Deuter Sport

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Rechtsform GmbH[1]
Gründung 1898
Sitz Gersthofen[1]
Leitung Robert Schieferle[1]
Mitarbeiterzahl 86 (2010/2011)
Umsatz 61,5 Millionen Euro (2010/2011)
Branche Rucksack- und Schlafsackhersteller
Website www.deuter.com
Stand: 30. Juni 2011

Die Deuter Sport GmbH ist ein deutscher Hersteller von Rucksäcken, Schlafsäcken und Accessoires mit Sitz in Gersthofen bei Augsburg. Das Unternehmen gehört neben Ortovox, Maier Sports und Gonso dem Teilkonzern Outdoor des Konzerns der Schwanhäußer Industrie Holding GmbH & Co. KG an.

GeschichteBearbeiten

Das Unternehmen wurde 1898 von Hans Deuter in Augsburg-Oberhausen gegründet. Erstes Tätigkeitsfeld war die Belieferung der königlich-bayrischen Post mit Briefbeuteln und Säcken. Schon vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs produzierte Deuter Tornister, Rucksäcke und Zelte für die Armee. Im Jahre 1919 wurde das Unternehmen zur Aktiengesellschaft und konzentrierte sich vor allem auf Lederwaren, Rucksäcke, Koffer und Zelte. In den 1930er Jahren kamen erstmals Deuter-Rucksäcke bei Himalaya-Expeditionen zum Einsatz. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs produzierte man Ausrüstungsgegenstände für die Wehrmacht. Im Laufe seiner Geschichte stattete Deuter mehrmals Bergexpeditionen aus, so z. B. die Erstbesteigung des Nanga Parbat durch Hermann Buhl 1953.

 
Deuter Sport Rucksack

Im Jahr 1989 spaltete sich der Unternehmensbereich Reisegepäck und Rucksäcke aus der Aktiengesellschaft ab. Deuter wurde 2006 vom Industriekonzern Schwan-Stabilo übernommen.[2] Im gleichen Jahr brachte Deuter mit der Damen-Linie SL (Slim Line) speziell an die weibliche Anatomie angepasste Rucksäcke auf den Markt. Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschaftete Deuter einen Umsatz von 38 Millionen Euro und beschäftigte 45 Mitarbeiter am Unternehmenssitz in Gersthofen. Hauptabsatzgebiet ist Westeuropa.

Im Juli 2013 verbot Deuter Händlern den Verkauf von Deuter-Produkten über Amazon oder andere Internetversandhändler.[3] Die Beratung, beispielsweise zur passenden Isolation von Schlafsäcken, sei unerlässlich. Ladenbesitzer vieler Branchen beklagen seit Jahren „Beratungsklau“: Der Kunde lässt sich im Laden beraten und kauft im Internet; der Fach-Händler hat keinen Nutzen von seiner Beratung. Nach einem Urteil des Landgerichts Frankfurt vom Juni 2014[4][5] sind die Produkte wieder über Amazon und andere Versandhändler beziehbar. Im August 2018 kündigte Deuter an, die Fachhändlervereinbarung zu erneuern. Dies geschah im Zuge einer Anpassung der selektiven Vertriebsausrichtung, durch die seit 2019 auch reine Online-Händler die Ware direkt beziehen und vertreiben dürfen.[6]

 
Firmenzentrale Gersthofen

Im Jahre 2013 wurde die neue Firmenzentrale in der Daimlerstraße in Gersthofen bezogen. Am Hauptsitz arbeiten etwas mehr als 100 Mitarbeiter in den Bereichen Logistik, Produktentwicklung, Vertrieb und Marketing.

Deuter ist Mitglied des Bündnisses für nachhaltige Textilien[7] und der Fair Wear Foundation.[8] Im Juni 2019 zeichnete die Fair Wear Foundation Deuter zum wiederholten Mal mit dem Leader Status aus.[9]

WeblinksBearbeiten

Commons: Deuter Sport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Impressum. Deuter Sport GmbH, abgerufen am 16. März 2014.
  2. Schwan-Stabilo: Industriekonzern Schwan-STABILO übernimmt Outdoor-Spezialist Deuter (Memento vom 16. März 2014 im Internet Archive), Information vom 21. September 2006, abgerufen am 16. März 2014 (PDF).
  3. Deuter stoppt Produktverkauf über Amazon und Co. In: Augsburger Allgemeine, 9. Juli 2013, abgerufen am 16. März 2014.
  4. LG Frankfurt am Main, Urteil vom 18.06.2014 – 2-03 O 158/13, openjur.de
  5. Amazon Boykott: Auch Deuter muss nachrüsten, chip.de, 18. August 2014
  6. Harald Bajohr: Deuter passt seinen selektiven Vertrieb an. In: soq.de. soq media GmbH, abgerufen am 17. Juli 2019.
  7. Deuter Sport GmbH. In: Bündnis für nachhaltige Textilien. 5. Juni 2015, abgerufen am 18. Juli 2019 (deutsch).
  8. Deuter Sport GmbH. Abgerufen am 18. Juli 2019 (amerikanisches Englisch).
  9. spomo: Fair Wear Foundation zeichnet Deuter aus. Abgerufen am 18. Juli 2019 (deutsch).