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Drumcomputer

elektronisches Instrument zur Erzeugung perkussiver Klänge
Roland TR-808

Ein Drumcomputer [ˈdɹʌmkəmˌpjuːtɚ], auch Drum Machine [-məˈʃiːn] genannt, ist ein elektronisches Musikinstrument zur Erzeugung oder Wiedergabe perkussiver Töne sowie zur Programmierung musikalischer Rhythmen.

FunktionsweiseBearbeiten

Im Grundsatz sind Drumcomputer Synthesizer, also elektronische Geräte zur künstlichen Klangerzeugung ohne „echte“ Musikinstrumente. Die Klangsynthese erfolgt entweder analog durch subtraktive Synthese oder digital mit Hilfe von aufgenommenen Samples. Anders als beim klassischen Synthesizer mit integrierten Klavier- bzw. Keyboard-Tasten wird der Ton beim Drumcomputer in der Regel ausgelöst über

Übliche Schlagzeugtöne sind Bassdrum, Snare, Hi-Hat, Cymbals, Hi-/Mid- und Low-Tom sowie Handclap, Rimshot, Tambourin, Bongos oder Rasseln. Wichtige Klangparameter wie Lautstärke, Tondauer, Tonhöhe (Pitch) oder Attack und Decay (Ansteigen und Abfallen der Hüllkurve des Tons) sind oft einstellbar.

GeschichteBearbeiten

Die ersten Drumcomputer waren einfache Automaten, die nur vorprogrammierte Rhythmen wie Mambo, Tango usw. abspielen konnten. Zielgruppe waren zumeist Alleinunterhalter. Beispiel für diese Art von Drumcomputern, die auch in Heimorgeln verwendet wurden, ist die „Rhythm Ace“-Serie des japanischen Unternehmens Ace Tone, die seit etwa 1967 hergestellt wurden.

Ab Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre kamen die ersten frei programmierbaren Drumcomputer auf den Markt. Die Klangerzeugung war analog, weshalb die Klänge nicht sehr natürlich klangen. Ein bekanntes Beispiel für diese Art der Drumcomputer ist die Roland TR-808 aus dem Jahr 1980, aber auch schon deren Vorgängermodell, die CR-78 CompuRhythm aus dem Jahr 1978. Rhythmen konnte man über den eingebauten Stepsequenzer programmieren und das Abspielen per Schnittstelle mit anderen Geräten synchronisieren.

Analoge Drumcomputer sind heute meist begehrte Sammlerstücke. Ihre Klänge werden heute noch vielfältig eingesetzt, insbesondere im Hip Hop sowie in der elektronischen Tanzmusik. Aus diesem Grund findet man sie in Form von Samples auch häufig in neueren, digitalen Drumcomputern.

Einflussreich für die Popmusik war die unter anderem von Prince und Michael Jackson verwendete Linn LM-1, die 1980 auf den Markt kam und anders als die Roland-Drumcomputer auf eine Sample-basierte und dadurch natürlicher wirkende Klangerzeugung setzte. Kommerziell war die 4995 US-Dollar teure und später sogar auf 5500 US-Dollar verteurte LM-1 allerdings ein Flop; erst der günstigere Nachfolger, die LinnDrum, verkaufte sich erfolgreich.[1]

Ab Mitte der 1980er Jahre setzte sich MIDI als Schnittstelle durch. Dies bedeutete, dass zunehmend nur noch die Klangerzeugung im Gerät stattfand und es über die MIDI-Schnittstelle extern angesteuert werden konnte bzw. musste.

Ab Mitte der 1990er Jahre ging die Verbreitung von Hardware-Drumcomputern zurück, da sie zunehmend in Synthesizer-Workstations wie der Korg M1 integriert, durch Sampler ersetzt oder durch Software emuliert wurden. Gegenwärtige Hersteller von Hardware-Drumcomputern sind unter anderem Roland, KORG, Elektron, Zoom oder Alesis.

Bekannte BeispieleBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Drum machines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten