Das Egipar, auch Gigparku, bezeichnete das Heiligtum der Ningal (auch Nin-galdi). Ihr Tempel stand meistens im Bezirk des Mondgottes Nanna, der auch mit Sin gleichgesetzt wurde.

Egipar in UrBearbeiten

In der sumerischen Stadt Ur stand es im nördlichen Ortsbereich und grenzte an den Bezirk des dort als Haupt- und Mondgott verehrten Nanna. Das Zikkurat des Nanna wurde um 2100 v. Chr. vom König Ur-Nammu erbaut.

Rim-Sin I. erneuerte zunächst die Tempelanlagen und setzte seine Schwester 1764 v. Chr.[1] mit dem Sin geweihten Namen En-ane-du ein. Nabu-na'id baute in seinem zweiten Regierungsjahr 554 v. Chr. das zwischenzeitlich verfallene Heiligtum wieder auf, belebte den alten Kult und ernannte seine Tochter nach alter Tradition mit ihrem neuen Namen En-nigaldi-Nanna zur Entu-Priesterin.

Im Tempelbezirk Egipar wurden bei archäologischen Ausgrabungen die Grabanlagen der dort lebenden Priesterinnen gefunden. Nach sumerischen und babylonischen Riten verbrachten die geweihten Töchter ihr restliches Leben als verheiratete Göttergattinnen in den Heiligtümern.

Entu-Priesterinnen von UrBearbeiten

Name Regierungszeit
(Kurze Chronologie)
Regierungszeit
(Mittlere Chronologie)
Tochter des Königs …
En-Lipuscha 2325 v. Chr. bis ?? 2389 v. Chr. bis ?? Karam-Sin von Sumer
En-hedu-anna 2270 v. Chr. bis ?? 2334 v. Chr. bis ?? Sargon von Akkad
En-men-ana 2190 v. Chr. bis 2154 v. Chr. 2254 v. Chr. bis 2218 v. Chr. Naram-Sin von Akkad
En-anna-pada 2104 v. Chr. bis 2090 v. Chr. 2168 v. Chr. bis 2154 v. Chr. Ur-Baba von Lagasch
En-nirgal-anna 2043 v. Chr. bis 2025 v. Chr. 2107 v. Chr. bis 2089 v. Chr. Ur-Nammu
En-nirzi-anna 2024 v. Chr. bis 1977 v. Chr. 2088 v. Chr. bis 2041 v. Chr. Schulgi
Name unbekannt 1959 v. Chr. bis 1934 v. Chr. 2023 v. Chr. bis 1999 v. Chr. Ibbi-Sin
En-anna-du 1764 v. Chr. bis ?? 1828 v. Chr. bis ?? Kudur-Mabuk
En-nigaldi-Nanna 553 v. Chr. bis 539 v. Chr.? Nabu-na'id

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Anmerkungen und BelegeBearbeiten

  1. 1828 v. Chr. nach mittlerer Chronologie.