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Werkdaten
Titel: Die beiden Schützen
Form: Singspiel
Originalsprache: Deutsch
Musik: Albert Lortzing
Libretto: Albert Lortzing
Literarische Vorlage: Les Méprises par ressemblance von André-Ernest-Modeste Grétry
Uraufführung: 20. Februar 1837
Ort der Uraufführung: Leipzig
Ort und Zeit der Handlung: Deutsche Kleinstadt um 1830
Personen
  • Amtmann Wall (Bass)
  • Karoline Wall, seine Tochter (Sopran)
  • Wilhelm Stark, nichtehelicher Sohn des Amtmanns, Soldat im 1. Schützenbataillon (Bariton)
  • Peter, dessen Vetter (Tenor)
  • Busch, Gastwirt (Bass)
  • Suschen Busch, seine Tochter (Sopran)
  • Gustav Busch, deren Bruder, Soldat im 3. Schützenbataillon (Tenor)
  • Jungfer Lieblich, Haushälterin bei Busch (Alt oder Mezzosopran)
  • Schwarzbart, ein Dragoner, Freund Wilhelms (Bass)
  • Unteroffizier Barsch (Bariton)
  • Ein Soldat (Sprechrolle)
  • Soldaten, Nachbarn, Landleute (Chor)

Die beiden Schützen ist eine Komische Oper in drei Akten von Albert Lortzing, der auch sein eigener Librettist war. Das Werk erlebte seine Uraufführung am 20. Februar 1837 im Theater der Stadt Leipzig. Es war Lortzings erster großer Erfolg und bestärkte ihn in seiner Absicht, weitere Bühnenwerke für das Musiktheater zu schreiben.

HandlungBearbeiten

Die Oper spielt in einer deutschen Kleinstadt um 1830

Erster AktBearbeiten

Bild: Marktplatz

Zehn Jahre sind es nun schon her, dass Gustav Busch als Soldat im dritten Schützenbataillon seinen Dienst aufnahm. Nie war es ihm vergönnt gewesen, auch nur einmal seinem Zuhause einen Besuch abzustatten. Aber heute soll er zurückkehren. Sein Vater ist schon ganz aufgeregt. Zusammen mit den Nachbarn fiebert er der Heimkehr seines Sohnes entgegen. Es dauert auch nicht lange, bis sich ein Soldat dem Marktplatz nähert. Dieser ist aber nicht der Erwartete, sondern Wilhelm Stark, der verschollen geglaubte außereheliche Sohn des Amtmanns. Als er jüngst in eine Schlägerei verwickelt war, bei der auch Gustav Busch beteiligt war, vertauschten die beiden unbewusst ihre Tornister und damit auch die Papiere. Freudig begrüßt der Gastwirt seinen vermeintlichen Sohn. Als Wilhelm Stark dessen hübsche Tochter Suschen erspäht, fühlt er sich gleich zu ihr hingezogen und spielt mit.

Zweiter AktBearbeiten

Jetzt kehrt auch Gustav, der richtige Sohn des Gastwirts, von seinem Militärdienst zurück. Wie freut er sich, endlich wieder seine Verlobte, des Amtmanns Tochter Karoline, in die Arme schließen zu können. Diese hat auch gleich ihren Auftritt, entzieht sich aber seiner Umarmung, weil sie ihn für einen Schwindler hält. Trotzdem fühlt sie sich in ihrem Herzen zu ihm hingezogen. Gastwirt Busch erkennt in diesem zweiten Schützen auch nicht seinen Sohn. Nun soll der Amtmann entscheiden, wie es weitergehen soll. Schnell ist dieser zur Stelle und verlangt Beweise. Im Tornister dieses Schützen findet sich eine Brieftasche mit einem Dokument, das auf einen Wilhelm Stark lautet. Allen Beteuerungen Gustavs, die Papiere gehörten ihm nicht, stoßen auf taube Ohren. Der Amtmann erklärt den Schützen für verhaftet und arretiert ihn im Gartenhaus des Gastwirts.

Dritter AktBearbeiten

Bild: Hof hinter dem Gasthaus

Karoline durchleidet Herzensqualen. Einerseits ist sie mit Gustav Busch, dem Sohn des Gastwirts, verlobt und möchte ihn auch nicht düpieren, aber andererseits empfindet sie ein immer größer werdendes Verlangen nach dem eingesperrten Schwindler. Auch Karolines Freundin Suschen Busch hat keinen Grund zur Freude. Sie kann es einfach nicht fassen, dass ihr der vermeintliche Bruder so heftig im Herzen herumspukt. Amtmann Wall plagen Gewissensbisse, ob er möglicherweise mit der Verhaftung des zweiten Schützen nicht doch einen Fehler begangen hat. Vielleicht heißt dieser tatsächlich Wilhelm Stark und ist sein Sohn?

Verwandlung. Bild: Im Inneren des Gartenhauses

Nach und nach dringen alle Protagonisten in Gustavs „Gefängnis“ ein. Es kommt zu einem fürchterlichen Durcheinander. Zu guter Letzt lösen sich aber die Verwechslungen und die richtigen Paare finden sich.

AnmerkungenBearbeiten

Nach dem Achtungserfolg von Ali Pascha überzeugte Lortzing mit seinen beiden Schützen die Musikwelt, dass er ein ernst zu nehmender Komponist ist. Alles, was viele an dem späteren Lortzing so schätzen, findet sich bereits hier: Schwungvolle Chöre, volkstümliche – das Wort ist hier nicht abwertend gemeint – Arien, Lieder und Ensembles, Komik durch Verwechslungsszenen. Als einzelne Musiknummern seien hervorgehoben: der Chor der Landleute zu Beginn des ersten Aktes, die Arie des heimkehrenden zweiten Schützen im zweiten Akt, in welcher er die heimatlichen Fluren und im Herzen seine Braut begrüßt, im dritten Akt schließlich ein zärtliches Duett zwischen Gustav und Karoline, das Septett Oh wie würde Vater schelten und die Hymne O stille Nacht, in deines Schattens Kühle.

LiteraturBearbeiten

  • Die beiden Schützen. In: Georg Richard Kruse: Albert Lortzing (= Berühmte Musiker. Lebens- und Charakterbilder nebst Einführung in die Werke der Meister. Band VII). Harmonie, Berlin 1899 (online im Internet Archive).

WeblinkBearbeiten