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Charles-François Lebœuf: Eurydice mourante (1822)

Eurydike (griechisch Εὐρυδίκη, die weithin Richtende) ist eine thrakische Dryade, die durch ihre Beziehung mit Orpheus bekannt wurde. Von manchen auch Agriope genannt, „die mit dem wilden Gesicht“, jedoch könnte sie nach Karl Kerényi auch Argiope, „die mit dem weißen Gesicht“ geheißen haben.

Sie heiratete Orpheus nach seiner Rückkehr vom Argonautenzug. Als Aristaios eines Tages versuchte, sie zu vergewaltigen, floh sie vor ihm,[1] trat dabei aber auf eine Schlange und starb an ihrem Biss. Dem magischen Klang seiner Leier vertrauend, folgte ihr Orpheus wehklagend in den Hades, das Totenreich der griechischen Mythologie. Man sagt sogar, der Fährmann Charon habe den Kahn verlassen, mit dem er die Toten über den Acheron zu führen pflegte, um Orpheus zu folgen. Selbst der Höllenhund Kerberos bellte nicht mehr, und alle Verdammten hatten für diese Zeit Ruhe von ihren Qualen: Ixion, Tityos, Sisyphos, Tantalos und die Töchter des Danaos. Auch Persephone war gerührt und erlaubte Orpheus, Eurydike wieder mit sich hinaufzuführen, unter der Bedingung, sich nach ihr nicht umzusehen. Weil er sich daran nicht hielt, wurde sie ihm von Hermes, dem Götterboten und Seelengeleiter, endgültig entrissen.[2]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vergil, Georgica 4,454–558; Hyginus, Fabulae 164
  2. Ovid, Metamorphosen 10,1–64

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eurydike – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien