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Csárdás in Doroslovo

Csárdás [ˈt͡ʃaːr.daːʃ] (auch Czárdás, von csárda: Wirtshaus, Dorfschenke) bezeichnet eine Musik, eine traditionelle Tanzform der Bevölkerung Ungarns und der Nachbarländer, insbesondere Siebenbürgens, sowie eine Grundfigur dieser Tanzform.

Széki lassú csárdás (langsamer Csárdás aus Szegvár, Komitat Csongrád)
Csárdás in Skorenovac.

Die Tanzform besteht aus mehreren Teilen und wird am Platz improvisiert, von jedem Paar für sich, von Solotänzern und auch in Kreisen von Frauen, Männer oder mehreren Paaren. Zuerst in langsamem Tempo (lassú), später folgt der wilde, sich steigernde, geradtaktige Haupttanz der Paare in Dur (friss).

Die Tanzfigur Csárdás ist im Grunde ein seitlicher Wechselschritt der Paare am Platz und ohne Drehung. Eine weitere typische Figur ist das gemeinsame Drehen am Platz mit einer Aufstellung versetzt gegenüber – gleiche Schultern aneinander. Auch eine reiche Auswahl von Plattlerfiguren der Männer gehört zum Csárdás. Der gesamte Tanz besteht aus einer großen Zahl von Figuren, die von den Tänzern improvisatorisch aneinandergefügt werden. Dabei haben sich Tanzdialekte ausgebildet, durch die verschiedene Formen des Csárdás unterschieden werden können.

Die Musik des Csárdás ist bis heute vor allem ungarische oder rumänische Volksmusik, die häufig von „Zigeunerkapellen“ mit erster Geige (prím), zweiter Geige (kontra, häufig eine Bratsche) für die akkordische Begleitung und gestrichenem Bass aufgeführt wird, im 19. Jahrhundert auch mit der Drehleier Tekerőlant. Mit Franz Liszt hat sie Eingang in die Kunstmusik gefunden. Liszt komponierte mehrere Csárdás für Klavier, bekannt sind der Csardas macabre und der Csárdás obstiné. Außerdem stammt eine berühmte Komposition des Csárdás für Violine und Klavier vom italienischen Violinvirtuosen und Komponisten Vittorio Monti.

Über den Ursprung des Tanzes gibt es verschiedene Meinungen. Einige sehen die Herkunft in einem Heiduckentanz, andere weisen auf die Verbindung mit dem Verbunkos (abgeleitet von Werbung) hin, einem Tanz, mit dem im 18. Jahrhundert Zigeunerkapellen Soldaten für die habsburgische Armee anwarben.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Jonathan Bellman: Csárdás. In: Grove Music Online, 2001

WeblinksBearbeiten