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Die ETH Zürich Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Schweizer Stiftung, welche die Lehre und Forschung an der ETH Zürich unterstützt. Sie ist nicht Teil der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH Zürich), sondern hat eine eigene privatrechtliche Identität und wird von einem Stiftungsrat sowie einer Geschäftsstelle geführt. Diese Stiftung erhält gemeinnützige Donationen von Unternehmen, anderen Stiftungen und Privatpersonen, darunter viele ETH-Absolventen (Alumni).

PrinzipienBearbeiten

  • Strategische Projekte und besondere Talente der ETH Zürich sollen gefördert werden.
  • Die Freiheit von Lehre, Forschung und Publikationen bei geförderten Personen und Projekten der ETH Zürich muss gewährleistet sein.
  • Professuren, Institute oder Zentren können unterstützt werden.
  • Bei Donationen mit bestimmtem Verwendungszweck muss die Schulleitung der ETH Zürich den Vorhaben zustimmen.
  • Die Vertrauenswürdigkeit von Donationen wird unter Anwendung der relevanten Gesetzgebung geprüft.
  • Ein Jahresbericht erläutert die erfolgten Zuwendungen sowie die finanzielle Situation der Stiftung.[1]
  • Förderer, welche ein bestimmtes Projekt unterstützen, werden über die entsprechenden Entwicklungen und Ergebnisse regelmässig informiert.

ArbeitsweiseBearbeiten

Der Stiftungsrat umfasst 13 Personen (Stand 2019).[2] Er agiert ehrenamtlich.

Eine Geschäftsstelle nimmt die operativen Aufgaben wahr. Das Team von 16 Personen unter Leitung ihres Geschäftsführers Donald Tillman ist in Zürich tätig (Stand März 2019).[3]

Der Betriebsaufwand wird aus den Kapitalerträgen des verwalteten Vermögens finanziert. Sämtliche an die ETH Zürich Foundation gesprochenen Mittel kommen in vollem Umfang dem Förderzweck zugute.

Die Buchprüfung erfolgt durch PricewaterhouseCoopers AG, Zürich.

TätigkeitBearbeiten

Beispiele kürzlich geförderter VorhabenBearbeiten

  • Professuren für Innovatives und Industrialisiertes Bauen (Implenia), Data Science for Personalized Health (Wilhelm Schulthess-Stiftung), Robotik (Credit Suisse), Genombiologie (NOMIS Foundation[4] + Lotte und Adolf Hotz-Sprenger Stiftung[5]), Tiefengeothermie und Zentrum für Einzelatom-Elektronik und -Photonik (Werner Siemens Stiftung), Translational Neuromodeling (René und Susanne Braginsky-Stiftung[6]), Nachhaltige Agrarökosysteme (Sygenta), Nachhaltige Lebensmittelverarbeitung (Bühler Uzwil + Migros-Industrieunternehmen[7]), Logistikmanagement (Kühne Stiftung), Humane Immunologie (Helmut Horten Stiftung), Biomolekulares Engineering (S. Leslie Misrock Stiftung), Physical Activity and Health (Wilhelm Schulthess-Stiftung), Leistungshalbleiter (ABB), Fluid Dynamik (Sulzer), Urbane Wassersysteme (Albert Lück-Stiftung), Knorpel-Engineering der Regenerations- und Sportmedizin (FIFA), Integratives Risikomanagement (Swiss Re).
  • Eine vollständigere Liste von geförderten Professuren wird durch die ETH Foundation nachgeführt.[8]
  • Pioneer Fellowships für angehende Jungunternehmer und Jungunternehmerinnen
  • Ausrichtung mehrerer Exzellenz-Stipendien für Master-Studierende. Jährlich wird der Anlass Meet the Talent durchgeführt, an welchem die entsprechenden Donatoren die geförderten Studenten treffen können.
  • Jährliche Verleihung des Rössler-Preises seit 2009 an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Die mit 200'000 Schweizer Franken höchstdotierte Auszeichnung für Forschung an der ETH Zürich wird durch eine Schenkung von ETH-Alumnus Max Rössler ermöglicht.
  • Gründung und Betrieb des Instituts für Theoretische Studien der ETH Zürich (Alumni Martin Haefner (via Walter Haefner Stiftung) und Max Rössler)[9]
  • Unterstützung des Flagship-Projekts Zurich Heart der Hochschulmedizin Zürich dank zweckungebundenen Legaten (IMG Stiftung, Baugarten Stiftung, Schwyzer-Winiker Stiftung)
  • Anschaffung einer neuen Kryo-Elektronenmikroskopeinrichtung zur Erforschung biochemischer Prozesse (Familie August von Finck, NOMIS Foundation-Georg Heinrich Thyssen, Monique Dornonville de la Cour Stiftung)
  • Projekt Fruktosemetabolismus gefördert durch den Dr. Walter und Edith Fischli Fonds.
  • Gründung des Wyss Translational Center Zurich ermöglicht durch Alumnus Hansjörg Wyss.[10]

Jahresberichte der StiftungBearbeiten

Für das Jahr 2018 wurden insgesamt 130 Millionen Schweizer Franken an Donationen und Legaten von 2133 Förderern der Stiftung neu anvertraut. Per Ende 2018 beträgt die Bilanzsumme des Stiftungsvermögen 490 Millionen Schweizer Franken.[11]

Im Gegensatz zu bestimmten ausländischen Forschungsinstituten wie den Fraunhofer Gesellschaften in Deutschland und privaten US-Hochschulen, machen die Fördermittel der ETH Foundation nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Budgets der ETH Zürich aus.[12]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verhaltenskodex der ETH Foundation. Website der ETH Zürich Foundation, abgerufen am 26. März 2019
  2. Stiftungsrat der ETH Foundation. Website der ETH Zürich Foundation, abgerufen am 26. März 2019
  3. Team der Geschäftsstelle. Website der ETH Zürich Foundation, abgerufen am 26. März 2019
  4. Nomis Foundation.
  5. Lotte und Adolf Hotz-Sprenger Stiftung.
  6. Braginsky Stiftung.
  7. Es müssen nicht Insekten sein. NZZ, 28. April 2017, abgerufen am 26. März 2019
  8. Geförderte Professuren. ETH Foundation, abgerufen am 13. April 2019.
  9. Institute for Theoretical Studies. Website der ETH Zürich, abgerufen am 26. März 2019
  10. Schenkung für ETH und Universität Zürich. Radio SRF Aktuell, 12. Dezember 2014
  11. Jahresbericht 2018. Website der ETH Zürich Foundation, abgerufen am 26. März 2019
  12. Private Gelder an Hochschulen: Grosses unausgeschöpftes Potenzial. economiesuisse, 12. April 2018, abgerufen am 26. März 2019