Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Gemeindekolleg der VELKD

Das Gemeindekolleg der VELKD, eine Einrichtung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), wurde 1986 gegründet. Leitend war das Begriffspaar „Verdichten“ und „Öffnen“. Nach innen werden Menschen in ihrem Christ- und Kirche-Sein vergewissert und in ihrer Sprachfähigkeit für den Glauben gestärkt (Verdichtung). Kontaktflächen nach außen ermöglichen auch Fernstehenden einen Zugang zur Kirche und ihrer Botschaft (Öffnen).

Ursprünglich auf dem Gelände des Predigerseminars der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers in Celle angesiedelt zog das Gemeindekolleg 2008 nach Neudietendorf bei Erfurt um und ist seitdem mit anderen Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland im „Zinzendorfhaus“ beheimatet.

Die Verwurzelung im Umfeld der ausgeprägten Religionslosigkeit Mitteldeutschlands schärft den Blick für spezifische Fragestellungen – z. B. dafür, was Kirchenleute und Konfessionslose voneinander und miteinander lernen können. In der Projektstelle Glaubenskurse Ost werden die besonderen Bedingungen der Glaubenskommunikation im Osten Deutschlands erforscht und Konsequenzen für die Arbeit mit Glaubenskursen gezogen.

Inhaltsverzeichnis

EntwicklungsarbeitBearbeiten

Als Forschungs- und Entwicklungsabteilung nimmt das Gemeindekolleg die aktuellen Herausforderungen des kirchlichen Lebens auf und sucht nach geistlicher Orientierung in wachsender Komplexität. Hier wird erkundet und erprobt, was weiterhelfen kann: Neue Bilder von Kirche und Gemeinde; lebendige Formen von Gemeindearbeit bei knappen materiellen Ressourcen; ungewohnte Wege zu und mit Menschen, die eigenverantwortlich auch außerhalb der verfassten Kirchen nach Gott suchen und religiös handeln; neue Haltungen, die befähigen mit Lücken zu leben, Brachen zu gestalten, Veränderungsprozesse geistlich zu begleiten und darauf zu achten, wie Gott Kirche in Bewegung setzt. Im Sinne der lutherischen Rechtfertigungsbotschaft fragt das Gemeindekolleg nach dem, was Gottes Liebe und Verlässlichkeit für das Wachsen und auch für das Welken in Gemeinden bedeutet – gerade dort, wo vieles unvollkommen ist und bleiben wird.

ProjekteBearbeiten

Mit den bewährten Projekten „Sterbende begleiten lernen“ und „Spiritualität im Alltag“ schult das Gemeindekolleg Multiplikatoren für ihre Arbeit vor Ort. Neue Formate entstehen aus den Entwicklungsspuren „Elementarisierung im Dialog“, „Geist und Prozess“ sowie „Experimentelle Ekklesiologie“. Alle Projekte sind durchlässig strukturiert und aufeinander bezogen. Zum „Markenkern“ gehört das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen. Es geht um Ideen und Haltungen, die zu eigener Gestaltung und Weiterentwicklung anregen. Impulse aus der weltweiten Ökumene werden aufgenommen, Kooperationen mit anderen Trägern angestrebt.

VernetzungBearbeiten

So geschieht die Arbeit in vielfältiger Vernetzung: in der Zusammenarbeit mit Pfarrerinnen und Pfarrern, mit Kirchenvorständen/Gemeindekirchenräten/Presbyterien, mit landeskirchlichen Einrichtungen und Kirchenleitungen, mit Menschen aus innovativen Forschungszweigen, Unternehmen und Medien, mit Konfessions- und Religionslosen.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Die Zeitschrift Kirche in Bewegung gibt jedes Jahr Einblick in die Entwicklungsarbeit des Gemeindekollegs. Sie kann wie das Jahresprogramm kostenfrei über das Gemeindekolleg bestellt werden.
  • Isabel Hartmann, Reiner Knieling: Gemeinde neu denken. Geistliche Orientierung in wachsender Komplexität. Gütersloh 2014
  • Elke Schölper (Hrsg.): Sterbende begleiten lernen. Das Celler Modell zur Vorbereitung ehrenamtlicher in der Sterbebegleitung. Gütersloh 4. aktualisierte Auflage 2014
  • Amt der VELKD (Hrsg.): Erzähle, wenn Du magst! Bibelkartenspiel, Hannover 2012
  • Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste, Gemeindekolleg der VELKD (Hrsg.): Gemeindeentwicklungstraining Praxisbuch Göttingen 2008

WeblinksBearbeiten