Rosenrotes Weidenröschen

Art der Gattung Weidenröschen (Epilobium)
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Das Rosarote Weidenröschen (Epilobium roseum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Weidenröschen (Epilobium) innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae).

Rosenrotes Weidenröschen
Rosenrotes Weidenröschen (Epilobium roseum)

Rosenrotes Weidenröschen (Epilobium roseum)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Unterfamilie: Onagroideae
Gattung: Weidenröschen (Epilobium)
Art: Rosenrotes Weidenröschen
Wissenschaftlicher Name
Epilobium roseum
Schreb.

Für die Eifel bei Ulm ist als Trivialname auch die Bezeichnung Herrgottshaar belegt.[1]

Beschreibung und ÖkologieBearbeiten

 
Illustration aus Flora Batava, Volume 6
 
Blüte von der Seite

Vegetative MerkmaleBearbeiten

Das Rosenrote Weidenröschen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60, selten 15 bis 100 Zentimetern. Es besitzt ein kurzes Rhizom und bildet nur einen Stängel aus. Zur Blütezeit besitzt es keine Ausläufer. Im Herbst bildet es am Wurzelhals kurze Erneuerungssprosse, die Blattrosetten bilden. Der Stängel ist kantig und hat zwei bis vier erhabene Längsleisten. Der untere Stängelteil ist häufig kahl, der obere Bereich ist verzweigt und trägt anliegende einfache Haare und abstehende Drüsenhaare.

Die bis zum Blütenstand hinauf gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiele sind 2 bis 10 Millimeter lang. Die einfache Blattspreite ist 3 bis 8 Millimeter sowie 1 bis 3 Zentimeter breit, eiförmig-lanzettlich, an beiden Enden zugespitzt und der Blattrand 1 Millimeter lange Zähne. Der Blattrand und die Nerven sind behaart, die Nerven stehen auf der Unterseite hervor.

Generative MerkmaleBearbeiten

Die Blütezeit liegt zwischen Juli und September oder Oktober. Die Blütenstandsachse ist dicht mit Drüsenhaaren besetzt. Die zwittrigen, relativ kleinen Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig mit einer langen Röhre. Der Achsenbecher ist auf den Flächen mit Drüsenhaaren besetzt, die Kanten sind anliegend behaart. Die Kelchblätter sind 3 bis 3,5 Millimeter lang. Die Krone ist trichterförmig und hat einen Durchmesser von 4 bis 6 Millimetern. Die Krone ist anfänglich weißlich und wird später hell-rosafarben. Die Kronblätter sind 4 bis 7 Millimeter lang und tief ausgerandet. Der aufrechte Griffel endet in einer keuligen Narbe. Es liegt Selbstbestäubung vor.

Die Kapselfrucht ist 4 bis 7 Zentimeter lang, dicht grauhaarig und trägt auf den Flächen Drüsenhaare. Die Samen sind etwa 1 Millimeter lang, verkehrt-eiförmig mit stumpfem Grund. Die Samenschale ist fein papillös.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.[2]

VorkommenBearbeiten

Das Rosenrote Weidenröschen kommt in Mitteleuropa an feuchten Standorten, verbreitet an Bachufern und in Gräben vor. Es gedeiht am besten auf sickernassen, häufig kalkreichen, eher humosen Lehm- und Tonböden. Es ist ein Nährstoffzeiger. Es steigt bis in die montane, selten bis in die subalpine Höhenstufe. In Tirol steigt es bis in Höhenlagen von 1350 Metern.

Pflanzensoziologisch ist es in Mitteleuropa eine Art der Gesellschaften des Convolvulion sepium, kommt aber auch im Filipendulion und Sparganio-Glycerion fluitantis vor.[2]

SystematikBearbeiten

Die Erstveröffentlichung von Epilobium roseum erfolgte durch Johann Christian von Schreber.

Unterarten:

  • Epilobium roseum Schreb. subsp. roseum
  • Epilobium roseum subsp. subsessile (Boiss.) P.H.Raven: Bei ihr sind die Blattstiele kurz und nur 1 bis 3 Millimeter lang.[3] Sie kommt in Südosteuropa vor.

LiteraturBearbeiten

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 140.(online).
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 685.
  3. P. H. Raven: Epilobium L. In: Thomas Gaskell Tutin u. a.: Flora Europaea. Band 2, Seite 308–311. Cambridge University Press 1968.

WeblinksBearbeiten

Commons: Rosarote Weidenröschen (Epilobium roseum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien