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Die Flandre war ein Passagierschiff, das 1952 für die Compagnie Générale Transatlantique in Dienst gestellt wurde. Ab 1962 wurde das Schiff für Kreuzfahrten eingesetzt. In ihrer 42 Jahre andauernden Dienstzeit fuhr die Flandre unter anderem für Costa Crociere und die Epirotiki Lines.

Flandre
Als Pallas Athena, 1992
Als Pallas Athena, 1992
Schiffsdaten
Flagge FrankreichFrankreich Frankreich
andere Schiffsnamen

Carla C (1967–1968; 1970–1986)
Princess Carla (1968–1970)
Carla Costa (1986–1992)
Pallas Athena (1992–1994)

Schiffstyp Passagierschiff
Heimathafen Le Havre
Reederei Compagnie Générale Transatlantique
Bauwerft Ateliers et Chantiers de France, Dünkirchen
Baunummer 206
Stapellauf 31. Oktober 1951
Indienststellung 23. Juli 1952
Außerdienststellung 1994
Verbleib 1994 ausgebrannt und verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
182,79 m (Lüa)
Breite 24,49 m
Tiefgang max. 8,58 m
Vermessung 20.469 BRT
Maschinenanlage
Maschine Dampfturbinen
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
32.353 kW (43.988 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
19 kn (35 km/h)
Propeller 2 × Festpropeller
Ab 1975
Maschine Stork-Werkspoor Dieselmotoren
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 784
Sonstiges
Registrier-
nummern
IMO-Nr. 5116098

Planung und BauBearbeiten

Die Flandre wurde als erster französischer Transatlantikdampfer der Nachkriegszeit von der Compagnie Générale Transatlantique in Auftrag gegeben und bei Ateliers et Chantiers de France in Dünkirchen gebaut. Die luxuriöse Innenausstattung des Schiffes wurde von Mathurin Méheut entworfen. Die Flandre wurde am 31. Oktober 1951 vom Stapel gelassen und am 23. Juli 1952 in Dienst gestellt.

FlandreBearbeiten

Die Jungfernfahrt des neuen Schiffes wurde durch zahlreiche Zwischenfälle zu einem Desaster für die Compagnie Générale Transatlantique. Bereits zu Beginn der Reise musste das Schiff wegen eines Problems mit der Maschinenanlage für mehrere Stunden stoppen. Nachdem der Schaden behoben war, beschloss der Kapitän der Flandre, mit verringerter Geschwindigkeit die Fahrt fortzusetzen. Beim Einlaufen im Hafen von New York City erlitt das Schiff erneut einen Maschinenschaden, der jedoch schnell repariert wurde. Die restliche Strecke legte die Flandre mit Hilfe von Schleppern zurück.[1] Während des Anlegens im Hafen fiel außerdem ein Anker des Schiffes aus, was die Ankunft um weitere drei Stunden verzögerte.

Trotz der vielen Pannen bekam das von vier Schleppern gezogene Schiff den üblichen Willkommensgruß durch die New Yorker Feuerlöschboote. Wegen des Maschinenschadens quollen aus dem Schornstein des Schiffes schwarze Rauchschwaden. Ursprünglich sollte die Flandre – wie sonst bei der ersten Ankunft in New York üblich – die am Kai stehenden Zuschauer mit ihrem Schiffshorn begrüßen, das jedoch ebenfalls ausgefallen war.[2] Stattdessen wurde zur Begrüßung die Alarmsirene des Schiffes eingeschaltet. Wegen der vielen Pannen bei der Jungfernfahrt bekam das Schiff von der Presse und den New Yorker Hafenarbeitern den Spitznamen Flounder (Flunder).

Nach der Rückkehr nach Frankreich wurde die Flandre an ihren Erbauer zurückgegeben, um die Maschinenanlage überholen zu lassen. Die Reederei musste sämtliche Fahrten für 1952 streichen. Erst 1953 kehrte das Schiff in den Dienst zurück.

In den kommenden Jahren wurden die Passagierbereiche des Schiffes mehrfach umgestaltet. In den Sommermonaten wurde das Schiff auf seiner ursprünglichen Route von Le Havre nach New York eingesetzt. In den Wintermonaten fuhr es zusammen mit seinem 1953 in Dienst gestellten Schwesterschiff Antilles als Kreuzfahrtschiff in tropischen Gewässern. Nach der Indienststellung der France wurde das Schiff ab 1962 ausschließlich für Kreuzfahrten eingesetzt. 1967 wurde die Flandre außer Dienst gestellt und zum Verkauf angeboten.

Carla CBearbeiten

Das Schiff wurde kurz darauf von Costa Crociere gekauft und in Carla C umbenannt. 1968 wurde das Schiff an Princess Cruises verchartert, die es als Princess Carla vermarkteten. Sein offizieller Name blieb jedoch Carla C. Auch die Fernsehserie Love Boat sollte ursprünglich auf der Carla C gedreht werden. Princess Cruises entschied sich jedoch für die noch im Bau befindliche Pacific Princess als Drehort der Serie. 1970 lief der Chartervertrag aus, und das Schiff wurde an Costa Crociere zurückgegeben.

Nachdem die mittlerweile veraltete Maschinenanlage des Schiffes erneut Probleme machte, wurde sie 1975 durch eine moderne Dieselmaschine von Stork-Werkspoor ausgetauscht. 1984 wurde das Schiff modernisiert und auf den neuesten Sicherheitsstandard gebracht. 1986 wurde die Carla C in Carla Costa umbenannt. Das Schiff blieb für Costa bis 1992 im Dienst und wurde ausschließlich für Kreuzfahrten in der Karibik eingesetzt.

Pallas AthenaBearbeiten

1992 wurde das Schiff an die griechische Epirotiki Lines verkauft und in Pallas Athena umbenannt. Namensgeberin des Schiffes war die griechische Göttin Athene. Die Pallas Athena, die das größte Passagierschiff in der Flotte von Epirotiki war, wurde fortan für siebentägige Kreuzfahrten im Mittelmeer eingesetzt.

Der BrandBearbeiten

 
Das Wrack der Pallas Athena, 1994

Am 23. März 1994 brach während einer Kreuzfahrt aus nicht geklärter Ursache ein Brand an Bord der Pallas Athena aus. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, doch das Schiff brannte komplett aus. Teile der Aufbauten waren durch die starke Hitze zusammengebrochen. Das Schiff wurde zum Totalschaden erklärt und zum Verschrotten ins türkische Aliağa verkauft, wo es von Schleppern gezogen am 25. Dezember 1994 eintraf.[3]

SonstigesBearbeiten

1964 hatte die Flandre zusammen mit dem britischen Passagierschiff Arcadia einen Auftritt in einer Folge der US-amerikanischen Fernsehserie Perry Mason. Beide Schiffe sind im Hintergrund im Hafen ankernd zu sehen.

SchwesterschiffBearbeiten

Die Antilles, das Schwesterschiff der Flandre, hatte eine wesentlich kürzere Dienstzeit: 1971 geriet das Schiff während einer Kreuzfahrt in Brand, nachdem es vor Mustique auf Grund gelaufen war. Das Wrack ist dort bis heute zu sehen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Jungfernfahrt des Schiffes. Abgerufen am 9. August 2015.
  2. Bericht zur Dienstzeit und der misslungenen Jungfernfahrt des Schiffes. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 9. August 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thegreatoceanliners.com
  3. Das Schiff auf wrecksite.eu. Abgerufen am 9. August 2015.