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Eickhaus (2014)

Das Eickhaus ist ein 1915 nach Plänen des Architekten Georg Metzendorf errichtetes und unter Denkmalschutz stehendes Geschäftshaus in der Essener Innenstadt.

GeschichteBearbeiten

VorgängergebäudeBearbeiten

Auf dem Grundstück des ab 1913 errichteten Geschäftshauses zwischen der Kettwiger- und der Rathenaustraße, gab es folgende zwei Vorgängergebäude:

Das Wirtshaus von Hannes Schnutenhaus, er war einer der letzten zwei Bauern auf der Kettwiger Straße, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Johann Schulte übernommen. Er führte es als Restaurant und Wirtschaft weiter und war bei den Essenern als Schultenhännes bekannt. 1894 wurde das Gebäude abgerissen.

Daraufhin wurde ein repräsentatives Eckhaus mit Jugendstilelementen errichtet, in dem ein gehobenes Bierlokal betrieben wurde. Familie Schulte vermietete es 1901 an einen Herrn Ehrlich. Wenig später entstand hier das Zigarrengeschäft von J. Neumann. Nachdem die Stadt Essen das Gebäude 1910 gekauft hatte, wurde es später abgebrochen.[1]

EickhausBearbeiten

Das bis heute erhaltene Eickhaus wurde in den Jahren 1913 bis 1915 erbaut. Nach einem Entwurfswettbewerb aus dem Jahre 1911 wurde das Haus nach Plänen des Architekten Georg Metzendorf errichtet. Bauherr und erster Eigentümer war die Kettwigerstraße-Grundbesitzgesellschaft mbH, von der Stadt Essen und der Firma Eick Söhne gegründet. Sie diente den Gesellschaftern zur Realisierung des städtebaulich bedeutsamen Projektes. Als erstes war das Möbel- und Einrichtungs-Kaufhaus der Firma Eick Söhne Mieter des Hauses, woraus sich der gebräuchliche Name Eickhaus ableitet. Zuvor hatte die noch A. Eick Söhne genannte Firma ihr Geschäft an der damaligen Gildehofstraße und Mühlenstraße (heute I. Dellbrügge).

Die Firma Eick Söhne verkaufte vor allem Wohnungseinrichtungen, Teppiche und Dekorationen. Im Mittelpunkt des Hauses gab es einen zweigeschossigen, mit Marmor verkleideten Teppichsaal mit Galerie. In den Schaufenstern stellte die Essener Raumkunstgruppe selbst entworfene Raumkunstobjekte aus. Dieser Künstlervereinigung gehörten die Architekten Georg Metzendorf, Edmund Körner und Alfred Fischer sowie der Künstler Adolf Holub an.

Mit der Eröffnung des neuen Hauses an der Kettwiger Straße während der Zeit des Ersten Weltkrieges folgten wirtschaftliche Probleme. Gleichzeitig eröffnete 1915 an der Burgstraße (heute Kettwiger Straße 44) das Einrichtungshaus Schürmann (heute AppelrathCüpper), das sich als starker Konkurrent entwickelte. Die von Anfang an vermieteten Flächen für andere Läden im Eickhaus nahmen deutlich zu, so dass sich auch Büros und Praxen im Haus befanden. Nach Auflösung der Firma Eick Söhne fanden in den Jahren 1932/33 umfangreiche Umbauarbeiten im Gebäudeinnern statt. 1938 verfügte die Raumkunst GmbH, ein Einrichtungshaus als Nachfolgegesellschaft von Eick Söhne, noch über die Hälfte der gesamten Gebäudenutzfläche.

Nach schweren Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus verändert wiederaufgebaut. Das einst mit Kupferblechen bedeckte, pagodenartige Dach wurde nicht wieder hergestellt. Stattdessen wurde ein sechstes nach hinten versetztes Stockwerk mit Flachdach aufgesetzt. Die Werksteinfassade wurde instandgesetzt und ist weitgehend erhalten geblieben. Hinzu kam ein flaches Vordach rund um das Erdgeschoss und die Fenster der ersten Etage an der Südseite zum heutigen Willy-Brandt-Platz wichen nach 1957 einer glatten Mauer. Im Norden stand das nicht zum Eickhaus gehörige Derendorf-Haus, das im Krieg vollständig zerstört wurde. Beim Wiederaufbau wurde das neue Gebäude dem Eickhaus angepasst. In den 1950er Jahren zog die Bekleidungskette Peek & Cloppenburg in das Eickhaus ein. 1989 wurde durch einen Mitarbeiter von Peek & Cloppenburg der Mode-Filialist Anson’s Herrenhaus in Essen gegründet, der bis heute im Eickhaus ein Geschäft betreibt.

Am 24. August 2000 wurde das Eickhaus unter Denkmalschutz gestellt. Der Schutzumfang wurde im Januar 2018 um das zur Rathenaustraße hin liegende Treppenhaus erweitert. Nicht unter Schutz stehen das nach dem Krieg aufgesetzte Stockwerk und das nördlich angebaute Derendorf-Haus.[2]

Im Jahr 2018 wurde das Gebäude an einen Hamburger Projektentwickler verkauft. Zuvor war es jahrzehntelang in niederländischem Privatbesitz. Ab dem Jahr 2019 soll das Haus grundlegend saniert werden und danach Raum für Büros und Einzelhandel bieten.[3]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Eickhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hugo Rieth: Essen in alten Ansichten, Band 2. 7. Auflage. Zaltbommel, Niederlande 1991, ISBN 978-90-288-3097-4.
  2. Eickhaus in der Denkmalliste der Stadt Essen; abgerufen am 14. Juli 2018
  3. Janet Lindgens, Martin Spletter: Bekommt das Eick-Haus sein Dach zurück?; In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 14. Juli 2018

Koordinaten: 51° 27′ 11,7″ N, 7° 0′ 45,6″ O