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Fany Solter

Fany Solter (* 1944 in Ilhéus, Brasilien) ist Professorin für Klavier- und Klavierkammermusik, Pianistin und ehemalige Rektorin der Hochschule für Musik Karlsruhe.

LebenBearbeiten

Fany Solter wurde in Ilhéus (Bahia), in Brasilien, als Kind russisch-jüdischer Eltern geboren. Sie studierte in Rio de Janeiro und bei Professor Carl Seemann an der Freiburger Musikhochschule. Nach ihrem Studium in Freiburg ging Fany Solter zunächst nach Brasilien zurück. Sie war dort bereits sehr erfolgreich, bevor sie wieder nach Deutschland zurück kam. So wurde sie Preisträgerin verschiedener nationaler und internationaler Musikwettbewerbe und gab zahlreiche Solo-, Kammermusik- und Orchesterkonzerte in Europa wie auch in Südamerika, Japan und Israel.

1972 kam sie auf Wunsch ihres Professors Carl Seemann nach Freiburg zurück, wurde zunächst seine Assistentin und dann Dozentin an der Freiburger Musikhochschule. In dieser Zeit machte sie u. a. Konzerte und eine Schallplattenaufnahme mit der Dirigentin Hortense von Gelmini[1][2]. 1976 bewarb sie sich auf eine Klavier- und Klavierkammermusik-Professur in Karlsruhe an der Hochschule für Musik, auf die sie auch berufen wurde. Nach dem plötzlichen Tod des damaligen Leiters Eugen Werner Velte übernahm sie 1984 dessen Stelle und war bis 2001 Rektorin.

WirkenBearbeiten

Während ihrer Zeit an der Karlsruher Musikhochschule war Fany Solter Initiatorin zahlreicher Projekte, die sie mit Engagement vorantrieb. So setzte sie sich für einen Studiengang des Musikjournalismus ein und gründete einen eigenen Hochschulsender für die Ausbildung von Musik- und Kulturjournalisten, das „LernRadio“. Dieser Studiengang ist europaweit der erste und einzige seiner Art. Das neue Unterrichtsgebäude, das ihr zu Ehren den Namen Fany-Solter-Haus trägt, wurde am 4. Oktober 2012 eröffnet.

Fany Solter ist Mitglied in zahlreichen Ausschüssen und Kuratorien und Mitgründerin mehrerer Musikprojekte, wie der Internationalen Händel-Akademie Karlsruhe,[3] die 1986 gegründet wurde, oder die 1980 ins Leben gerufene Gesellschaft zur Förderung der Künste „pro arte“ Königsbach-Stein e. V.,[4] deren 1. Vorsitzende und künstlerische Leiterin sie seither ist. Die Gründung der Musikschule „Westlicher Enzkreis“[5] im Jahr 1987 ist ein weiteres Projekt, das auf ihre Initiative hin entstand.

Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie auch die CD-Veröffentlichungen in den letzten Jahren belegen das Schaffen von Fany Solter. Sie wirkte bei Orchesterkonzerten wie dem Brasilianischen Symphonieorchester, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Prager Symphonieorchester, sowohl mit Soloeinlagen als auch im Ensemble mit. Solter spielte unter berühmten Dirigenten wie Kurt Masur, Werner Stiefel, Lukas Foss und Václav Smetáček. Im Jahre 2011 wurde Fany Solter im Rahmen eines Konzertes unter dem Motto „Fany Solter and Friends“, bei dem sie auch selbst mitwirkte, feierlich aus ihrem aktiven Berufsleben verabschiedet.

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Spirale Symphonie op. 68 Urmas Sisask
  • Werke/Auswahl Das gesamte Kammermusikwerk für Klavier und Streichinstrumente Chopin, Frédéric.-Bühl
  • Brahms, Franz, Grieg, Liszt, Loewe, Mendelssohn-Bartholdy, Schumann/Gedichte: H. Heine
  • Lieder und Kammermusik

EhrungenBearbeiten

Für ihr langjähriges Engagement zur Verbreitung der brasilianischen Musik in Europa bekam sie 1988 die Medaille „Heitor Villa-Lobos“ von der brasilianischen Regierung verliehen. Für ihr unermüdliches Wirken in verschiedenen Bereichen der Musik wurde ihr 1994 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 1998 wurde sie Ehrensenatorin der Fachhochschule Karlsruhe. Die Ehrendoktorwürde der Universität Karlsruhe wurde ihr 2001 verliehen.

LiteraturBearbeiten

  • Christa Pohl: Fany Solter. Pianistin, Pädagogin, Rektorin. In: Lauter Frauen. Aufgespürt in Baden-Württemberg. 47 Porträts, Stuttgart: Theiss 2000, ISBN 3-8062-1525-1, S. 157–160.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. https://www.youtube.com/watch?v=kpTON3_RQHI
  2. https://www.youtube.com/watch?v=n-pjxcG2xm8
  3. 30. Internationale Händel-Akademie Karlsruhe 2015
  4. pro arte Königsbach-Stein e. V.
  5. Geschichte – mkswe.de (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mkswe.de