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Esbit-Brennstofftabletten

Esbit entstand als Abkürzung für „Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“ und Markenname bzw. Handelsmarke für Brennstofftabletten aus Urotropin. Ein damit betriebener spezieller Notkocher wurde schon in der Wehrmacht benutzt und kommt auch heute noch bei Bundeswehr und Bundesheer, beim Camping und bei Rettungsorganisationen in der Auslandshilfe zum Einsatz. Weiterhin werden mit den Tabletten auch Spielzeug-Dampfmaschinen beheizt. In Anlehnung an flüssigen Brennspiritus, der in Spirituskochern verwendet wird, spricht man auch von Trockenspiritus.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Sicherheitshinweise
Name

Trockenbrennstoff Esbit

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
   

Achtung

H- und P-Sätze H: 228​‐​317
P: 261​‐​280​‐​302+352​‐​333+313​‐​501 [1]
Toxikologische Daten

>9200 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Der Brennstoff von Esbit, das Urotropin, auch Hexamethylentetramin genannt, wurde 1859 von Alexander Michailowitsch Butlerow entdeckt.[2] Seine Eignung als Trockenbrennstoff wurde vom schwäbischen Erfinder und Unternehmer Erich Schumm erkannt, der 1933 die Firma Schumm gegründet hatte, die dann 1936 die Trockenbrennstofftabletten unter dem Namen Esbit auf den Markt brachte, wobei der Name Esbit für „Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“ steht.[3]

BestandteileBearbeiten

Esbit besteht aus Urotropin, auch bekannt als Hexamethylentetramin (HMTA), welches in Würfel- oder Blockform gepresst wird. Der Brennwert liegt bei etwa 31,3 MJ/kg.

AufbewahrungBearbeiten

Esbit ist hygroskopisch und sollte daher trocken und dicht verpackt aufbewahrt werden.

KocherBearbeiten

 
Aufgeklappter Esbit-Kocher mit einer eingelegten Packung.

Der Hersteller bietet einen kleinen, faltbaren Kocher aus elektrolytisch verzinktem Stahl an, in dem man im zusammengeklappten Zustand eine Standardpackung mit sechs Esbitstücken à 14 g mitführen kann. Dieser, ehemals Modell 9 genannte, ist für den Einsatz unterwegs sehr leicht und kompakt, er eignet sich zum Erwärmen kleiner Mengen.

Für den Einsatz ist gegebenenfalls ein Windschutz erforderlich.

Der Esbit-Kocher wird von der Bundeswehr und dem Österreichischen Bundesheer zur Zubereitung der Hauptgerichte aus der Einmannpackung verwendet. Die französischen Streitkräfte benutzen ein Wegwerfmodell: Dieser Kocher besteht aus einem vorgestanzten Blech, das jeder Einmannpackung beiliegt und lediglich aufgeklappt werden muss.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Sicherheitsdatenblatt Trockenbrennstoff Esbit (PDF) bei frankana.de, abgerufen am 29. Juli 2017.
  2. Alexander Butlerow: Ueber einige Derivate des Jodmethylens. In: Annalen der Chemie und Pharmacie. 111, 1859, S. 242, doi:10.1002/jlac.18591110219.
  3. ESBIT-Kocher-Fabrik in Stuttgart – Untertürkheim: Warum heißt Esbit Esbit. Untertürkheim Rotenberg Luginsland, abgerufen am 21. März 2016.