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Giovanni Antonio Giobert

italienischer Chemiker und Mineraloge
Medaille mit Gioberts Bildnis, um 1840

Giovanni Antonio Giobert, auch Jean Antoine Giobert,[1] (* 28. Oktober 1761 in Mongardino bei Asti; † 14. September 1834 in Millefiori bei Turin) war ein italienischer Chemiker und Mineraloge. Er forschte unter anderem über Magnetismus und Galvanismus.

Giobert wurde 1789 Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Turin. Ab 1800 war er Professor für Landwirtschaft und seit 1802 Professor der Chemie und Mineralogie an der Universität Turin. Zwischenzeitlich, im Jahr 1798, war er an der provisorischen Regierung Piemonts beteiligt.[2] Seit 1808 war er korrespondierendes Mitglied der mathematisch-physikalischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.[3]

Per Dekret wurde er 1813 zum Direktor der École impériale pour la fabrication de l’indigo in Turin ernannt, wo die industrielle Verarbeitung des Indigo erprobt werden sollte.[4]

Giobert entwickelte die nach ihm benannte Giobertsche oder Gioberti-Tinktur, die Blutlaugensalz und Salzsäure enthält und verwendet wurde, um die ursprüngliche Beschriftung eines Palimpsests sichtbar zu machen. Er untersuchte den Einfluss von Magnesia auf das Pflanzenwachstum und fand, dass das Vorhandensein des Stoffes im Boden keinen hemmenden Einfluss habe.[5]

Das Mineral Giobertit, eine Form des Magnesit (MgCO3) wurde nach ihm benannt.[6] In Asti gab man 1864 einem Institut seinen Namen.[7]

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Ueber einige galvanische Versuche von Giobert. Aus einem Briefe desselben an van Mons. In: Neues allgemeines Journal der Chemie Frölich, Berlin 1804, Band 3, Heft 2, S. 219[L 1]
  • Traité sur le pastel et l’extraction de son Indigo. Imprimerie impériale, Paris 1813[L 2]
  • Nachricht für die Einwohner des Ober-Ems-Departements über den Anbau und die Benutzung des Waid. Osnabrück 1813, Auszug aus Gioberts Traité sur le Pastel et l’extraction de son Indigo[L 3]
  • Del sovescio di Segale. I–IV. Gaetano Balbino, Turin 1819[L 4]
  • Des eaux thermales et acidules de l’Échaillon en Maurienne. Pomba, Turin 1822[L 5]
  • De l’Écorce du Robinier (Robinia pseudo-acacia, L.) et de ses usages dans les arts et l’économie domestique. Huzard née Vallat la Chapelle, [1833][L 6]

EinzelnachweiseBearbeiten

Nachweise
  1. Personendatensatz im Zeitschriften-Portal der ThULB Jena
  2. J. C. Poggendorff (Hrsg.): Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften. Barth, Leipzig 1863, Band I, Sp. 900 Volltext in der Google-Buchsuche
  3. Prof. Dr. Giovanni Antonio Giobert, Mitglieder der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  4. Dekret vom 14. Januar 1813: Décret qui augmente le droit perçu à l’importation de l’indigo étranger, et ordonne l’établissement de trois fabriques pour la fabrication de l’indigo-pastel. In: J. B. Duvergier (Hrsg.): Collection complète des lois, décrets, ordonnances, réglemens et avis du Conseil-d’état. XVIII. Guyot et Scribe/Charles-Béchet, Paris 1827, S. 310, titre II, art. 8 Volltext in der Google-Buchsuche
  5. Emil Th. Wolff: Die chemischen Forschungen auf dem Gebiete der Agrigcultur und Pflanzenphysiologie. Barth, Leipzig 1847, S. 428, Anm. 59 Volltext in der Google-Buchsuche und Journal de Pharmacie et des Sciences accessoires. XXV. Louis Colas, Paris 1839, S. 32–33 (archive.org).
  6. Franz von Kobell: Die Mineral-Namen und die Mineralogische Nomenklatur. Cotta, München 1853, S. 15 Volltext in der Google-Buchsuche
  7. Istituto Tecnico Statale Commerciale e per Geometri “Giobert”: Selbstdarstellung im Internetauftritt (italienisch).
Onlinequellen
  1. Digitalisat des Zeitschriftenprojekts der ThULB Jena
  2. Volltext in der Google-Buchsuche
  3. Volltext in der Google-Buchsuche
  4. Volltext Band 1, Band 2, Band 3, Band 4 in der Google-Buchsuche
  5. Volltext in der Google-Buchsuche
  6. Volltext in der Google-Buchsuche

WeblinksBearbeiten

  Wikisource: Giovanni Antonio Giobert – Quellen und Volltexte