit Kartoffeln im sechsten Jahr muss das Hügelbeet spätestens erneuert werden.

Siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

  • Rainer Berling u. a.: Handbuch Garten. Das umfassende Nachschlagewerk für alle Fragen der Gartenpraxis. 6. Aufl. BVL, München 2002, ISBN 3-405-16368-4.