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Fixierung (Psychoanalyse)

Begriff aus der psychoanalytischen Neurosenlehre Sigmund Freuds

Fixierung ist ein Begriff aus der psychoanalytischen Neurosenlehre Sigmund Freuds.

Gemäß seiner Theorie der psychosexuellen Entwicklung durchlebt der Mensch fünf Phasen:

  • orale Phase (1. Lebensjahr)
  • anale Phase (1.–3. Jahr)
  • phallische Phase (3.–5. Jahr)
  • Latenzphase (5.–13. Jahr)
  • genitale Phase (ab 13. Jahr)

Nichtbefriedigung der für die Phasen jeweils charakteristischen Bedürfnisse ist ein traumatisches Erlebnis, das zur Fixierung führt, also dem Stehenbleiben auf dieser Entwicklungsstufe. Latenz- und genitale Phase hat Freud nur kurz behandelt.

Von der modernen experimentellen Psychologie konnten Freuds Ideen nicht bestätigt werden.

Inhaltsverzeichnis

Fixierung der oralen PhaseBearbeiten

Ein „oraler Charakter“ ist passiv, abhängig, fordernd, neidisch, egoistisch usw. und kann sich in übermäßigem Essen, Trinken, Rauchen usw. äußern.

Fixierung der analen PhaseBearbeiten

Der „anale Charakter“ ist penibel, ordnungsliebend, zwanghaft, sparsam, starrsinnig usw.

"Wenn ein Zwangskranker sich für aggressive Gedanken so bestraft, als hätte er sie realisiert, dann wird dies für eine Fixierung oder eine Regression auf das Entwicklungsniveau der sogenannten "analen Phase" gehalten. In dieser Phase soll gelten, daß Sprechen, Denken und Handeln relativ unterschiedslos füreinander stehen.[...] Derjenige, der zu einem anderen sagt: "ich verfluche Dich!", geht davon aus, daß seine sprachliche Äußerung in Erfüllung geht, sonst wäre das Vorhaben sinnlos.[...] Wegen der unbewußten Gleichsetzung von Denken und Handeln ist es zwingend, daß er sich bestrafen muß." Es handelt sich hier also um eine für die anale Phase alterstypische Form der Allmacht der Gedanken.

Fixierung der phallischen PhaseBearbeiten

In die Zeit der phallischen Phase fällt der Ödipuskonflikt, dessen Nichtbewältigung zum erfolgsbesessenen, rücksichtslosen, kämpferischen „phallischen Charakter“ führt.

QuelleBearbeiten

Krause, Rainer. (1998). Allgemeine psychoanalytische Krankheitslehre. (Band 2). Kohlhammer: Stuttgart. S. 49 und 87