Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung

Die Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV) ist die größte Vereinigung deutscher Geologen und anderer Geowissenschaftler. Sie entstand Anfang 2015, als sich die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften (gegründet 1848/2004) und die Geologische Vereinigung (1910) zusammenschlossen.

Die DGGV ist eine internationale, nicht auf Gewinn ausgerichtete geowissenschaftliche Organisation mit mehr als 3600 Mitgliedern aus etwa 65 Ländern. Ihre Hauptaufgabe ist die Förderung der Geowissenschaften – insbesondere der Geologie – in Forschung und Lehre, in Wirtschaft und Verwaltung sowie die Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Für die Anerkennung hervorragender Forschungsarbeiten und guter Kommunikation der Ergebnisse hält die DGGV verschiedene Ehrungen und Preise bereit.

Sie ist affiliiertes Mitglied der International Union of Geological Sciences (IUGS) und assoziiert mit der Geological Society of America (GSA). Mit dem Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) besteht eine Kooperationsvereinbarung.

Gründungs- und FusionsgeschichteBearbeiten

Als älteste Vereinigung deutscher Geologen entstand 1848 die Deutsche Geologische Gesellschaft (DGG). Um auch andere Geowissenschafter ausreichend zu repräsentieren, vereinigte sie sich 2004 mit der 1954 gegründeten Gesellschaft für Geowissenschaften (GGW) zur ebenfalls mit DGG abgekürzten Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften e.V. Zum 1. Januar 2015 schloss sich die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften mit der 1910 gegründeten Geologischen Vereinigung zur Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung e. V. (DGGV) zusammen.

Struktur seit 2016Bearbeiten

Seit der ersten Jahresversammlung wird die Gesellschaft vom Präsidium, dem Vorstand und einem Beirat geleitet, deren Mitglieder aus Hochschulen und Forschungsinstituten kommen, sowie aus der Wirtschaft und aus geologischen Diensten. Die Interessen der studentischen Mitglieder vertritt ein von diesen gewähltes Beiratsmitglied.

An die DGGV sind eine Reihe von Fachsektionen assoziiert oder mit ihr affiliiert.

Derzeitige Präsidenten sind Jan Behrmann (Geomar, Kiel), Bernhard Fügenschuh (Inst. f. Geologie, Univ. Innsbruck), Jürgen Grötsch (Shell Global Sol., Rijswijk) und Gernold Zulauf (Institut f. Geowiss., Univ. Frankfurt). Schatzmeister und Geschäftsführung: Heinz-Gerd Röhling (LBEG, Hannover)

Weitere Aufgaben der GesellschaftBearbeiten

Zu den eingangs genannten Hauptzielen hat sich die DGGV noch weiteren Aufgaben verschrieben:

  • Angebot von geowissenschaftlicher Expertise für öffentliche und wirtschaftliche Belange
  • internationale Kooperation zwischen Wissenschaftsorganisationen, Instituten und Vereinigungen
  • Ideenaustausch zwischen jungen und erfahrenen Geowissenschaftler, insbesondere durch
  • Stipendien für begabte Nachwuchswissenschaftler aus allen Teilgebieten der Geologie
  • Alljährliche Forschungspreise und Auszeichnungen der Gesellschaft und ihrer Stiftungen
  • Stellungnahmen zu Problemen und Veränderungen in den Geowissenschaften, auch in Kooperation mit dem Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG).

Bibliothek und ArchivBearbeiten

Die Gesellschaft pflegt – auch schon durch ihre Vorgänger-Organisationen – eine enge Zusammenarbeit mit dem Geologen-Archiv an der Universitätsbibliothek Freiburg. Es wird aus Beständen von DGGC-Mitgliedern gespeist und ist neben allgemeinen Inhalten eine Fundgrube für die Geschichte der Geologie. Das Archiv wurde 1972 der Universität übergeben und hat sich seither auf über 100.000 Dokumente verdreifacht, darunter Biografien von fast 3.000 Geologen. Sie sind über ein Informations- und Suchsystem zugänglich.[1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kalliope, Informationssystem und Suche