Die Teufelshand

Film von Maurice Tourneur (1943)

Die Teufelshand ist ein französischer Spielfilm aus dem Jahre 1942. Unter der Regie von Maurice Tourneur spielte Pierre Fresnay die Hauptrolle. Der Geschichte liegt der Roman "La main enchantée" (1832) von Gérard de Nerval zugrunde.

Film
Deutscher TitelDie Teufelshand
OriginaltitelLa main du diable
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1942
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Maurice Tourneur
Drehbuch Henri-Georges Clouzot
Stanislas-André Steeman
Produktion Maurice Tourneur
Alfred Greven
Musik Roger Dumas
Kamera Armand Thirard
Schnitt Christian Gaudin
Besetzung

HandlungBearbeiten

Die Geschichte beginnt in einem Berggasthof. Gäste haben sich im Speisezimmer versammelt und unterhalten sich. Plötzlich tritt ein seltsamer Mann herein. Er trägt etwas unter seinem Arm. Es handelt sich um ein Kästchen, in dem eine abgeschnittene Hand aufbewahrt wird. Die Gäste bedrängen den Fremden, die dahinter steckende Geschichte zu erzählen. Und so beginnt der Fremde zu berichten: Einst war er ein erfolgloser Maler, dem einfach nichts gelingen wollte. Um seine miserable Existenz zu verbessern, ging er einen faustischen Pakt ein: Er erwarb eine Schachtel mit einer abgeschnittenen Hand, die ihm Glück, Ruhm und Reichtum bringen sollte. Auch die Liebe seiner Traumfrau sollte ihm beschieden werden. Was er nicht wusste: Er ging einen Pakt mit dem Teufel ein. Eines Tages besuchte ihn ein kleiner, schwarz gekleideter Mann und verlangte von ihm die Teufelshand wieder zurück. Roland erfuhr, dass er nicht ihr erster Besitzer war und das alle vorhergehenden den Tod gefunden hatten.

Nun weiß er, welches Schicksal ihn erwartet. Die Geschichte der von Besitzer zu Besitzer wandernden Teufelshand wird anhand von Rückblenden erzählt. Roland Brissot ist ein armer Maler, der von Iréne, der Frau, die er liebt, verschmäht wird. Für einen Sou erwirbt er eine linke Hand, die Teufelshand, von einem Gastwirt. Diese Hand wird ihm Talent und Ruhm als Maler bringen, so wird Roland versprochen, aber auch Irènes Liebe. Eines Tages aber, so wird Roland klargemacht, wird man von ihm dafür ein Äquivalent fordern und zwar nichts weniger als seine Seele. Um diese zu bewahren müsse er nur einen Sou pro Tag zahlen, was bereits nach wenigen Wochen des Hand-Besitzes eine enorme Summe bedeuten würde, um seine Seele freizukaufen. Da er seine Schulden niemals zurückzahlen kann, sieht Roland Brissot einem schrecklichen Schicksal entgegen.

Doch bald stellt sich heraus, dass es einen Bruch in der Schicksalskette gibt. Denn der Teufel hatte einst die magische Hand dem Mönch Maximus Leo gestohlen. Damit konnte Brissot niemals zum Besitzer der Teufelshand werden und muss auch niemals dem Teufel seine Seele überlassen. Und so endet die Rückblende, und es geht zurück zum Berggasthof. Roland Brissot, der geheimnisvolle Fremde mit der Teufelshand, erklärt den ungläubigen Besuchern, dass er auf dem Weg zum Grab des Mönches sei, um diesem endlich die Teufelshand zurückzubringen. Gejagt von einem kleinen Mann in Schwarz, der sich als Teufel herausstellt, eilt Roland zum Grab des Mönchs. Es kommt zum Kampf, und der Maler stürzt in die Tiefe ins Mönchsgrab. Er stirbt, bringt aber zugleich die Hand dem wahren Besitzer zurück.

ProduktionsnotizenBearbeiten

Die Teufelshand wurde innerhalb von vier Wochen des Jahres 1942 abgedreht und feierte seine Uraufführung am 21. April 1943. In Deutschland lief der Film am 30. März 1947 an.

Andrej Andrejew schuf die Filmbauten.

WissenswertesBearbeiten

Der vom Faust-Stoff inspirierte Film Die Teufelshand gilt, ähnlich wie Marcel Carnés Die Nacht mit dem Teufel, als "Eines der Glanzstücke in der kurzen fantastischen Strömung, die das französische Kino der 1940er erhellte" wie der französische Drehbuchautor Jacques Lourcelles konstatierte[1]. Der Film des Kinoveteranen Tourneur wurde unter dem Dach der deutsch kontrollierten Produktionsgesellschaft Continental Films hergestellt. Dessen Chef Alfred Greven hatte seit Herbst 1940 einige der besten im Land verbliebenen Regisseure Frankreichs für seine Firma gewinnen können. Greven verschaffte, wie man bei diesem Film exemplarisch feststellen kann, auch zahlreichen “Feinden des Reichs”, Beschäftigung, darunter der Widerstandskämpfer Jean Devaivre, der Tourneur als Regieassistent diente, und der Jude Jean-Paul Le Chanois, der das Drehbuch zu Die Teufelshand schrieb.[2]

KritikenBearbeiten

Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „Die versponnene, nicht sonderlich logische Geschichte ist düster in Form einer Rückerzählung inszeniert und gewinnt Spannung vor allem durch die Dekors; als eine Variante des "Faust"-Themas nicht ohne Reiz.“[3]

„Maurice Tourneur und Jean-Paul Le Chanois modernisieren den Roman von Gérard de Nerval und bewahren seine giftige Poesie. Mehrere Erzählungen beantworten sich selbst wie Musikinstrumente, die im Dienste einer seltsamen Melodie stehen. Der Zauber funktioniert dank einer fruchtbaren, ästhetischen Suche: Riesige Schatten, Collagen, halluzinierende Gemälde.“

Cécile Mury, Télérama, 6. Juni 2009

„Die rapide Revue unausweichlicher Schicksale ist ein Höhepunkt von Maurice Tourneurs Inszenierungskunst.“[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lourcelles-Zitat auf film.at
  2. Vgl. Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke, S. 24. Berlin 2008
  3. Die Teufelshand. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 1. Januar 2019.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  4. Lourcelles-Kurzkritik auf film.at

WeblinksBearbeiten