Elias I. (Périgord)

Graf von Périgord

Elias I. (französisch: Hélie; † unsicher: 975) war ein Graf von Périgord aus dem Haus Périgord. Er war der älteste Sohn von Boson dem Alten von La Marche und der Emma von Périgord.

Seinen Vater unterstützte Elias 974 bei dessen Angriff auf den Vizegrafen Gerald von Limoges. Dazu wurde er an den Hof des Herzogs Wilhelm IV. Eisenarm von Aquitanien gesandt, um dessen Billigung zu diesem Kriegsakt einzuholen, die dieser aber nicht erteilte.[1]

Nachdem sein Onkel mütterlicherseits, Graf Ranulf Bompar, im Juli 975 getötet worden war, konnte Elias ihm als Graf von Périgord nachfolgen. Aber zur selben Zeit nahm er den Chorbischof Benedikt, der bereits für das Bistum Limoges als Nachfolger des Bischofs Ebles designiert war, gefangen und blendete ihn, wohl weil er die Partei des Vizegrafen von Limoges unterstützt hatte. Kurz darauf wurden Elias und sein Bruder Aldebert von Vizegraf Guido gefangen genommen. Dieser beabsichtigte, mit der Zustimmung des Herzogs Elias zu blenden und so Vergeltung für dessen vorangegangene Tat zu üben, doch Elias gelang rechtzeitig die Flucht aus seinem Kerker in Montignac. Er starb während einer Pilgerreise nach Rom, die er vermutlich als Buße für seine Tat angetreten hatte. Für ihn musste sein jüngerer Bruder Gauzbert büßen, der gefangen genommen, an den Herzog von Aquitanien ausgeliefert und von diesem geblendet wurde.[2]

Weil Elias keine eigenen Kinder hatte, folgte ihm sein Bruder Aldebert in Périgord nach.

LiteraturBearbeiten

  • Georges Thomas: Les comtes de la Marche de la maison de Charroux, in: Mémoires de la Société des sciences naturelles et archéologiques de la Creuze 23 (1927), S. 561–700
  • Robert-Henri Bautier: Les origines du comté de la Marche, in: Mélanges d’archéologie et d’histoire offerts à M. Henri Hemmer par ses collègues et ses amis (1979), S. 10–19
  • Thomas Head: The Development of the Peace of God in Aquitaine (970-1005), in: Speculum 74 (1999), S. 662–663

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aimon von Fleury, Miracula s. Benedicti II §16, hrsg. von Eugène de Certain (1858), S. 118–120
  2. Ademar von Chabannes, Chronicon III §25, hrsg. von Jules Chavanon (1897), S. 146–148
VorgängerAmtNachfolger
Ranulf BomparGraf von Périgord
975
Aldebert I.