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Fischergalgen

Ein Fischergalgen am Schweizer Rheinufer bei Rheinfelden.
Fischergalgen im Département Charente-Maritime an der französischen Atlantikküste
„Bilancione da pesca“ im Po-Delta bei Ravenna

Der Fischergalgen (auch Fischwaage genannt) ist eine Vorrichtung, um ein großes Netz zu versenken und zu heben. Früher wurden sie auch Fischwoog oder Salmenwaage genannt (Woog bedeutet die tiefste Wasserstelle und ist ein Hinweis auf den Standort der Geräte; Salm ist die regionale Bezeichnung für Lachse).

Die Woogfischerei auf Lachse wurde während der Nacht betrieben. Fischergalgen wurden im 19. Jahrhundert am Hochrhein zwischen Laufenburg und Basel an günstigen Stellen in großer Zahl errichtet. Fischergalgen (französisch Pêche au carrelet) sind auch an der Atlantikküste Frankreichs (Île Madame) und verschiedenen Gebieten Afrikas (Kamerun, Marokko) geläufig. Es gibt auch Fischergalgen in China (siehe Weblink) und an der italienischen Adria. Die Trabucchi (sing. Trabucco) genannten Anlagen stehen dort seit dem 14. Jahrhundert.

Der Fischergalgen ist die jüngere Version der Fischwaage, die bereits als mittelalterliches Fanggerät häufig ist. Eine so genannte Herrschaftswaage beim Burgkastell „Stein“ in Rheinfelden wird im Jahre 1303 urkundlich erwähnt. Das älteste Schweizer Dokument, das eine Fischwaage in Basel erwähnt, stammt aus dem Jahr 1333. Die erste Erwähnung eines Fischergalgens datiert hingegen von 1889. Um mit dieser Technik erfolgreich zu sein, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Vor dem Bau der Staustufen zur Nutzung der Wasserkraft floss der Hochrhein bis Basel wesentlich schneller. Die Fische wichen in Ufernähe aus und dümpelten in den Flachwässern zwischen den (teilweise künstlich angelegten) Kiesbänken, zum Beispiel auf der Kleinbasler Seite. Der Biologe Daniel Küry beziffert die heutige Fischfauna im Basler Rheinabschnitt auf 37 Arten. Das sind etwa so viele wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Der zunehmende Ausbau von Fischergalgenhütten zu wetterfesten Häuschen und komfortablen kleinen Wochenendhäusern veranlassten die Schweizer Behörden im Jahre 1942, Bauvorschriften für Fischergalgen zu erlassen.

LiteraturBearbeiten

  • Baumann, Max: Fischer am Hochrhein. Zur Geschichte der Fischerei zwischen Säckingen und Basel. In: Argovia 105 (1993), S. 1–202.
  • Meier, E. A.: z'Basel am mym Rhy. Von Fähren und Fischergalgen. Basel 1971.
  • Müller, L.: Die Fischerei im spätmittelalterlichen Basel. Lizentiatsarbeit. Basel 1989.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Fischergalgen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien