Hauptmenü öffnen

CA 19-9

als Tumormarker verwendetes Glykoprotein

Das Carbohydrate-Antigen 19-9 (CA 19-9) ist ein in der Onkologie als Tumormarker verwendetes Glykoprotein, dessen Halbwertszeit 4 bis 8 Tage beträgt. Sein laborchemischer Nachweis erfolgt mittels Immunassay (Normwert abhängig vom Assay < 37–40 kU/l). Die maximale erreichbare diagnostische Empfindlichkeit liegt bei 95 %. Das Vorhandensein von CA 19-9 ist an die Trägerschaft der Lewis-Blutgruppe gebunden. Menschen, die die Blutgruppe Lewis negativ (a-/b-) besitzen, exprimieren kein CA 19-9.

Inhaltsverzeichnis

DifferentialdiagnoseBearbeiten

Die höchste Sensitivität hat das CA 19-9 beim Pankreaskarzinom (bei Pankreaskarzinomen mit einem Durchmesser von < 3 cm ist der Marker in etwa 50 % der Fälle positiv und bei einem Tumordurchmesser von > 3 cm in etwa 85–90 %). Beim Pankreaskarzinom korreliert die Höhe des Tumormarkers mit der Tumorgröße.

Bei folgenden anderen Tumorerkrankungen finden sich gelegentlich Erhöhungen des CA-19-9-Spiegels im Serum :

Nichtmaligne Erkrankungen, die zu einer Erhöhung des CA-19-9-Spiegels führen können :

  • Pankreatitis
  • Erkrankungen der Gallenwege
  • Lebererkrankungen
  • Nikotinabusus

Klinische AnwendungBearbeiten

Die Messung des CA 19-9 dient bei Tumoren (sofern sein Spiegel vor der Behandlung erhöht war) zur Therapie- und Verlaufskontrolle. Das CA 50 erbringt die gleiche Aussage wie das CA 19-9, bringt jedoch demgegenüber keine Vorteile. Gemäß den Richtlinien der European Group on Tumor Markers (EGTM) sollte CA 19-9 bevorzugt werden.[1]

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gastrointestinal Cancer, European Group on Tumor Markers 2016. Abgerufen am 28. Januar 2017.
  Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!