Diskussion:Risographie

Letzter Kommentar: vor 15 Jahren von 91.141.97.179 in Abschnitt Wachsmatrizen

Kann ein Verfahren in Rotation gebracht werden ? mideal (17.8.2007 12:24 CEST)

Matrizen brennen

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... so nannten wir um 1978 das Herstellen von Wachsmatrizen (in diesem Fall allerdings aus wachslosem anderen Papiermaterial) in einem Gerät mit zwei auf einer waagrechten Achse laufenden Trommeln Jede etwa 25 cm breit, 12 cm Durchmesser. Auf eine wurde die grafische Vorlage (Blatt Papier A4 mit Text, Grafik, kontastreiche ungerasterte Fotos eingespannt, auf die andere eine "Wachsmatrize" mit dem Kopf aus dünnstem steifen Karton mit Lochungen zu Passstiften in verschiedenen Standards. Die rotierende Trommel führt die Vorlage am in Zylinderachsenrichtung langsam fortschreitenden Abtastkopf mit Helligkeitsensor vorbei (kleine Lichtquelle Glübrine(?) + Fotodiode oder -transistor und Optik). Wird "Dunkel" erkannt wird synchron per elektrischem Funken ein Loch an der entsprechenden Stelle in die Matrize "gebrannt". Abstastkopf und Brennkopf sind dabei mechanisch starr miteinander verbunden.

Vor dem Start vorzuwählen waren:

  • Feinheit der Rasterung - als Kompromiss aus möglichst feiner Übertragung und verfügbarer Zeit (Brenngerät, Drucktermin). Doppelt feine Rasterung dauert 4 mal so lang, da horizontaler Vorschub und Trommelrotationsgeschwindigkeit halbiert werden. A4 fein gerastert dauert etwa 1 Stunde.
  • Hell-/Dunkel-Ansprechpunkt und Kontrast mit einem oder zwei Drehreglern.

War der Brennvorgang einmal gestartet, konnte durch eine transparente Plexiglashaube, der Fortschritt des Brennvorgangs und (bewegungsverwischt daher nur grob) sein Ergebnis beobachtet werden. Wurde der Brennvorgang gestoppt, liess sich die Doppeltrommel mit dem Daumen am Rand drehen und das Ergebnis genauer beurteilen, doch ein Wiederstart zum Weiterlauf hinterliess eine Unregelmässigkeit. Ändern der Einstellungen kostete eine weitere Matrize, weshalb bewährte Einstellungen vorsorglich handschriftlich auf Selbstklebetikett auf dem Gerät notiert waren.

Auch um 1980 begann bei der Kronenzeitung in Linz der Einsatz von Fotofunk. S/W-Fotos 13x18 cm wurden auf eine ganz ähnliche Trommel gespannt und per Modem über Telefonleitung an die Redaktion in Wien übermittelt. Mechanik und Abtastvorgang dürften ganz ähnlich gewesen sein. Natürlich hatte das Gerät nur eine, ebensfalls waagrechte Trommel. -- 91.141.97.179 12:13, 25. Jul. 2009 (CEST) johannes muhr, graz (A)Beantworten

Wachsmatrizen

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... der Marke "Geha" oder "Gstetner" bestanden aus einem Papiervlies mit Wachsfüllung. Das Set für A4 war etwa 23 cm breit und 40 cm hoch, bestand aus einem für mehrere Passstiftanordnungen gelochten Kopf, der das Matrizenmaterial und eine mit Abreissperforation versehene Schreibunterlage zusammenhielt. Dieses Set konnte in der mechanischen oder elektrischen Schreibmaschine (gleichmässigerer Anschlag) eingespannt und beschrieben werden. Händisch konnte mit Kugelschreiber oder einem speziellen Stift mit Stahlspitze und Kugel (d = ca. 1 mm) egschrieben de gezeichnet werden. Der Anschlag der Typen bzw. der Druck der Schreibstifte drückte das Wachs aus dem Vlies in die offenporige Schreibunterlage, die jedenfalls im Fall von Maschinschrift den geschriebenen Text besser wiedergab als das Matrizenvlies.

für Korrekturen wurde rosa Lack möglichs nur über einen fehlerhaften Buchstaben gepinselt. War die Matrize eingespannt geblieben und noch nicht viel weiter transportiert worden konnte die Stelle sehr passgenau neu getippt werden. Denn der rasch trocknende Lack konnte nach etwa 1 Minute erfolgreich überschrieben werden. Bei einer Typenhebelmaschine konnte der Hebel eines Buchstabens zur Passkontrolle auch händisch zum Papier hingehalten und sehr fest angedrückt werden. Die meisten Schreibmaschinen konnten die Zeilenschritteinrastung an der Walze lösen und machten stufenlose Höheneinstellung des Papiers möglich. Manche hatten auch eine Taste um die Schreibposition waagrecht um bis zu eine Buchstabenbreite zu verschieben, was man auch mit dem graduellen Verschieben des Wagens erreichen konnte.

Die Schreibunterlage wurde abgetrennt, die Matrize am gelochten Kopf und am unteren Rand in die Wachsmatrizendruckmaschine gespannt, eingefärbt und nach einigen Blättern Andruck konnten etwa 1000 Abzüge hergestellt werden, bis die Matrize sich längte, verschliss, Falten bildete. Mit genauer Beobachtung des Druckfortschritts, Korrigieren der Matrizenlage (Falten) konnte die Auflage eventuell zu erhöhen helfen.

Gedruckt würde üblicherweise nur in schwarz auf eher raues Papier.

Für geringere Auflagen stand der Spiritus-Umdruck zur Verfügung. Eigene Matrizen in verschiedenen Farben für Auflagenhöhen von etwa 25 bis 150 wurden angeboten. Bereits 1973 kombinierte ich verschiedene Farben auf eine Druckvorlage um mehrfärbig zu drucken. Übliche Auflagenhöhen waren 30 für eine Schulklasse oder einen Pfadfindertrupp oder 100 für ein Flugblatt für eine Studienrichtung. -- 91.141.97.179 12:45, 25. Jul. 2009 (CEST) johannes muhr, graz (A)Beantworten