Hauptmenü öffnen

Der Delilah ist ein Marschflugkörper mittlerer Reichweite. Er wird von dem israelischen Konzern Israel Military Industries produziert.

Delilah (Marschflugkörper)

Delilah AL an einer F-16I
Delilah AL an einer F-16I

Allgemeine Angaben
Typ: Marschflugkörper
Herkunftsland: IsraelIsrael Israel
Hersteller: Israel Military Industries
Indienststellung: 1995
Stückpreis: 120.000 US-Dollar
Technische Daten
Länge: 2710 mm
Gefechtsgewicht: 187 kg
Spannweite: 1150 mm
Antrieb: BS-175 Turbojet
Geschwindigkeit: 250–300 m/s
Reichweite: 250 km
Ausstattung
Lenkung: GPS/INS/ 2-Weg Datenlink
Zielortung: IIR/CCD
Gefechtskopf: 30 kg
Zünder: programmierbarer Zünder
Waffenplattformen: Flugzeuge, Hubschrauber Schiffe, Fahrzeuge
Listen zum Thema

Inhaltsverzeichnis

EntwicklungBearbeiten

Die Entwicklung bei der damaligen TAAS begann in den 1980er Jahren. Der Entwurf basiert auf der MQM-74 Chukar -Zieldrohne. Zuerst war Delilah als eine Anti-Radar-Drohne konzipiert. Diese sollte in feindliches Gebiet fliegen, dort Radaranlagen lokalisieren und diese zerstören[1]. Diese Drohne wurde Ende der 1980er Jahre unter der Bezeichnung STAR-1 bei den israelischen Streitkräften eingeführt. Basierend auf diesem Konzept entstand später der Delilah-Marschflugkörper. Dieser wurde 1995 bei den Israelischen Streitkräften eingeführt. Weiterhin arbeitet man bei IMI an einer Ausführung der Delilah für den Einsatz ab U-Booten[1]. Diese Ausführung soll eine Reichweite von 300–400 km besitzen. Des Weiteren arbeitet man zusammen mit China an einem luftgestützten Marschflugkörper auf der Basis des Delilah.[2]

TechnikBearbeiten

Delilah kann gegen Schiffe, Fahrzeuge und Gebäude eingesetzt werden. Er kann von Flugzeugen, Hubschraubern, Schiffen und Fahrzeugen aus eingesetzt werden. Außer bei dem Start ab Flugzeugen wird der Marschflugkörper beim Start durch einen Feststoffbooster beschleunigt. Nach dem Ausbrennen des Boosters wird dieser abgeworfen und das Turbojet-Marschtriebwerk zündet. Der Flug zum Ziel kann im Konturenflug oder in einer maximalen Flughöhe von 9.144 m erfolgen. Es wird eine Präzision (CEP) von rund 1 m erreicht.

Delilah navigiert primär mit ihrem GPS/INS-System. Zum Endanflug kommt ein FLIR- Sensor zum Einsatz. Ein 2-Weg Datenlink überträgt ein TV-Bild zum Operateur, mit dessen Hilfe dieser Ziele anvisieren kann (man-in-the-loop). Hierdurch ist auch die Bekämpfung von fahrenden Zielen (bis 50 km/h) möglich. Wird das Ziel durch den Bediener nicht entdeckt, kann der Marschflugkörper für längere Zeit über dem Zielgebiet kreisen und der Bediener kann versuchen das eigentliche Ziel doch noch auszumachen, oder andere Ziele bekämpfen.

Delilah kann auch autonom gegen vorprogrammierte Ziele eingesetzt werden. Zur Einsatz- und Flugplanung kann eine Vielzahl von Wegpunkten festgelegt werden. Falls erforderlich, kann der Lenkflugkörper mit dem 2-Weg Datenlink auch nach dem Start umprogrammiert werden.

Der Sprengkopf besteht aus einer Panzerbrechenden Ladung mit einem Splittermantel. Der Zünder besitzt mehrere Betriebsmodi (Aufschlag- oder Verzögerungszünder), um sowohl Oberflächenziele, als auch verbunkerte und gehärtete Objekte wirksam bekämpfen zu können.

VariantenBearbeiten

  • Delilah-AL: Für den Einsatz von Flugzeugen.
  • Delilah-HL: Für den Einsatz von Hubschraubern.
  • Delilah-SL: Variante mit Klappflügeln für den Einsatz von Schiffen.
  • Delilah-GL: Variante mit Klappflügeln für den Einsatz von Fahrzeugen.

EinsatzBearbeiten

Der erste Einsatz der Delilah erfolgte 2006. Eine unbekannte Anzahl Delilah wurden durch F-16D der IAF gegen Ziele im Libanon eingesetzt.[3] Am 9. Mai 2018 wurden mehrere Delilah gegen Ziele in Syrien eingesetzt. Die Marschflugkörper zerstörten neben syrischen und iranischen Militäranlagen auch S-75-, S-200-, Buk-M2- und Panzir-S1-Flugabwehrsysteme.[4][5]

NutzerBearbeiten

Israel  Israel

QuellenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Delilah (Marschflugkörper) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Janes.com, Zugriff: 30. November 2011 (englisch)
  2. Strategycenter.com, Zugriff: 30. November 2011 (englisch)
  3. Defencetalk.com, Zugriff: 30. November 2011 (englisch)
  4. David Cenciotti: The Israeli Air Force Has Just Released A Video Of A Pantsir-S1 Air Defense System Being Struck In Last Night’s Attack In Syria. In: theaviationist.com. 11. Mai 2018, abgerufen am 11. Mai 2018 (englisch).
  5. Von Israel „vernichtetes“ Panzir-S reparierbar