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Burgfestspiele Bad Vilbel

Theaterfestival in der historischen Wasserburg von Bad Vilbel, Hessen, Deutschland
Burgkulisse von außen

Die Burgfestspiele Bad Vilbel finden seit 1987 jährlich von Anfang Mai bis Anfang September in der historischen Wasserburg von Bad Vilbel statt. Mit über 100.000 Besuchern und Besucherinnen pro Spielzeit und 230 Veranstaltungen von Mai bis September gehören die Burgfestspiele zu den zuschauerstärksten Festspielen in Hessen. Von anfänglich einer Schauspielinszenierung pro Saison haben sich die Burgfestspiele inzwischen zu einem Dreispartenbetrieb mit Schauspiel, Musiktheater und Kinder- und Jugendtheater entwickelt. Von den insgesamt 10 Inszenierungen mit professionellen Künstlern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum sind 4 für ein junges Publikum. Hinzu kommen noch 15 Gastspiele, die entweder am Abend oder sonntags um 12 h stattfinden. Seit 2000 gehören die Burgfestspiele Bad Vilbel zur Arbeitsgemeinschaft der zehn deutschen Festspielorte, einem Zusammenschluss von professionellen Freilichtbühnen.

Die SpielstätteBearbeiten

 
Wasserburg Bad Vilbel

Die Burgfestspiele finden jedes Jahr in den Mauern einer alten Wasserburg, gelegen im nördlichen Teil des Bad Vilbeler Kurparks, statt. Diese Wasserburg war einst Wohnsitz der Ritter von Vilbel, von 1581 bis 1796 diente sie als Amtssitz der kurmainzischen Verwaltung. Ihre ältesten Bauteile stammen aus dem 12. Jahrhundert. Nach ihrer Zerstörung im Jahre 1399 wurde sie erneut und vergrößert wieder aufgebaut; seit der zweiten Zerstörung im Jahre 1796 ist sie Ruine geblieben. Bemerkenswert sind der umgebende Wassergraben, das Tor mit Wappenschild, ein barocker Brunnen im Hof und der große Palas über einem langen tiefen Keller, dem heutigen Theaterkeller mit etwa 90 Plätzen. Im Burghof mit einer zum Großteil überdachten Tribünen stehen während der Burgfestspiele pro Aufführung etwa 730 Zuschauerplätze zur Verfügung.

Entstehungsgeschichte der BurgfestspieleBearbeiten

1986 wurde die Idee entwickelt, in der Ruine der Bad Vilbeler Wasserburg ein Freilichttheater zu eröffnen. Initiatoren waren Bodo Preck, der spätere Intendant der Burgfestspiele, und Bürgermeister Günther Biwer.

Im Sommer 1987 fanden dann die ersten Bad Vilbeler Burgfestspiele statt. Auf dem Spielplan stand Dario Niccodemis Komödie „Scampolo“ mit Barbara Kratz in der Hauptrolle sowie Klaus Dahlen, Sonya Martin und anderen. Aufgrund der guten Resonanz wurde beschlossen, die Festspiele in Bad Vilbel zur regelmäßigen Einrichtung werden zu lassen.

In den Jahren 1988 und 1989 blieb es bei nur einer Eigenproduktion auf dem Spielplan. 1990 wurde dann das Angebot um einige Veranstaltungen erweitert: Erstmals wurde Theater für Kinder gezeigt, an fünf Sonntagen fanden literarische Matineen statt, und zum ersten Mal war ein anderes Ensemble zu Gast, die Schlossfestspiele Ettlingen. Ebenfalls 1990 übernahm Klaus Havenstein die Intendanz der Burgfestspiele. Zum fünfjährigen Bestehen der Burgfestspiele wurden 1991 zwei Eigenproduktionen in den Spielplan aufgenommen, zudem wurde auch das Gastspielangebot ausgebaut.

1993 übernahm Jörg Reichlin für die folgenden sechs Spielzeiten die künstlerische Leitung der Burgfestspiele. Mit Shakespeares „Ende gut, alles gut“ wurden 1994 in Neuwied und Bad Pyrmont erste Gastspielerfahrungen gesammelt. Seit 1995 wird auch der Burgkeller für Vorstellungen genutzt. Das Kulturamt der Stadt Bad Vilbel, das von Anfang an die Burgfestspiele organisatorisch betreute, hat seit 1999 mit Kulturamtsleiter Claus Kunzmann auch die Künstlerische Leitung inne. Seit dieser Zeit wuchsen das Vorstellungsangebot und die Zuschauerzahlen kontinuierlich an. Inzwischen stehen 6 Schauspielstücke, davon zwei für Kinder und Jugendliche, drei Musicals, davon eines für Kinder und die Oper für Kinder und Familien auf dem Programm der Burgfestspiele.

Die Besucherzahlen stiegen kontinuierlich von anfangs ca. 5.000 bis, konstant in den letzten Jahren, über 100.000[1][2].

Seit November 2000 sind die Burgfestspiele Bad Vilbel Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft deutscher Festspielorte neben Bad Hersfeld, Ettlingen, Jagsthausen und anderen.

Das FestspielgeländeBearbeiten

 
Verwaltung und Werkstatt befinden sich in der Zehntscheune

Neben der Burg als Zentrum des Festspielgeländes wird seit 1993 auch die gegenüber liegende Zehntscheune, ein historischer Fachwerkbau gegenüber der Wasserburg, für die Burgfestspiele genutzt. IIn ihr befinden sich u. a. das Kartenbüro und die Werkstätten (Schreinerei, Schneiderei und die Elektrowerkstatt). Seit 2016 ist das historische Stadthaus Bad Vilbel – ebenfalls Teil des Festspielgeländes – Hauptsitz der Leitung und der Verwaltung der Burgfestspiele.

Die Programmgestaltung und -durchführung sowie sämtliche Verwaltungsaufgaben der Burgfestspiele werden vom städtischen Kulturamt ausgeführt.

Der SpielplanBearbeiten

Der Spielplan wurde von anfänglich einer einzigen Produktion gemeinsam mit der Ausstattung der Bühne weiter ausgebaut. Mit der Erweiterung des Spielplans wurde sowohl die Ausstattung der Bühne als auch das gesamte Festspielgelände sowohl die Arbeitsräume als auch das Freilichtfoyer ausgebaut. Heute gibt es 10 Inszenierungen, die vor Ort geprobt und zur Aufführung gebracht werden. Das Abendprogramm auf der Burghofbühne ist das Kernstück des Spielplans, es bietet zwei Schauspielstücke und zwei Musicals. Daneben hat sich als fester Bestandteil das Theater für Kinder und Jugendliche etabliert. Den Saisonstart bestreiten jeweils ein Schauspiel, ein Musical und eine Oper für das junge Publikum. Dazu gehört auch eine Aufführung für Jugendliche im Theaterkeller. Der Theaterkeller hat inzwischen bei einem eigenen Publikum großen Zuspruch gefunden und wird zusätzlich mit zwei Inszenierungen bespielt.

Ergänzt wird das Theaterprogramm durch die Gastspiele, die sowohl abends als auch sonntags um 12 Uhr mit kabarettistischem oder mit professionellen Künstlern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum musikalischem Angebot aufwarten.

Die InszenierungenBearbeiten

 
Burgmauer mit Kulissenteilen

1987

1988

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

  • Die Schule der Frauen (Wolfgang Deichsel)
  • Frank & Stein (Ken Campbell)
  • Ein Sommernachtstraum (William Shakespeare)
  • Der Tartüff (Wolfgang Deichsel)
  • Der gute Dieb (Conor McPherson)

2001

  • Die Dreigroschenoper (Bertolt Brecht/Kurt Weill)
  • Die Hose (Carl Sternheim)
  • Wir richten scharf und herzlich (Jo van Nelsen)
  • Der eingebildet Kranke (Wolfgang Deichsel)
  • Die Dreigroschenoper

2002

  • Der Name der Rose (Umberto Eco)
  • Bleiwe losse (Wolfgang Deichsel)
  • Bitte erschieß’ deinen Gatten! (Jo von Nelsen)
  • Außer Kontrolle (Ray Cooney)
  • Wir richten scharf und herzlich (Jo von Nelsen)
  • Der eingebildete Kranke (Wolfgang Deichsel)

2003

  • Wie es euch gefällt (William Shakespeare)
  • Evita (Andrew Lloyd Webber/Tim Rice)
  • Lola Blau (Georg Kreisler)
  • Loch im Kopp (Wolfgang Deichsel)
  • Der nackte Wahnsinn (Michael Frayn)

2004

  • Der Raub der Sabinerinnen (Franz und Paul Schönthan)
  • Evita (Andrew Lloyd Webber/Tim Rice)
  • Die drei Musketiere (Axel Schneider nach A. Dumas)
  • Faust (Johann Wolfgang von Goethe)

2005

  • Der Widerspenstigen Zähmung (William Shakespeare)
  • Die Comedian Harmonists (Gottfried Greiffenhagen/Franz Wittenbrink)
  • Maria Stuart (Friedrich Schiller)
  • Und ewig rauschen die Gelder (Michael Cooney)
  • Gefühlsecht (Erotische Lesung)
  • Shakespeare, Mörder, Pulp und Fiktion (John von Düffel)

2006

  • Pension Schöller (Carl Laufs/Wilhelm Jacoby)
  • Harry und Sally (Joan Vives)
  • Othello (William Shakespeare)
  • Jetzt oder nie – Die Comedian Harmonists Teil II (Gottfried Greiffenhagen/Jörg Daniel Heinzmann)
  • Gefühlsecht N. 2(Erotische Lesung)
  • Misery (Stephen King/Simon Moore)

2007

2008

  • Der Hauptmann von Köpenick (Carl Zuckmayer)
  • Kabale und Liebe (Friedrich Schiller)
  • Frankensteins Monster (Friedrich Karl Waechter)
  • Jekyll & Hyde (Leslie Bricusse)
  • Ladies Night (McCarten, Sinclair)

2009

  • Floh im Ohr (Georges Feydeau)
  • Cabaret (Masteroff, Ebb, Kander)
  • Hamlet (Shakespeare)
  • Minirock und Hitparade
  • Ladies Night (McCarten, Sinclair)

2010

  • My Fair Lady (Loewe, Lerner)
  • Die Räuber (Schiller)
  • Kalender Boys (Kruppa, Pinkus)
  • Wir machen Musik – Eine UFA Revue
  • Je schöner der Schlager!
  • Don Camillo und Peppone (Theobalt, Guareschi)

2011

  • Die Feuerzangenbowle (Spoerl)
  • Anatevka (Bock/Stein)
  • Tortellini
  • Touristen und ein Testament
  • Don Karlos (Schiller)
  • Ganze Kerle (Renard)
  • Die Zauberflöte für Kinder (Mozart)
  • Shockheaded Peter // Struwwelpeter (McDermott/Crouch)

2012

  • Arsen und Spitzenhäubchen (Kesselring)
  • Des Teufels General (Zuckmayer)
  • Kiss me Kate (Porter)
  • Sehnsucht nach St. Pauli
  • Michel aus Lönneberga (Lindgren)
  • Hänsel und Gretel (Humperdinck)
  • Shockheaded Peter // Struwwelpeter (McDermott/Crouch)
  • Die Geierwally (Bockmayer)

2015

  • Die Päpstin (Susanne Felicitas Wolf / nach Donna Woolfolk Cross)
  • Singin' in the Rain (Betty Comden, Adolph Green)
  • Ein Sommernachtstraum (William Shakespeare)
  • Flashdance – Das Musical (T. Hedley, R. Cary, R. Roth)
  • Der fliegende Holländer (Richard Wagner)
  • Die kleine Hexe (Otfried Preußler)
  • Der Zauberer von Oz (Christian H. Voss / Lyman F. Bau)
  • Gut gegen Nordwind (D. Glattauer)
  • Tschick 2015 (Wolfgang Herrndorf, Robert Koall)
  • Alle sieben Wellen (D. Glattauer)

2016

  • Mein Freund Harvey (M. Chase)
  • Evita – Don't cry for me Argentina (A.L. Webber/T. Rice)
  • Der Name der Rose (nach U. Eco)
  • Der kleine Horrorladen (H. Ashman)
  • Die Zauberflöte (W.A. Mozart)
  • Ronja Räubertochter (A. Lindgren)
  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (nach M. Ende)
  • Tschick (Wolfgang Herrndorf, Robert Koall)
  • Er ist wieder da (nach Timur Vermes)
  • Mondscheintarif (Ildikó von Kürthy)
  • Die 39 Stufen (Alfred Hitchcock / John Buchan)

2017

2018

2019[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 100.000er-Marke geknackt. Frankfurter Rundschau. 9. September 2014. Abgerufen am 28. Oktober 2015.
  2. Pippi schlägt alle. Zeitungsring Lokalpresse GmbH Bad Vilbel, 13. September 2018, abgerufen am 3. Januar 2019.
  3. Spielplan 2019. Abgerufen am 3. Januar 2019.

Koordinaten: 50° 11′ 6″ N, 8° 44′ 41″ O