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Coworking

Trend zum gemeinsamen Arbeiten im Bereich Neue Arbeitsformen
Ein Coworking Space in Berlin

Coworking (auch Co-working, englisch für „zusammenarbeiten“ bzw. koarbeiten oder kollaborativ arbeiten) ist eine Entwicklung im Bereich „neue Arbeitsformen“. Freiberufler, kleinere Startups oder digitale Nomaden arbeiten dabei in meist größeren, verhältnismäßig offenen Räumen und können auf diese Weise voneinander profitieren. Sie können unabhängig voneinander agieren und in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sein, oder auch gemeinsam Projekte verwirklichen und Hilfe sowie neue Mitstreiter finden.

„Coworking Spaces“ stellen Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) zeitlich befristet zur Verfügung und ermöglichen die Bildung einer Gemeinschaft („Community“), welche mittels gemeinsamer Veranstaltungen, Workshops und weiterer Aktivitäten gestärkt werden kann. Der Unterschied zur Bürogemeinschaft ist die Mischung verschiedener Berufe und die geringere Verbindlichkeit.

Inhaltsverzeichnis

EntwicklungBearbeiten

Im Februar 2013 befanden sich die meisten Coworking-Büros mit ca. 800 in den USA (Kalifornien). In zahlreichen europäischen Metropolen entstehen ebenfalls solche Orte. In Deutschland waren es im Februar 2013 etwa 230 Coworking-Angebote, weltweit lag die Zahl bei knapp 2500.[1] Daneben existieren Initiativen, sogenannte „Jellies“,[2] zu denen sich Leute wöchentlich oder in bestimmten Zeitabständen zum gemeinsamen Arbeiten treffen.

Die Mehrheit der Coworkingräume bieten eine Tages-, Wochen-, oder Monatspauschale an. Teilweise gibt es einen eigenen Schreibtisch mit Postadresse und Telefon, in anderen suchen sich die Besucher täglich einen neuen Platz. In den Mietkosten sind meist ein Schreibtisch sowie die Nutzung (Fairuse) von W-Lan, Küche, Konferenzraum und Drucker inbegriffen.

Für das auch in Europa immer populärer werdende Coworking ist die Gründer- und Startup-Metropole Berlin ein Motor der Entwicklung. Zahlreiche unterschiedliche Angebote sind im Stadtgebiet entstanden, so etwa das betahaus und das Rainmaking Loft[3] in Kreuzberg, Factory Berlin, House of Clouds, Impact Hub, co.up, raumstation, KAOS und United Urbanites.[4] Die unterschiedlichen Gemeinschaftsbüros grenzen sich gerade in den Großstädten teils stark voneinander ab. So ist der Schwerpunkt bei einigen auf gemeinsamer Projektarbeit, bei anderen auf besonderen Ausstattungsmerkmalen (Filmstudio, Nähstudio, Kinderhort etc.) oder auf einem besonderen Netzwerk zu räumlich nahen Unternehmen und Instituten.[5] Stark frequentierte Coworking-Angebote in anderen Großstädten sind z. B.: Kulturhafen Riverboat und Tapetenwerk in Leipzig, Hafven in Hannover, Metalab in Wien und die Utopiastadt im Bahnhof Wuppertal-Mirke.

Auch in kleineren urbanen Räumen, besonders in Universitätsstädten, sind Coworking-Angebote entstanden, z. B. Cowork in Greifswald[6] und ZeitRaum in Braunschweig[7].

In einigen Klein- und Mittelstädten sowie ländlichen Gegenden entstehen mitunter Coworking Spaces, um Gründer und Künstler einer Region zu vernetzen und ihnen günstige Arbeitsbedingungen zu bieten.[8][9][10]

Eine Sonderform der Coworking Spaces sind Werkstatträume und die sogenannten „FabLabs“. Dabei werden insbesondere für Handwerker und Künstler verschiedene Geräte bis hin zur Spitzentechnologie für Experimente und Geschäftsideen angeboten, wie zum Beispiel große 3D-Drucker oder verschiedene Laser.

Ökonomische BetrachtungBearbeiten

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Neben dem Community-Aspekt liegt ein weiterer Vorteil für die Nutzer in den geringeren Kosten zum Beispiel gegenüber einem Einzelbüro.[11] Außerdem erlauben Coworking-Plätze eine räumlich und zeitliche flexible Nutzung. Unternehmen können Spitzen im Flächenbedarf, z. B. bei umfangreichen Projekten, bei denen eine größere Zahl Freiberufler und externe Mitarbeiter benötigt wird, über den Coworking Space puffern, ohne selbst ausreichende Flächen vorhalten zu müssen. Aus Entrepreneurship-Sicht entsteht durch die Zusammensetzung der Nutzer meist ein hoch kreativer Nährboden für neue Ideen, der von Unternehmen für Open Innovation genutzt werden kann, indem z. B. gezielt einzelne Mitarbeiter auf Zeit in einen Coworking Space entsandt werden oder ganze Teile von Forschung und Entwicklung dorthin verlegt werden. In den USA sind in Coworking Spaces oft auch Startup-Inkubatoren angegliedert.

Auch die Coworker selber profitieren direkt von den neuen Arbeitsräumen. In einer weltweiten Studie berichtet eine große Mehrheit von einer verbesserten Interaktion mit anderen Personen, ebenso fühlen sie sich produktiver und motivierter. Etwa 40 % erzielen seit ihrer Arbeit in einem Coworking Space ein höheres Einkommen.[12]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deskmag: 2500 Coworking Spaces weltweit (Memento vom 3. Juni 2013 im Internet Archive), abgerufen am 26. Februar 2013
  2. Jelly work-together, abgerufen am 6. Februar 2014
  3. Rainmaking Loft kommt nach Berlin
  4. Coworking in Berlin und ganz Deutschland – Liste der Angebote
  5. Berliner Coworking Spaces 2014
  6. Sebastian Erb: Arbeitsform der Zukunft: Coworking schafft Nestwärme. In: taz. 15. Januar 2010, abgerufen am 6. Februar 2014.
  7. ZeitRaum: Zusammen ist man weniger allein (Memento des Originals vom 16. September 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/journal.ihk-wirtschaft-online.de In: IHK Wirtschaft. Mai 2016, abgerufen am 16. September 2016
  8. Co-Working am Ammersee als eine Zukunft der Arbeit. In: Ammersee Kurier. Abgerufen am 3. Februar 2019 (deutsch).
  9. Thomas Domjahn und dpa: Wirtschaft: Ein Büro für nur einen Tag: Wie Coworking funktioniert. 15. Oktober 2018, abgerufen am 3. Februar 2019.
  10. Aachener Zeitung: Kreis Heinsberg: Coworking-Space Werkbank bietet Plattform, von der viele profitieren. Abgerufen am 14. Januar 2019.
  11. Deskmag: Coworking schlägt alte Büros bei den Kosten um die Hälfte. 12. Dezember 2010
  12. Deskmag: Was macht Coworking Spaces bei Coworkern beliebt?. 31. Januar 2011