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Das Motorschiff Erling Jarl war ein Postschiff, das von der Reederei NFDS auf der Hurtigruten entlang der Westküste Norwegens eingesetzt war.

Erling Jarl
MS Erling Jarl 1950 Galleri NOR.jpg
Schiffsdaten
Flagge NorwegenNorwegen Norwegen
Schiffstyp Post- und Passagierschiff
Bauwerft Cantieri Naval Riuniti, Ancona, Italien
Baunummer 229
Verbleib 1985 in Belgien abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
80,80 m
nach Umbau: 81,90 m (Lüa)
Breite 12,19 m
nach Umbau: 12,50 m
Tiefgang max. 4,30 m
Vermessung 2098 BRT / 1085 NRT
nach Umbau: 2125 BRT
 
Besatzung 57
Maschinenanlage
Maschine 1 × Achtzylinder-Fiat-Dieselmotor
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
2.500 kW (3.399 PS)
Höchst-
geschwindigkeit
16 kn (30 km/h)
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 575
Fahrzeugkapazität 4 Kfz PKW
Ausstattung
Passagierdecks

3

Anzahl Kojen für Passagiere

185

GeschichteBearbeiten

Die Erling Jarl wurde im Jahr 1949 unter der Baunummer 229 von der italienischen Werft Cantieri Naval Riuniti in Ancona gebaut und im selben Jahr an die Reederei übergeben. Die Jungfernfahrt fand am 5. September 1949 statt und seitdem wurde das Schiff ohne Unterbrechung bis Mitte des Jahres 1980 auf der Hurtigruten eingesetzt.

Name und SchwesterschiffeBearbeiten

Das Schiff war eines von vier Schwesterschiffen, den so genannten „Italiaskipene“ – also den „Italienschiffen“ – Midnatsol, Vesterålen und Sanct Svithun.

Es war das zweite Schiff der Rute unter diesem Namen. Die erste Erling Jarl war 1895 in Dienst gestellt worden.

ZwischenfälleBearbeiten

Am 8. Januar 1958 brach, während das Schiff in Bodø am Kai lag, ein Brand im Kabinentrakt des Schiffes aus. Trotz sofort eingeleiteter Rettungs- und Löschmaßnahmen kamen bei diesem Unglück 14 Mann ums Leben. Nach diesem Brand wurden die Brandschutzvorschriften auf allen Hurtigrutenschiffen verschärft.

Am 17. August 1972 lief das Schiff im Raftsund auf Grund; Menschen kamen nicht zu Schaden.

Am 13. März 1980 lief es erneut auf Grund, diesmal bei Solund. Es wurde anschließend in eine Werft nach Bergen geschleppt. Dort wurden im Trockendock erhebliche Schäden am Propeller und dem Achterschiff festgestellt, so dass eine vollständige Reparatur des über dreißig Jahre alten Schiffes für unwirtschaftlich angesehen wurde. Es wurde aus dem Liniendienst entlassen und verkauft. Der neue Eigner betrieb es danach unter dem Namen Balder Earl für vier Jahre fest vertäut als Hotelschiff in Trondheim. Im Januar 1985 wurde es schließlich nach Belgien verkauft und dort verschrottet.

KuriosesBearbeiten

Aus Mangel an Devisen wurde vereinbart, dass der Kaufpreis der damals bestellten vier Schwesterschiffe in Klippfisk, dem in Italien sehr geschätzten Stockfisch, bezahlt werden konnte. So erhielten diese vier Schwesterschiffe auch den Spitznamen „Klippfiskskipene“, also Stockfisch-Schiffe.

WeblinksBearbeiten