Fredy Scheim

Schweizer Schauspieler

Fredy Scheim (* 26. Dezember 1892 in Biel als Ferdinand Scheim;5. Dezember 1957 in Zürich) war ein Schweizer Schauspieler.

WerdegangBearbeiten

Fredy Scheim war der Sohn des Buchdruckers Gottfried Ludwig Scheim und der Rosina Lüdi. Er absolvierte eine Lehre als Bautechniker in einem Architekturbüro, hatte dann verschiedene Anstellungen. Als Unterhaltungskünstler fing er in Basel an und zog mit Erfolg durch zahllose Dorfkneipen. Mit Freddy Schulz und später mit Rudolf Bernhard bildete er ein erfolgreiches Duo auf der Bühne. Mit seinem eigenen Theater trat er bis zu seinem Tod in Revuen, Operetten und Possen auf. Daneben erfolgten auch Schallplattenaufnahmen.

Scheim gab 1930 sein Filmdebüt im ersten Schweizer Tonspielfilm Bünzlis Großstadterlebnisse. Bis 1944 folgten weitere Dialektfilme, bei denen er meist selbst die Drehbücher schrieb. Der Film Schaggi der Vagabund oder Das Glück auf der Landstrasse musste 1939 aus Geldmangel abgebrochen werden. Die restaurierte Fassung des vorhandenen Filmmaterials wurde erstmals im Jahr 2000 in Locarno gezeigt. Unverwendetes Dokumentarfilmmaterial wurde in Extrazug – Chum lueg d’Heimet a! mit Spielszenen um Fredy Scheim und Rudolf Bernhard kombiniert. Sein Film De Chegelkönig lief 1953 auch in Deutschland und Österreich. In diesem spielten u.a Rudolf Bernhard, Max Knapp, Hermann Gallinger und Willy Ackermann.[1][2]

Trotz einiger Filmerfolge liess seine Popularität nach dem Krieg nach. Erst in den 50er Jahren erhielt Scheim wieder Filmangebote. Der Produzent Félix Beaujon verpflichtete ihn für die deutschsprachige Fassung von Das Geheimnis vom Bergsee und S’Waisechind vo Engelberg. Auch Franz Schnyder und Kurt Früh setzten ihn in Nebenrollen ein. Einen Auftritt hatte er 1957 im Werbefilm Traum und Wirklichkeit. Im Film Glück mues me ha spielte er erstmals wieder eine Hauptrolle nach einer eigenen Vorlage.

Fredy Scheim war mit Maria Elisa Gasser verheiratet. Er starb unerwartet an Herzversagen; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof Hönggerberg.

FilmografieBearbeiten

Tondokumente (Auswahl)Bearbeiten

  • Der Arbeitsscheue: Kristall No.841 (Matr. C 1489)
  • Der Ehemann: Kristall No.841 (Matr. C 1490)
  • In Sache Geld 1. u. 2. Teil: Kristall No.877 (Matr. C 4075, C 4076)
  • Bim Tonfilm: Kristall No.879 (Matr. C 4080)
  • Bünzlis erster Flug: Kristall No.880 (Matr. C 4082)
  • Bünzlis Eheleiden: Parlophon B. 35 020 (Matr. 102.005)
  • Bünzli auf Brautschau: Parlophon B. 35 022 (Matr. 102.006)
  • Bünzli bi dr Füürwehr: Odeon A 208.087 (Matr. G 2471)
  • Dr Bünzli uf em Tram: Odeon A 208.033 (Matr. G 2122)
  • Jugenderinnerungen Heiri Bünzlis: Odeon A 208.264 (Matr. G 2330)
  • Rekrut Bünzli: Odeon A 208.264 (Matr. G 2332)
  • Student Bünzli: Odeon A 208.177 (Matr. G 2783)
  • Bünzlis Familie, 1. u. 2. Teil: Odeon A 208.087 (Matr. G 2466 und G 2785)
  • Zahnweh: Elite Record M 5075 (Matr. 550) (Hörbeispiel auf YouTube)
  • Mir isch das gliich: Elite Record M 5075 (Matr. 555)

LiteraturBearbeiten

  • Freddy Buache: Le cinéma suisse: 1898–1998. Collection Histoire et théorie du cinéma. Verlag L'AGE D'HOMME, 1998, ISBN 2-8251-1012-4, S. 461, 467–468, 489. (französisch)
  • Michael Gautier: Scheim, Fredy. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Tobias Hoffmann-Allenspach: Fredy Scheim. In: Andreas Kotte (Hrsg.): Theaterlexikon der Schweiz. Band 3, Chronos, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0715-9, S. 1593.
  • Stefan Ineichen: Zürich 1933–1945: 152 Schauplätze. Limmat Verlag, Zürich 2009, S. 212–213, 423.
  • Berthold Leimbach: Tondokumente der Kleinkunst und ihre Interpreten 1898–1945. Eigenverlag, Göttingen 1991.
  • Fredy Scheim, Lotti Kraus (richtige Schreibweise „Lotti Krauss“): Der Komiker. Erinnerungen und Gedichte. Theaterverlag B. Scheim und H. C. Knecht, Zürich 1945.
  • Werner Wider, Felix Aeppli: Der Schweizer Film 1929–1964. Limmat Verlag, Zürich 1981, S. 302–303, 430.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Filmplakat zu De Chegelkönig. Pandora Film, abgerufen am 20. Juni 2020.
  2. Filmhandlung zu De Chegelkönig. Pandora Film, abgerufen am 20. Juni 2020.