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Deus absconditus (lateinisch, 'der verborgene Gott') bezeichnet die christliche Vorstellung von der prinzipiellen Unerkennbarkeit Gottes. Die Bezeichnung stammt aus der Bibel, genauer aus dem Buch Jesaja: „Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland.“ (45,15 LUT)

Diese Konzeption war insbesondere für das Denken von Nikolaus von Kues, Blaise Pascal, Johannes Calvin und Martin Luther von großer Bedeutung.

Martin Luther entfaltete seine Ansichten zum Deus absconditus in seiner lateinisch abgefassten Schrift De servo arbitrio aus dem Jahre 1525. Den Gedanken hatte er aber bereits in seinen ersten Psalmenvorlesungen und in der Vorlesung über den Römerbrief zehn Jahre zuvor angedeutet.

Gegenbegriff zu deus absconditus in der lutherischen Theologie ist deus revelatus (offenbarter Gott).

LiteraturBearbeiten

  • Volker Leppin: Deus absconditus und Deus revelatus. Transformationen mittelalterlicher Theologie in der Gotteslehre von „De servo arbitrio“. In: Berliner Theologische Zeitschrift. 22 (2005), ISSN 0724-6137, S. 55–69.
  • Martin Luther: Vom unfreien Willen: dass der freie Wille nichts sei. Antwort D. Martin Luthers an Erasmus von Rotterdam (= Martin Luther. Ausgewählte Werke. Ergänzungsreihe. Band 1). Deutsche Übersetzung von De servo arbitrio, übersetzt von Bruno Jordahn. Hrsg. von Hans Heinrich Borcherdt, Georg Merz. 3. Auflage. München 1963, OCLC 478638092.
  • Horst Beintker: Luthers Gotteserfahrung und Gottesanschauung. In: Helmar Junghans (Hrsg.): Leben und Werk Martin Luthers von 1526 bis 1546. Festgabe zu seinem 500. Geburtstag. Band 1. Berlin 19852, DNB 860234541, S. 39–62 (seitenidentisch mit 1. Auflage).

WeblinksBearbeiten