Deutsches Landwirtschaftsmuseum

Außenstelle in der Filderhauptstraße des Deutschen Landwirtschaftsmuseum
Deutsches Landwirtschaftsmuseum direkt auf den Campus

Das Deutsche Landwirtschaftsmuseum (DLM) in Stuttgart-Hohenheim gilt als eine der umfangreichsten Sammlungen landwirtschaftlicher Geräte und Maschinen im deutschsprachigen Raum. Auf insgesamt 5.700 Quadratmetern überdachter Ausstellungsfläche dokumentiert das DLM den technischen Wandel in der Landwirtschaft vom einfachen Handgerät bis zum modernen Selbstfahrer. Das Museumskonzept stellt die Entwicklungen in der Produktionsgeschichte dar und dokumentiert den ständigen Wandel in der Agrargeschichte sowie deren Ursachen und Zusammenhänge.

Kern des DLM ist die ehemalige Modell- und Gerätesammlung, die seit Gründung der Hohenheimer Ackergerätefabrik 1819 kontinuierlich aufgebaut wurde. Die Idee eines Landwirtschaftsmuseums entstand anlässlich des Weltwettpflügens 1958, bei dem die Hohenheimer Pflugsammlung nach Jahrzehnten erstmals wieder öffentlich vorgestellt wurde. Mit dem Bau des Instituts für Agrartechnik 1965 wurde der universitätseigenen Agrarsammlung ein permanenter Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt. Drei weitere Ausstellungshallen kamen von 1994 bis 2004 an der Außenstelle in der Filderhauptstraße hinzu. Beide Standorte befinden sich auf dem Campusgelände der Universität Hohenheim. Die Universität ist zugleich Träger des DLM. Als Partnereinrichtung dokumentiert das Deutsche Landwirtschaftsmuseum im Schloss Blankenhain/Sachsen die Agrargeschichte der DDR.

SammlungenBearbeiten

ModellsammlungBearbeiten

 
die Modellausstellung und die Pflugsammlung

In enger Zusammenarbeit mit dem landwirtschaftlichen Institut war die Hohenheimer Ackergerätefabrik Mitte des 19. Jahrhunderts maßgebend in der Entwicklung von landwirtschaftlichem Gerät. Neben vielen verbesserten Gerätschaften zur Bodenbearbeitung schuf die damalige Manufaktur eine Vielzahl an akribisch gefertigten Modellen landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Die detailgetreuen Objekte dienten Generationen von Bauern und Handwerkern als Vorlage zum Nachbau der landtechnischen Errungenschaften von einst. Gleichzeitig nutzten die Hohenheimer Lehrkräfte die Modelle als Anschauungs- und Lehrmaterial für ihren Unterricht. Als Beitrag des Königreichs Württembergs wurde die Bedeutung der Modelle auf den Weltausstellungen in Paris und London mit hohen Auszeichnungen gewürdigt. Viele der rund 1.000 Miniaturen sind noch heute funktionsfähig und zeugen vom stetigen Bemühen um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen auf dem Land.

DampfpflugBearbeiten

Schon vor dem Betreten des Museums werden die Besucher mit den technischen Errungenschaften von einst empfangen. Vor dem Eingang befindet sich ein tonnenschwerer Kipppflug des Breslauer Herstellers Kemna (Bj. 1921). Auch die dazugehörigen Heucke-Dampflokomobile sind im Museum vertreten: Von der Regensburger Dampfpflug Gesellschaft bis 1965 betrieben, stehen die je zwanzig Tonnen schweren Maschinen nun sorgfältig restauriert im Zentrum der Traktorenhalle des DLM.

TraktorensammlungBearbeiten

 
die Traktorensammlung

Stuttgart -Deutsches Landwirtschaftsmuseum- 2018 by-RaBoe m18.jpg Nahezu Kult-Status, vor allem bei Schlepperfreunden, genießen die Traktoren des DLM. Auf über 1.400 Quadratmetern sind mehr als 100 Schlepper zu sehen, die größtenteils Agrargeschichte geschrieben haben. Vertreten sind bekannte Marken wie Fendt, Hanomag, Lanz, MB oder Porsche genauso wie die Fabrikate kleinerer Hersteller. Vom Holzvergasertraktor aus den 1940er Jahren bis zum modernen 250 PS-starken Systemschlepper sind alle Epochen vorhanden.

GebäudeBearbeiten

Cheret-PavillonBearbeiten

 
Innenansicht des Pavilions

1994 konnte das DLM mit dem Holzpavillon des Stuttgarter Architekten Prof. Peter Cheret seine Ausstellungsfläche erstmals erweitern. Das in Mastenbauweise gefertigte Holzgebäude diente bei der Internationalen Gartenschau 1993 im Stuttgarter Rosensteinpark der Landesregierung als Repräsentationsbau. Das rund 1.300 Quadratmeter große Bauwerk wurde noch im gleichen Jahr zerlegt, um leicht verändert in der Filderhauptstraße ein zweites Mal aufgebaut zu werden. Für die Architektur aus industriell vorgefertigten Teilen erhielt Prof. Cheret 1994 den Holzbaupreis Baden-Württemberg.

ErntehalleBearbeiten

Der technische Fortschritt bei der Getreide- und Halmfutterernte ist Thema der Erntehalle des DLM. Angefangen von dem ersten Getreidemäher des Amerikaners McCormick lässt sich auf 1.000 Quadratmetern die Entwicklung bis zum selbstfahrenden Mähdrescher verfolgen. Mit maßgeblicher Unterstützung des Unternehmers Helmut Claas konnte die Erntehalle 2004 realisiert werden. Die Ernte- wie auch die Traktorenhalle wurden von dem Stuttgarter Architekten Prof. Friedrich Wagner gestaltet. Mit der Vorgabe einer ökonomischen wie repräsentativen Museumsarchitektur, bestehen die Hallen vorwiegend aus den Materialien Brettschichtholz, Glas und transparente Kunststoffe.

FeldtagBearbeiten

Einmal pro Jahr wird auf dem Hohenheimer Feldtag Agrargeschichte wieder lebendig. Unter einem bestimmten Motto zeigen bewährte Geräte von damals ihre Arbeitsweise und dokumentieren live die Entwicklung der Agrartechnik. Gleichzeitig wird durch die Vorführung moderner Maschinen der Bezug zur aktuellen Agrartechnik hergestellt. Die Themen der Feldtage decken die gesamte Palette an Tätigkeiten von der Bodenbearbeitung über Aussaat, Pflanzenschutz bis zur Ernte ab.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Deutsches Landwirtschaftsmuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 42′ 36″ N, 9° 12′ 0″ O