Fratelli tutti

Enzyklika von Papst Franziskus

Fratelli tutti ist eine Enzyklika von Papst Franziskus über die „Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft.“[1] Der Titel geht auf ein Zitat von Franz von Assisi zurück.[2] Das Dokument wurde am 3. Oktober 2020 anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus am Grab seines Namenspatrons (in Assisi) unterzeichnet. Diese Enzyklika ist damit die Erste, bei der dies außerhalb Roms geschah.[3] Am darauf folgenden Tag, dem Fest des heiligen Franziskus von Assisi, wurde es veröffentlicht. Die Originalsprache ist Spanisch.

Fratelli tutti ist die dritte Enzyklika von Papst Franziskus, nach Lumen fidei und Laudato si'.

InhaltBearbeiten

Fratelli tutti wird von Papst Franziskus selbst als „Sozialenzyklika“ bezeichnet.

Das Schreiben gliedert sich in neun Kapitel: (1) Die Schatten einer abgeschotteten Welt (Nr. 9–55); (2) Ein Fremder auf dem Weg (Nr. 56–86); (3) Eine offene Welt denken und schaffen (Nr. 87–127); (4) Ein offenes Herz für die ganze Welt (Nr. 128–153); (5) Die beste Politik (Nr. 154–197); (6) Dialog und soziale Freundschaft (Nr. 198–224); (7) Wege zu einer neuen Begegnung (Nr. 225–270); (8) Die Religionen im Dienst an der Geschwisterlichkeit in der Welt (Nr. 271–285).

Die Pandemie COVID-19 habe das Versagen der Welt, während der Krise zusammenzuarbeiten, bewiesen. Die Enzyklika ruft zu mehr menschlicher Brüderlichkeit und Solidarität auf und ist ein Plädoyer gegen Kriege.[4]

Das für die Unterzeichnung der Enzyklika gewählte Datum ist der 3. Oktober 2020, der Ort ist Assisi, genauer gesagt der Sacro Convento. Das Datum ist der Vorabend des liturgischen Festes des Franz von Assisi, nach dem Jorge Bergoglio seinen Namen als Papst gewählt hat. Dieser Besuch in Assisi ist die erste Reise des Papstes aus dem Vatikan seit Beginn der Pandemie COVID-19 und der vierte Besuch in dieser Stadt seit dem Beginn seines Pontifikats im März 2013.

Erstmals nennt ein Papst einen führenden Vertreter einer anderen Religion als Inspirationsquelle für seine Enzyklika: den Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo, Ahmad Muhammad al Tayyeb.[5]

Papst Franziskus fordert alle Menschen guten Willens auf, umzudenken.[6] Zentrale Aussage ist der Wunsch, einen Planeten zu haben, der allen Menschen Land, Heimat und Arbeit biete.[7]

SonstigesBearbeiten

Am 16. Oktober 2020 sprach der frühere Bundespräsident Christian Wulff in Rahmen einer Privataudienz bei Papst Franziskus in Rom über die Enzyklika Fratelli tutti.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Enzyklika Fratelli tutti von Papst Franziskus über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft, Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 227, 3. Oktober 2020, Libreria Editrice Vaticana, herausgegeben vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2020, von dort kostenlos erhältlich.
  2. Isabella Piro: Enzyklika „Fratelli tutti“: Eine Zusammenfassung Vatican News, 4. Oktober 2020.
  3. As Pope named ‘Francis’ heads to Assisi, a lot rides on new encyclical. Abgerufen am 30. Oktober 2020.
  4. Matthias Drobinski: Papst Franziskus: Universelle Liebe Süddeutsche Zeitung, 5. Oktober 2020.
  5. Thomas Jansen: Enzyklika „Fratelli tutti:“ Ein Meilenstein des Dialogs mit dem Islam FAZ, 4. Oktober 2020.
  6. Matthias Rüb: Nächstenliebe als politische Aufgabe FAZ, 4. Oktober 2020.
  7. Papst Franziskus veröffentlicht Sozialenzyklika „Fratelli tutti“ Deutsche Bischofskonferenz, Pressemeldung Nr. 159, 4. Oktober 2020.
  8. Ex-Bundespräsident Wulff vom Papst empfangen | DOMRADIO.DE. Abgerufen am 18. Oktober 2020.